16.01.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-DH-V1-20 Totalausfall nach wiederholten Einschaltversuchen
Ausgangssituation und Fehlerbild bei Anlieferung.
Der Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-DH-V1-20 wurde mit der Fehlerbeschreibung „Gerät startet nicht“ bei uns angeliefert. Laut Kundenangabe zeigte das Antriebsmodul keinerlei Funktion mehr. Weder die Statusanzeige noch eine Reaktion auf das Anlegen der Versorgungsspannung waren vorhanden. Das Gerät befand sich in einem CNC-System, das zuvor bereits über einen längeren Zeitraum instabil lief und mehrfach neu eingeschaltet wurde, um den Fehler vermeintlich zu beheben.
Bereits bei der ersten Sichtprüfung zeigte sich, dass es sich nicht um einen klassischen Alarmzustand handelte, sondern um einen vollständigen Funktionsausfall. Das Gerät ließ sich nicht initialisieren und zeigte auch nach längerer Wartezeit kein Lebenszeichen.
Erstprüfung am Testplatz
Das Servomodul wurde an unserem dafür vorgesehenen Mitsubishi-Testplatz geprüft. Die Versorgungsspannungen wurden kontrolliert, die Peripherie bewusst minimal gehalten, um externe Einflüsse auszuschließen. Das Verhalten bestätigte die Kundenangabe eindeutig: keine Initialisierung, keine LED-Aktivität, keine Kommunikation.
Auch gezielte Versuche mit kontrollierter Erwärmung und mehrfachen Einschaltzyklen führten zu keiner Änderung. An diesem Punkt war klar, dass kein softwareseitiger oder parametrierungsbedingter Fehler vorlag, sondern ein interner Defekt des Leistungsteils zu vermuten war.
Öffnung und Schadensbild
Nach dem Öffnen des Geräts bestätigte sich der Verdacht. Im Inneren des MDS-DH-V1-20 waren deutliche Spuren eines massiven Defekts erkennbar. Mehrere Kondensatoren im Leistungsbereich waren sichtbar beschädigt, teils aufgebläht, teils bereits geplatzt. Zusätzlich zeigten Leistungshalbleiter mechanische Risse im Gehäuse.
Auffällig war zudem ein deutlich wahrnehmbarer Geruch, der typisch für thermisch überlastete Elektronik ist. Dieses Schadensbild entsteht nicht schlagartig, sondern ist das Ergebnis eines fortschreitenden Alterungsprozesses, der durch wiederholte Einschaltversuche erheblich beschleunigt wurde.
Technische Einordnung der Schadensursache
Aus technischer Sicht zeigt dieses Gerät ein sehr typisches Szenario. Das MDS-DH-V1-20 hatte offenbar bereits erste Schwächeanzeichen gezeigt. In solchen Fällen steigen beim Einschalten die Belastungen auf Kondensatoren und Leistungshalbleiter deutlich an. Jeder erneute Startversuch bedeutet einen hohen Einschaltstrom, der insbesondere gealterte Bauteile stark beansprucht.
Statt den Betrieb zu stabilisieren, wurde durch die wiederholten Einschaltversuche der innere Zustand des Leistungsteils weiter verschlechtert, bis es letztlich zum vollständigen Ausfall kam. In diesem Fall führte das zur Zerstörung mehrerer zentraler Baugruppen, inklusive interner Gasbildung in Kondensatoren und struktureller Schäden an Halbleitern.
Reparaturprozess
Die Instandsetzung dieses Geräts war entsprechend aufwendig. Zunächst wurde das komplette Leistungsteil ausgebaut und separat bewertet. Alle betroffenen Baugruppen wurden fachgerecht demontiert. Das Gerät wurde gründlich gereinigt, um Rückstände von ausgetretenen Materialien und thermischen Ablagerungen vollständig zu entfernen.
Anschließend erfolgte der Austausch aller sicherheitsrelevanten und belasteten Komponenten im Leistungspfad. Dabei wurde nicht nur der offensichtliche Schaden behoben, sondern auch präventiv angrenzende Bauteile erneuert, um eine langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Nach dem Wiederaufbau wurde das Modul elektrisch geprüft, isolationsgetestet und schrittweise unter Spannung gesetzt. Erst nach stabiler Initialisierung erfolgten Lasttests unter realistischen Bedingungen.
Abschließende Prüfung und Ergebnis
Nach Abschluss aller Reparatur- und Prüfmaßnahmen lief das MDS-DH-V1-20 wieder stabil und ohne Auffälligkeiten. Die Stromaufnahme, Temperaturentwicklung und Reaktionszeiten lagen innerhalb der vorgesehenen Toleranzen. Das Gerät konnte anschließend wieder freigegeben werden.
Fazit aus der Praxis
Dieser Reparaturfall zeigt sehr deutlich, dass frühe Schwächeanzeichen ernst genommen werden sollten. Ein Servo Drive, der sporadisch nicht startet oder instabil reagiert, sollte nicht durch wiederholtes Ein- und Ausschalten „überredet“ werden. In vielen Fällen führt genau dieses Vorgehen dazu, dass ein ursprünglich gut reparables Gerät in einen Zustand gerät, der deutlich aufwendiger oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr instandsetzbar ist.
Gerade bei älteren Antrieben wie dem MDS-DH-V1-20 ist eine präventive Überholung oft wirtschaftlicher, sicherer und nachhaltiger als das Abwarten eines Totalausfalls.
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Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-DH-V1-20
Technische Spezifikationen
| Merkmal | Wert |
|---|
| Hersteller | Mitsubishi Electric |
| Serie | MDS-DH |
| Modell | MDS-DH-V1-20 |
| Leistung | ca. 2.0 kW |
| Versorgungsspannung | 3-phasig 380–480 V AC |
| Ausgangsspannung | ca. 3-phasig bis 400 V |
| Kühlung | Zwangsluftkühlung |
| Bauform | Servo Drive Unit |
| Produktionsjahr | ca. 2012 |
| Einsatztyp | CNC-Achsantrieb |
Einsatzumgebung und kompatible Systeme
Der MDS-DH-V1-20 wird typischerweise in CNC-Werkzeugmaschinen eingesetzt, unter anderem in Bearbeitungszentren, Drehmaschinen und Sondermaschinen. Er ist für präzise Vorschubachsen ausgelegt und arbeitet in Verbindung mit Mitsubishi AC-Servomotoren der HA- und HF-Serie. Die Geräte sind für industrielle Dauerbelastung konzipiert, reagieren jedoch empfindlich auf thermische Alterung und Netzinstabilitäten.
Funktionsbeschreibung
Der Servo Drive übernimmt die vollständige Leistungsversorgung und Regelung der angeschlossenen Achse. Er verarbeitet Sollwerte aus der CNC-Steuerung, regelt Strom, Drehmoment und Drehzahl und überwacht permanent interne Schutzfunktionen. Bei Abweichungen werden Schutzabschaltungen ausgelöst, um Motor und Mechanik zu schützen.
Alarmmeldungen und Troubleshooting
| Code | Beschreibung | Ursache | Maßnahme |
|---|
| 10 | Unterspannung | Netzinstabilität | Versorgung prüfen |
| 17 | A/D-Wandler Fehler | Messabweichung | Elektronik prüfen |
| 32 | Power Module Overcurrent | Leistungsteil beschädigt | Drive instandsetzen |
| 33 | Überspannung | Regeneration fehlerhaft | Bremskreis prüfen |
| 45 | Lüfterstopp | Kühlung ausgefallen | Lüfter ersetzen |
| 50 | Überlast 1 | Mechanische Überlast | Last reduzieren |
| 51 | Überlast 2 | Dauerüberstrom | Parametrierung prüfen |
| 3B | Leistungsmodul Übertemperatur | Kühlung unzureichend | Reinigung Wartung |
| 3C | Regenerationsfehler | Bremswiderstand | Bremskreis prüfen |
| 71 | Spannungsunterbrechung | Netzproblem | Energieversorgung prüfen |
Bestandteile
| Baugruppe | Bezeichnung | Funktion | Hinweis |
|---|
| Steuerplatine | RM115A-22 oder BC886A028G51 | Regelung und Logik | empfindlich gegen Spannungsspitzen |
| Leistungsplatine | RM162C-V2 oder BC886A010G52 | Leistungsansteuerung | thermisch stark belastet |
| Leistungsteil | BKO-NC1207 H84 / A2-DH-V1-20 | Energieumsetzung | Hauptverschleißkomponente |
Präventive Maßnahmen für den Kunden
Eine regelmäßige präventive Überholung kann die Lebensdauer eines MDS-DH-V1-20 erheblich verlängern. Dazu gehören die Kontrolle der Kühlung, der rechtzeitige Austausch alternder Bauteile und die Überprüfung der Netzqualität. Besonders wichtig ist es, erste Startprobleme nicht zu ignorieren und das Gerät nicht durch wiederholte Einschaltversuche zusätzlich zu belasten.