Hallo! Ich kann Ihnen gerne bei Fragen zu unseren Servicedienstleistungen weiterhelfen.
Mitsubishi MDS-B-SVJ2-07 Servo Drive unit Hauptbild
03.08.2025 von Viktor Siebert
Mitsubishi MDS-B-SVJ2-07 Servo Drive mit der Fehlermeldung AL 32

Ankunft des Servo‑Drives und Kundenanfrage.

Kürzlich erreichte uns ein Mitsubishi MDS-B-SVJ2-07 Servo‑Drive mit der Fehlermeldung AL 32, das die Maschine des Kunden abrupt zum Stillstand gebracht hatte. Der Betreiber hatte bereits versucht, den Fehler durch Kabel‑ und Motorwechsel zu beseitigen, doch der Überstrom‑Alarm blieb bestehen. Nach einem kurzen Telefonat, in dem wir die üblichen Sofortmaßnahmen wie das Prüfen der Anschlüsse und einen Testlauf ohne Last empfahlen, entschloss er sich, das Gerät zur Reparatur einzusenden.

Sobald ein Gerät bei uns eintrifft, wird ein Auftrag angelegt und es geht direkt in die Werkstatt. Noch am selben Tag prüft unser Werkstattleiter den Umfang der Instandsetzung und bereitet die Analyse vor. Dieser strukturierte Ablauf verkürzt die Durchlaufzeit und legt den Grundstein für eine erfolgreiche Reparatur.

Fehleranalyse und erste Diagnosen

Die anfängliche Sichtkontrolle zeigte keine äußeren Schäden, aber ein starker Geruch nach verbranntem Kunststoff deutete auf eine Überlastung der Elektronik hin. Beim Anschluss an unseren Prüfstand erschien der Alarm AL 32 sofort wieder. Dieser Fehler weist auf Überstrom im Leistungsteil hin und kann durch Kurzschlüsse, defekte Leistungstransistoren oder gealterte Kondensatoren ausgelöst werden. Da der Kunde externe Einflüsse wie Motor und Kabel bereits ausgeschlossen hatte, konzentrierten wir uns auf das Innenleben.

Nach dem Öffnen des Geräts entdeckten wir geplatzte Elektrolytkondensatoren, ein beschädigtes Gate‑Treiber‑Modul und durchgeschmorte Transistoren. Auch verfärbte Widerstände und Hitze­spuren auf der Platine bestätigten den Verdacht, dass interne Bauteile versagt hatten. Diese Erkenntnisse leiteten die weiteren Reparaturschritte ein.

Reparatur und Austausch von Komponenten

Unser Reparaturansatz ist präventiv: Wir beheben nicht nur den konkreten Defekt, sondern tauschen auch Bauteile aus, die erfahrungsgemäß verschleißen. Nach der Demontage des Antriebs löteten wir die defekten Transistoren aus und setzten neue, leistungsstarke Module ein. Gleichzeitig ersetzten wir die Kondensatoren im Zwischenkreis sowie den Gate‑Treiber und erneuerten gealterte Widerstände.

Begleitet wurde der Austausch durch eine gründliche Reinigung. Kühlkörper, Lüfter und Leiterplatten wurden von Staub und Öl befreit, alte Wärmeleitpaste ersetzt und verschlissene Lüfter durch leise Exemplare ausgetauscht. Die Sicherungen wurden erneuert, Lötstellen nachgezogen und alternde Optokoppler ersetzt, um Messfehler und kalte Lötstellen zu vermeiden.

Präventive Maßnahmen und Qualitätssicherung

Prävention spielt bei uns eine zentrale Rolle. Neben dem Austausch offenkundig defekter Teile ersetzen wir systematisch Komponenten, die häufig ausfallen, um die Lebensdauer des Antriebs zu verlängern. Dank unseres großen Ersatzteilbestands können wir benötigte Bauteile schnell bereitstellen, wodurch die meisten Reparaturen innerhalb weniger Tage abgeschlossen sind. Während des gesamten Prozesses halten wir unsere Kunden auf dem Laufenden und holen ihre Zustimmung ein, wenn zusätzliche Arbeiten erforderlich werden.

Abschlussprüfungen und Ergebnis

Nach der Instandsetzung wird das reparierte Drive einer intensiven Funktionsprüfung unterzogen. Dazu schließen wir den Antrieb an einen originalen Mitsubishi‑Servo‑Motor an und testen ihn auf einem Prüfstand, der reale Maschinenbedingungen simuliert. Der Test umfasst wechselnde Lasten, Beschleunigungs‑ und Bremsvorgänge sowie eine mehrere Stunden dauernde Belastung. Während dieser Phase überwachen wir Stromaufnahme, Temperatur und die Stabilität der Steuersignale.

Unsere Teststände sind weitgehend automatisiert und ermöglichen eine gleichmäßige und reproduzierbare Prüfung. Erst wenn das Gerät alle Tests fehlerfrei durchlaufen hat, wird es für den Versand freigegeben. Abschließend reinigen wir das Drive, verpacken es sorgfältig und legen ein Prüfprotokoll bei. Auf jede Reparatur geben wir eine Garantie, da wir von der Qualität unserer Arbeit überzeugt sind.

Das Mitsubishi MDS-B-SVJ2-07 arbeitet nach der Reparatur wieder zuverlässig im Maschinenpark des Kunden. Der Überstromfehler AL 32 tritt nicht mehr auf, und die Anlage läuft ohne unerwartete Stillstände. Dank der präventiven Vorgehensweise und der sorgfältigen Tests konnten wir die Ursachen nachhaltig beheben und die Lebensdauer des Antriebs verlängern.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi MDS-B-SVJ2-07 Servo‑Drive

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

📞 Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Fragen zu Ihrer Mitsubishi-Antriebstechnik haben.
Unser Team freut sich auf Ihre Anfrage!

Gerätebeschreibung und Technische Daten

ParameterWert
TypMDS-B-SVJ2-07
Nennleistung0,7 kW
Eingang (Leistungsteil)3,8 A (dreiphasig) 200 bis 230 V, 50/60 Hz
Eingang (Steuerteil)0,3 A (einphasig) 200 bis 230 V, 50/60 Hz
Ausgang6,0 A (dreiphasig) 170 V, 0 bis 360 Hz
HandbuchBNP‑B3937
SoftwareversionBND515W000C4
Hardware‑VersionVersion P
HerstellerMitsubishi Electric Corporation, Japan

Umgebung und Zusammenarbeit mit anderen Geräten

Die MDS‑B‑SVJ2‑07 ist ein Servoverstärker für Werkzeugmaschinen und arbeitet in einer Antriebskette mit einer Mitsubishi‑CNC‑Steuerung, einem passenden AC‑Servomotor (z. B. HC‑Serie) und einem Regenerationswiderstand. Sie wird über einen Drei‑Phasen‑Netzanschluss gespeist, der über Leistungsschalter und Schütze abgesichert ist. Ein separates Steuerstromnetzteil sorgt dafür, dass Positionsdaten bei ausgeschaltetem Hauptnetz erhalten bleiben.

Für einen sicheren Betrieb gelten folgende Umgebungsbedingungen:

  • Temperatur: 0 °C bis +40 °C ohne Vereisung.
  • Luftfeuchtigkeit: bis 80 % rF für den Verstärker, ohne Kondensation.
  • Spannungsqualität: Die Netzversorgung muss stabil sein und über Schutzelemente wie Sicherungen und Schütze führen, um bei Störungen sicher abschalten zu können.

Der Servoverstärker wird üblicherweise zusammen mit Servomotoren der Serien HC‑S, HC‑L und HC‑M sowie einem externen Regenerationswiderstand eingesetzt.

Funktionsbeschreibung

Das Gerät der Baureihe MDS‑B‑SVJ2 nutzt eine sinusförmige PWM‑Stromregelung. Es verfügt über einen integrierten Dynamik‑Bremskreis und eine separate Steuerstromversorgung. Gegenüber älteren SVJ‑Modellen besitzt die SVJ2‑Serie eine Batterie für die Absolutwert‑Positionsspeicherung, zusätzliche Überwachungsfunktionen und eine Möglichkeit zur externen Beobachtung. Digitale Eingänge (z. B. Not‑Aus) und Ausgänge zur Ansteuerung der Motorbremse oder eines Schützes sowie analoge ± 10‑V‑Ausgänge stehen ebenfalls zur Verfügung. Diese Ausstattung ermöglicht präzise Positionier‑ und Geschwindigkeitsregelungen in hochdynamischen Anwendungen.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

Alarm‑CodeBeschreibung / UrsacheLösungsansatz
AL 10 – UnterspannungDie Zwischenkreisspannung fällt unter 200 V, was auf unzureichende Netzleistung oder einen defekten Verstärker hinweist.Netzversorgung prüfen, ggf. Netzleistung erhöhen; bei wiederholtem Auftreten den Verstärker austauschen.
AL 13 – Software‑VerarbeitungsfehlerInterner Fehler in der Prozessoreinheit.Erdung und Umgebungstemperatur überprüfen; Störeinflüsse minimieren; Gerät austauschen, falls Fehler bestehen bleibt.
AL 15 – SpeicherfehlerFehler in der internen Speichereinheit.Verstärker austauschen.
AL 17 – A/D‑WandlerfehlerFalscher A/D‑Wandler‑Wert, z. B. durch unterbrochenes Detektorkabel.Erdung und Umgebung überprüfen; Verbindungsstecker und Detektorkabel kontrollieren und ggf. ersetzen.
AL 18 – Initiale Kommunikation Motor‑EncoderWährend der Initialisierung kann nicht mit dem Motor‑Detektor kommuniziert werden.Anschlüsse mit einem anderen Achsverstärker tauschen, um die Fehlerquelle zu identifizieren; fehlerhaften Detektor oder Verstärker ersetzen.
AL 22 – LSI‑FehlerFehler im Logik‑Baustein des Verstärkers.Erdung und Umgebungstemperatur überprüfen; Gerät bei wiederholtem Auftreten austauschen.
AL 24 – Erdschluss / Batterie‑UnterspannungErdschluss im Motorkabel oder Spannungsabfall der Absolutwert‑Batterie.Motorkabel und Anschlüsse prüfen, defekte Stelle isolieren; Batteriespannung prüfen, ggf. Batterie ersetzen.
AL 25 – Absolutposition verlorenDas Absolutwert‑Positionssignal ist verloren gegangen, weil das Detektorkabel bei ausgeschalteter Spannung abgezogen wurde.Detektorkabel anschließen und das Gerät nach Beseitigung des Fehlers neu einschalten.
AL 2C – EEPROM/LED‑Fehler am MotorDie LED im Motor‑Detektor ist verschlissen oder die EEPROM‑Daten sind fehlerhaft.Motor‑Detektor austauschen und für eine angemessene Umgebung sorgen.
AL 2F – Kommunikation Motor‑Encoder unterbrochenDie Kommunikation mit dem Motor‑Detektor wird während des Betriebs unterbrochen; mögliche Ursachen sind schlechte Erdung oder falsche Parameter.Motorkabel schirmen und Erdung korrekt an nur einem Punkt auflegen; Parameter anpassen; Regenerationswiderstand überprüfen.
AL 30 – ÜberregenerationDer Regenerationswiderstand erhitzt sich aufgrund hoher Netzspannung oder falsch eingestellter Parameter.Netzspannung prüfen; Beschleunigungs‑ und Verzögerungsparameter sowie Strombegrenzungen anpassen; bei Bedarf größeren Regenerationswiderstand verwenden.
AL 31 – ÜberdrehzahlDie Motordrehzahl überschreitet den zulässigen Grenzwert.Mechanik und Motorkabel auf Kurzschluss oder Erdschluss prüfen; fehlerhaftes Bauteil ersetzen.
AL 32 – Überstrom am LeistungsteilÜberstrom im Leistungsmodul durch defekten Verstärker, zu hohe Netzspannung, defekten Regenerationswiderstand oder fehlende Brücke zwischen P‑ und D‑Klemme.Motorkabel und Anschlüsse prüfen; Netzspannung messen; Regenerationswiderstand und die P‑D‑Brücke kontrollieren; defekten Verstärker austauschen; Parameter anpassen.
AL 33 – ÜberspannungDie Zwischenkreisspannung übersteigt den zulässigen Wert.Optionalen Regenerationswiderstand verwenden; Netzspannung prüfen.

Bestandteile des Geräts

KomponenteBezeichnung auf der Platine / BeschreibungMenge
Leistungsplatine mit SteuerplatineAuf der Platine ist „J2B‑P21 3“ oder „BC386A208G53A E3“ aufgedruckt. Diese Platine enthält Leistungselektronik und Steuerlogik.1 Stück
LeistungsteilBezeichnet das Leistungspaket (IGBT‑Module), den Kühlkörper und die Netzteile.1 Stück

Hinweis zum Betrieb

Die Reparaturpraxis zeigt, dass typische Fehlersymptome bei Mitsubishi‑Servomodulen ruckender Motorlauf, Nicht‑Einschalten des Geräts oder Überlastmeldungen sind. Als Sofortmaßnahmen werden ein Test mit einem anderen Motor, das Prüfen der Kabelverbindungen und ein Probelauf ohne Belastung empfohlen. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, liegt der Fehler häufig im Leistungsteil des Antriebsmoduls.

Gerne stehen wir Ihnen für Fragen und Anfragen zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns jederzeit auch über unsere social media Kanäle.

Kontaktieren Sie uns

Pflichtfelder gekennzeichnet mit (*)