07.02.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi Spindle Drive Unit MDS-D-SP-40 nach Flüssigkeitseintritt
Ausgangssituation und Fehlerbild.
Das Mitsubishi Spindle Drive Unit MDS-D-SP-40 wurde uns ohne Funktion eingesendet. Laut Kundenangabe schaltete sich die Maschine während einer laufenden Bearbeitung plötzlich ab. Es gab keine längere Vorwarnung, keine schleichenden Störungen und keinen vorher bekannten Alarmverlauf. Der Stillstand trat schlagartig auf, was für den Anwender besonders kritisch war, da sich das Werkstück noch im Bearbeitungsprozess befand.
Nach dem Ausbau des Spindelantriebs und der Einsendung an unsere Werkstatt bestätigte sich zunächst der Totalausfall. Das Gerät ließ sich nicht mehr initialisieren, eine Kommunikation mit der Steuerung war nicht möglich. Äußerlich zeigte das Modul keine mechanischen Beschädigungen, was den Fehler zunächst schwer greifbar machte.
Erste Sichtprüfung und Befund
Bereits bei der Öffnung des Gerätes zeigte sich ein ungewöhnliches Bild. Im Inneren befanden sich deutlich sichtbare Rückstände von Flüssigkeit, die sich über mehrere Bereiche der Elektronik verteilt hatten. Nach unserer Erfahrung und anhand von Geruch, Konsistenz und Ablagerungen handelte es sich sehr wahrscheinlich um eingedrungene Kühlflüssigkeit.
Der Eintritt erfolgte nicht schlagartig, sondern über einen langen Zeitraum. Die Spuren deuteten darauf hin, dass sich die Flüssigkeit über Jahre hinweg langsam angesammelt hatte. Besonders kritisch ist in solchen Fällen, dass der Schaden nicht sofort sichtbar wird, sondern sich schleichend entwickelt, bis schließlich ein plötzlicher Totalausfall eintritt.
Wir haben den Kunden unmittelbar informiert und gebeten, die Ursache im Schaltschrankumfeld zu prüfen. Der Verdacht lag nahe, dass nicht nur dieses eine Gerät betroffen sein könnte.
Ursachenanalyse im Maschinenumfeld
Der Kunde konnte nach unserer Rückmeldung tatsächlich eine Undichtigkeit im Maschinenumfeld feststellen. Über einen langen Zeitraum sammelte sich Kühlflüssigkeit an einer ungünstigen Stelle, von wo aus sie durch Kabelkanäle und konstruktive Öffnungen in den Schaltschrank gelangte.
Solche Fälle sind selten und nicht der Regelfall, aber sie zeigen deutlich, wie wichtig eine regelmäßige Kontrolle auch vermeintlich geschützter Bereiche ist. Positiv war in diesem Fall, dass nur ein einzelnes Gerät betroffen war und keine weiteren Module Schaden genommen hatten.
Schadensumfang am Spindelantrieb
Die detaillierte Analyse des MDS-D-SP-40 zeigte, dass die Leistungsendstufe grundsätzlich noch rettbar war. Es lagen keine großflächigen thermischen Zerstörungen oder Durchschläge in der gesamten Endstufe vor.
Beschädigt waren jedoch zentrale Bauteile im Bereich der Leistungsschaltung und der zugehörigen Ansteuerung. Durch die Kombination aus Feuchtigkeit und elektrischer Belastung kam es hier zu internen Defekten, die einen sicheren Betrieb unmöglich machten.
Wichtig ist an dieser Stelle zu betonen, dass wir bewusst keine einzelnen Bauteile benennen. Entscheidend ist nicht das einzelne Teil, sondern das Zusammenspiel aus Umwelteinfluss, Alterung und elektrischer Belastung.
Reparaturprozess in der Werkstatt
Nach der vollständigen Demontage wurde das Gerät zunächst gründlich gereinigt. Rückstände von Kühlflüssigkeit, Oxidationen und Ablagerungen wurden entfernt, um eine saubere Ausgangsbasis für alle weiteren Prüfungen zu schaffen.
Anschließend erfolgte eine strukturierte Prüfung der Baugruppen. Die Leistungsstufe, die Steuerung und die zugehörigen Versorgungsbereiche wurden einzeln überprüft. Defekte Komponenten wurden instandgesetzt bzw. ersetzt, wobei immer darauf geachtet wurde, die ursprüngliche Funktion und Charakteristik des Gerätes beizubehalten.
Parallel dazu wurden präventive Maßnahmen durchgeführt. Bauteile, die zwar noch funktionstüchtig waren, aber altersbedingt ein erhöhtes Ausfallrisiko hatten, wurden im Rahmen der Reparatur ebenfalls berücksichtigt. Ziel war nicht nur die Wiederherstellung, sondern eine nachhaltige Stabilisierung des Gerätes.
Testverfahren und Qualitätssicherung
Nach Abschluss der Reparatur wurde das MDS-D-SP-40 auf unserem Prüfplatz umfassend getestet. Der Test erfolgte unter realistischen Bedingungen mit geeigneter Spannungsversorgung, Lastsimulation und Überwachung aller relevanten Signale.
Besonderes Augenmerk lag auf thermischem Verhalten, Stabilität der Ansteuerung und sauberem Regelverhalten im gesamten Arbeitsbereich. Das Gerät lief über einen längeren Zeitraum stabil, ohne Auffälligkeiten oder Grenzwertverletzungen. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Tests wurde das Modul für den Rückversand freigegeben.
Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Spindle Drive Unit MDS-D-SP-40
Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart
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Mitsubishi Spindle Drive Unit MDS-D-SP-40
Technische Spezifikationen
| Merkmal | Wert |
|---|
| Hersteller | Mitsubishi Electric |
| Typ | Spindle Drive Unit |
| Modell | MDS-D-SP-40 |
| Nennleistung | 2,2 kW |
| Zwischenkreisspannung | DC 270–311 V |
| Eingang Steuerstromkreis | 1-phasig 200–230 V AC |
| Ausgang | 3-phasig 155 V AC |
| Ausgangsstrom | ca. 10 A |
| Frequenzbereich | 0–833 Hz |
| Kühlung | Zwangskühlung |
| Einsatzbereich | CNC-Spindelantrieb |
| Baujahr | 06/2012 |
Zentrale Baugruppen
| Baugruppe | Bezeichnung | Funktion | Hinweis |
|---|
| Steuerplatine | RM111C-21 oder BN638A503G51 | Regelung und Kommunikation | Empfindlich gegen Feuchtigkeit |
| Leistungsplatine | RM162A-SP oder BN638A394G51C | Leistungsschaltung | Thermisch hoch belastet |
| Leistungsteil | BK0-NC1212 H87 oder MP04-D-SP-40 | Energieumsetzung | Kritisch bei Flüssigkeitseintritt |
Typische Alarme und Fehlermeldungen
| Code | Beschreibung | Ursache | Maßnahme |
|---|
| 10 | Unterspannung | Versorgung instabil | Netz prüfen |
| 17 | A/D-Fehler | Signalverarbeitung gestört | Elektronik prüfen |
| 30 | Überregeneration | Bremsenergie zu hoch | Bremswiderstand prüfen |
| 32 | Überstrom Leistungsmodul | Defekt oder Kurzschluss | Leistungsstufe prüfen |
| 33 | Überspannung | Rückspeisung | Netz und Bremskreis prüfen |
| 45 | Lüfterstörung | Kühlung unzureichend | Lüfter prüfen |
| 50 | Überlast 1 | Mechanische Last | Spindel prüfen |
| 51 | Überlast 2 | Dauerlast zu hoch | Prozess prüfen |
| 71 | Spannungsunterbrechung | Netzproblem | Versorgung prüfen |
Präventive Empfehlungen für den Kunden
Regelmäßige Sichtprüfungen im Schaltschrank sind essenziell, insbesondere in Umgebungen mit Kühlmitteln. Auch kleinste Undichtigkeiten können über Jahre hinweg große Schäden verursachen. Zusätzlich empfehlen wir, Spindelantriebe in festen Intervallen prüfen zu lassen, selbst wenn noch keine Störung aufgetreten ist. Präventive Instandhaltung ist in vielen Fällen deutlich wirtschaftlicher als ein ungeplanter Produktionsstillstand.
Fazit
Der Fall des Mitsubishi MDS-D-SP-40 zeigt eindrucksvoll, wie äußere Einflüsse selbst robuste Antriebstechnik außer Gefecht setzen können. Durch eine strukturierte Analyse, gezielte Reparatur und präventive Maßnahmen konnte das Gerät erfolgreich instandgesetzt und langfristig stabilisiert werden. Gleichzeitig konnte der Kunde die Ursache im Maschinenumfeld beheben und weitere Schäden vermeiden.