04.01.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V24-3535 mit Alarm 32
Ausgangssituation und Fehlerbild beim Kunden,
Der Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V24-3535 wurde vom Kunden mit der klaren Fehlerbeschreibung eingesendet, dass am Display dauerhaft der Alarm 32 angezeigt wird. Dieser Alarm steht bei den MDS-B Servo Drives für einen Power Module Overcurrent Fehler, also einen Überstrom im Leistungsteil beziehungsweise einen Defekt im Transistormodul.
Der Kunde berichtete zusätzlich, dass der Servo Motor bereits vor einiger Zeit Auffälligkeiten gezeigt hatte. Es kam zu sporadischen Achsfehlern, erhöhter Stromaufnahme und instabilem Laufverhalten. In einem ersten Schritt wurde der Motor durch den Kunden ersetzt, da bei einer Isolationsmessung schlechte Werte festgestellt wurden. Trotz des Motortauschs blieb der Alarm 32 am Servopack bestehen, sodass das Gerät schließlich zur Reparatur an uns eingesendet wurde.
Erste Sichtprüfung und Sicherheitsmaßnahmen
Nach dem Eintreffen des Geräts in unserer Werkstatt erfolgte zunächst die standardisierte Eingangskontrolle. Dazu gehören die Dokumentation des Typenschilds, die Prüfung auf mechanische Beschädigungen, Geruchsentwicklung sowie sichtbare thermische Spuren.
Bereits bei der äußeren Sichtprüfung zeigte sich, dass das Gerät thermisch stark belastet gewesen sein musste. Leichte Verfärbungen im Bereich der Kühlkörper und Abluftöffnungen deuteten auf eine längere Überlastphase hin. Vor dem Öffnen des Geräts wurden selbstverständlich alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten, inklusive Entladung der DC-Zwischenkreiskondensatoren und Spannungsfreimessung.
Öffnung des Geräts und Schadensanalyse
Nach dem Öffnen des Mitsubishi MDS-B-V24-3535 bestätigte sich der Verdacht sehr schnell. Das Leistungsteil wies massive Schäden auf. Das verbaute Transistormodul war nicht nur elektrisch defekt, sondern sichtbar zerstört. Einzelne Kanäle des Moduls zeigten deutliche Brandschäden, Leiterbahnen waren verkohlt und umliegende Bauteile thermisch in Mitleidenschaft gezogen.
In solchen Fällen ist klar, dass es sich nicht um einen spontanen Einzeldefekt handelt. Ein explodiertes Transistormodul entsteht nahezu immer durch eine länger anhaltende Überlast oder durch einen externen Fehler im angeschlossenen Motor oder Kabelsystem.
Zusammenhang zwischen Motorfehler und Servodrive-Schaden
Die Rücksprache mit dem Kunden brachte einen entscheidenden Hinweis. Der zuvor eingesetzte Servo Motor hatte schlechte Isolationswerte und war vermutlich bereits durch Emulsion oder Kühlmittel kontaminiert. In der Praxis sehen wir dieses Fehlerbild sehr häufig. Dringt Emulsion in den Motor ein, verschlechtern sich die Isolationswerte schleichend. Der Motor zieht zunehmend höhere Ströme, insbesondere unter Last oder bei dynamischen Bewegungen.
Der Servodrive versucht, diese Abweichungen auszugleichen, indem er höhere Ströme bereitstellt. Über einen längeren Zeitraum führt das zu einer massiven thermischen und elektrischen Belastung des Leistungsteils. Der Alarm 32 tritt dann oft erst auf, wenn das Transistormodul bereits irreversibel geschädigt ist. Der Motortausch allein reicht in solchen Fällen nicht mehr aus, da der Schaden im Drive bereits entstanden ist.
Reparaturentscheidung und Umfang der Instandsetzung
Aufgrund des Schadensbildes war klar, dass eine einfache Teilreparatur nicht ausreicht. In solchen Fällen verfolgen wir konsequent einen präventiven Reparaturansatz. Ziel ist es nicht nur, den aktuellen Defekt zu beheben, sondern die langfristige Betriebssicherheit des Geräts wiederherzustellen.
Das defekte Transistormodul wurde vollständig entfernt. Zusätzlich wurden alle angrenzenden Baugruppen sorgfältig geprüft. Dazu gehören Treiberstufen, Strommessschaltungen, Schutzbeschaltungen sowie thermisch belastete Lötstellen. Bauteile, die durch die Überhitzung gealtert oder grenzwertig belastet waren, wurden präventiv ersetzt.
Präventive Überholung des Servodrives
Neben dem Austausch des Leistungsteils wurde das gesamte Gerät einer präventiven Überholung unterzogen. Dazu zählen unter anderem die Prüfung der Zwischenkreiskondensatoren, die Kontrolle der Lüfterfunktion, die Reinigung der Kühlkörper sowie die Überprüfung aller Steckverbindungen.
Gerade bei MDS-B Servo Drives ist eine saubere Kühlung entscheidend für die Lebensdauer der Leistungselektronik. Verschmutzte Kühlkanäle oder gealterte Lüfter führen zu lokalen Wärmestaus, die langfristig zu genau solchen Schäden führen können.
Alle Arbeiten wurden dokumentiert und nach unseren internen Qualitätsstandards durchgeführt.
Testverfahren auf unserem Servo-Testplatz
Nach Abschluss der Reparatur erfolgte die vollständige Funktionsprüfung auf unserem hauseigenen Testplatz. Wir verfügen über spezialisierte Testeinrichtungen für Mitsubishi Servo Drives, mit denen reale Betriebsbedingungen simuliert werden können.
Der MDS-B-V24-3535 wurde schrittweise hochgefahren. Zunächst erfolgte ein Leerlauftest mit Überwachung der Zwischenkreisspannung, der Stromaufnahme und der internen Temperaturen. Anschließend wurden Lasttests durchgeführt, bei denen das Verhalten des Leistungsteils unter dynamischer Belastung geprüft wurde.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Stromsymmetrie, der Stabilität der Regelung und dem thermischen Verhalten über einen längeren Zeitraum. Erst nach einem erfolgreichen Dauerlauftest wurde das Gerät für den Versand freigegeben.
Technische Informationen zum Mitsubishi MDS-B-V24-3535
Der Mitsubishi MDS-B-V24-3535 ist ein Servo Drive Unit der MDS-B Serie und wird typischerweise in CNC-Werkzeugmaschinen eingesetzt. Er ist für Leistungen im Bereich von ca. 3,5 kW ausgelegt und arbeitet mit einer DC-Zwischenkreisspannung von etwa 270 bis 311 V DC. Die Ansteuerung erfolgt über die jeweilige Mitsubishi CNC-Steuerung, wobei umfangreiche Schutzmechanismen integriert sind.
Der Alarm 32 Power module overcurrent gehört zu den kritischsten Alarmen dieser Serie, da er direkt auf einen Defekt oder eine massive Überlast im Leistungsteil hinweist.
Präventive Empfehlungen für den Betrieb
Aus diesem Reparaturfall lassen sich klare Empfehlungen ableiten. Servo Motoren sollten regelmäßig auf Isolationswerte geprüft werden, insbesondere in Umgebungen mit Kühlmittel, Emulsion oder hoher Luftfeuchtigkeit. Auffälligkeiten sollten ernst genommen werden, bevor es zu Folgeschäden am Servodrive kommt.
Ebenso wichtig ist die regelmäßige Wartung der Drives selbst. Reinigung, Lüfterprüfung und thermische Kontrolle können die Lebensdauer erheblich verlängern und ungeplante Maschinenstillstände vermeiden.
Fazit
Der Reparaturfall des Mitsubishi MDS-B-V24-3535 zeigt sehr deutlich, wie eng Motorzustand und Servodrive-Belastung miteinander verknüpft sind. Ein defekter oder kontaminierter Motor kann einen Servodrive über einen längeren Zeitraum unbemerkt zerstören. Durch eine fachgerechte Reparatur, eine präventive Überholung und einen realistischen Test unter Last konnte das Gerät wieder zuverlässig in Betrieb genommen werden.
Solche Fälle bestätigen unseren Ansatz, nicht nur Fehler zu beheben, sondern die Ursache ganzheitlich zu betrachten und nachhaltige Lösungen zu schaffen.
Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V24-3535
Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart
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Technische Spezifikationen
| Merkmal | Wert |
|---|
| Hersteller | Mitsubishi Electric |
| Gerätetyp | Servo Drive Unit |
| Modell | MDS-B-V24-3535 |
| Serie | MDS-B |
| Nennleistung | ca. 3,5 kW |
| Eingangsspannung Hauptkreis | DC 270–311 V |
| Steuerspannung | 200–230 V AC, 1-phasig |
| Ausgangsspannung Motor | ca. 155 V AC, 3-phasig |
| Ausgangsstrom | ca. 16 A |
| Kühlung | Zwangsbelüftung mit internem Lüfter |
| Schutzart | Einbaugerät Schaltschrank |
| Anzeige | 7-Segment LED |
| Produktionsdatum | 00/06 |
| Hardware Version | C |
| Software Version | BND518W000A3 |
| Handbuchreferenz | BNP-B3977 |
| Norm | DIN VDE 0160 |
Einsatzumgebung und typische Anwendungen
Der Mitsubishi MDS-B-V24-3535 wird als Servo Drive Unit in CNC-Werkzeugmaschinen eingesetzt. Typische Anwendungen sind Vorschubachsen in Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Schleifmaschinen und Sondermaschinen. Das Gerät arbeitet im Verbund mit Mitsubishi CNC-Steuerungen und ist für dynamische Achsbewegungen mit hoher Regelgenauigkeit ausgelegt.
Die Einsatzumgebung ist in der Regel ein Schaltschrank innerhalb industrieller Maschinen. Kritische Umgebungsfaktoren sind erhöhte Temperaturen, Kühlmittelnebel, Emulsion, leitfähiger Staub sowie unzureichende Belüftung.
Funktionsbeschreibung
Der MDS-B-V24-3535 übernimmt die vollständige Leistungsregelung eines Servomotors. Er wandelt die zur Verfügung stehende Zwischenkreisspannung in eine geregelte dreiphasige Motorspannung um. Über Strom, Drehzahl und Positionsregelkreise wird der Motor präzise gesteuert.
Integrierte Schutzfunktionen überwachen permanent Strom, Spannung, Temperatur, Motorzustand sowie die Kommunikation mit der CNC-Steuerung. Bei Grenzwertüberschreitungen erfolgt eine sofortige Abschaltung mit Anzeige eines spezifischen Alarmcodes.
Alarmmeldungen und Troubleshooting
Auszug relevanter Alarme für die MDS-B-Serie mit Fokus auf Leistungsteil und Überlast
| Alarmcode | Bezeichnung | Ursache | Maßnahme |
|---|
| 32 | Power module error overcurrent | Überstrom im Transistormodul | Motor prüfen, Isolation messen, Drive reparieren |
| 3A | Overcurrent | Zu hoher Motorstrom | Last reduzieren, Parameter prüfen |
| 3B | Power module overheat | Übertemperatur Leistungsteil | Lüfter, Kühlung, Umgebung prüfen |
| 33 | Overvoltage | Zwischenkreisspannung zu hoch | Bremswiderstand, Versorgung prüfen |
| 50 | Overload 1 | Dauerhafte Überlast | Mechanik, Lastprofil prüfen |
| 51 | Overload 2 | Hoher Strom über längere Zeit | Motor und Drive Kapazität prüfen |
| 45 | Fan stop | Lüfter ausgefallen | Lüfter ersetzen |
| 24 | Grounding | Isolationsfehler Motor oder Kabel | Motor und Leitung prüfen |
| 46 | Motor overheat | Motor oder Encoder überhitzt | Motorzustand prüfen |
| 60–77 | Power supply alarm | Fehler in Stromversorgung | Netzteil und Versorgung prüfen |
Der Alarm 32 ist besonders kritisch, da er meist auf einen bereits eingetretenen Schaden im Leistungsteil hinweist und nicht durch Reset oder Parametrierung behoben werden kann.
Bestandteile und Baugruppen
| Baugruppe | Bezeichnung auf Platine | Funktion | Hinweise |
|---|
| Steuerplatine | RK112A-12 oder BN634A980G51 | Regelung, Kommunikation, Schutzfunktionen | Empfindlich gegen Überspannung |
| Leistungsplatine | RK122D-V24-3535 oder BN638A019G51A | Ansteuerung Transistormodul | Thermisch hoch belastet |
| Leistungsteil | Transistormodul | Erzeugung Motorleistung | Kritisch bei Überlast |
| Kühlkörper | integriert | Wärmeabfuhr | Sauberkeit entscheidend |
| Lüfter | integriert | Zwangsbelüftung | Verschleißteil |
Typische Ursachen für Schäden am Leistungsteil
Ein Ausfall des Transistormoduls entsteht in der Praxis selten spontan. Häufige Ursachen sind dauerhaft erhöhte Motorströme, schlechte Isolationswerte des Motors durch Emulsion oder Feuchtigkeit, mechanische Überlast, verschmutzte Kühlung oder eine falsche Kombination aus Motor und Drive.
Gerade schleichende Motorfehler führen oft dazu, dass der Servodrive über Wochen oder Monate außerhalb seines optimalen Betriebsbereichs arbeitet, bis das Leistungsteil versagt.
Service und Wartungshinweise
Empfohlen wird eine regelmäßige Isolationsmessung der Servomotoren, insbesondere bei Maschinen mit Kühlmittelbetrieb. Zusätzlich sollten Lüfter, Kühlkörper und Schaltschrankbelüftung regelmäßig geprüft und gereinigt werden.
Ein präventiver Austausch thermisch belasteter Komponenten im Servodrive kann ungeplante Stillstände verhindern und die Lebensdauer deutlich verlängern.