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Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V1-10 nach der Reparatur 1
23.03.2026 von Viktor Siebert
Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V1-10 mit Alarm 17 unter thermischer Last und Achsbelastung

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Bei diesem Reparaturfall ging es um ein Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V1-10. Laut Typenschild handelt es sich um ein Servo-Drive aus der MDS-B Serie mit DC-Zwischenkreiseingang von DC270 bis 311 V, zusätzlicher Steuerspannung AC200 bis 230 V sowie einem Ausgang von 3AC 6,8 A. Das Gerät stammt aus 09/1996. Der gemeldete Fehler war Alarm 17. In der Alarmtabelle der MDS-A/B Serie ist Alarm 17 als A/D converter error beschrieben, also als Fehler in der Stromrückführung bzw. A/D-Erfassung im Leistungsverstärker

Auffällig war vor allem das zeitliche Verhalten. Der Fehler war anfangs nicht dauerhaft vorhanden. Nach Aussage des Kunden trat er seit längerer Zeit eher sporadisch auf, vor allem in warmen Sommermonaten. Später wurde der Ausfall deutlich häufiger. Zuletzt kam der Alarm bereits nach ein bis zwei Stunden Bearbeitung. Zusätzlich bemerkte der Kunde einen klaren Zusammenhang mit Programmen, bei denen die X Achse stärker belastet wurde. Genau dieser Zusammenhang war technisch wichtig. Wenn ein Fehler lastabhängig, temperaturabhängig und nicht sofort reproduzierbar auftritt, ist das oft ein Hinweis auf eine vorgeschädigte Leistungsstufe oder auf gealterte Baugruppen in der Stromerfassung.

Das Gerät lief also grundsätzlich noch, aber nur so lange, bis Temperatur und Last zusammenkamen. Solche Fehlerbilder sind in der Praxis tückisch, weil sie im kalten Zustand schnell unauffällig wirken. Im eingebauten Zustand führt das oft dazu, dass der Fehler zunächst als Maschinenproblem, Verkabelungsproblem oder sogar als Achsproblem interpretiert wird. Die eigentliche Ursache liegt dann aber im Drive selbst.

Vor dem Öffnen oder Abziehen von Steckern immer spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Messungen an spannungsführenden Teilen nur durch Elektrofachkraft mit geeigneter Ausrüstung und nach lokalen Regeln.

Eingangskontrolle und erste Diagnose

In der Eingangskontrolle haben wir zunächst das Typenschild, die Bauform und die Bestückung geprüft. Auf Basis der vorliegenden Fotos und der Teileübersicht sind in diesem Gerät unter anderem eine Steuerplatine mit Kennzeichnung RK111B-11 beziehungsweise BN634A815G51 D und eine Leistungsplatine mit Kennzeichnung RK156B-V1-10 beziehungsweise BN634A811G51 B verbaut. Das passt zum Aufbau eines MDS-B Servodrives mit getrennter Regel und Leistungsebene.

Danach erfolgte die übliche Sichtprüfung auf Verschmutzung, thermische Auffälligkeiten, Kontaktprobleme und Alterungsspuren. Bei solchen Geräten aus den 1990er Jahren achten wir besonders auf thermisch belastete Bereiche, Kontaktstellen, Leistungsanschlüsse und Baugruppen, die über Jahre zyklisch erwärmt und wieder abgekühlt wurden. Gerade wenn ein Fehler last und temperaturabhängig beschrieben wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Gerät unter Laborbedingungen zunächst normal anläuft.

Entscheidend war deshalb die Reproduktion auf dem Prüfstand. Das Drive wurde in unserer Testanlage betrieben und gezielt thermisch belastet. Im kalten Zustand war das Verhalten zunächst unauffällig. Unter Erwärmung ließ sich der Fehler jedoch wiederholt provozieren. Genau das bestätigte die Kundenschilderung. Sobald Temperatur in das Gerät kam, erschien der Alarm reproduzierbar. Damit war klar, dass nicht nur ein einmaliger Aussetzer oder eine externe Störung vorlag, sondern ein interner, temperaturabhängiger Defekt.

Technische Analyse

Technisch betrachtet ist Alarm 17 bei der MDS-A/B Serie dem Bereich der A/D Wandlung und Stromrückführung zugeordnet. In diesem Bereich werden interne Istwerte aus dem Leistungsteil in eine Form gebracht, die von der Regelung ausgewertet werden kann. Wenn diese Erfassung unter Last instabil wird, kann die Regelung den tatsächlichen Motorstrom nicht mehr sauber bewerten. Das führt dann nicht zwingend sofort im Kaltzustand zum Ausfall, wohl aber unter thermischer Belastung.

Die Ursache Wirkung Kette war hier plausibel. Über die Jahre waren funktionale Bereiche der Leistungsendstufe gealtert. Unter normaler Temperatur lagen die Signale noch in einem Bereich, in dem das Gerät arbeitete. Mit steigender Erwärmung änderten sich die elektrischen Eigenschaften jedoch so weit, dass die Stromerfassung beziehungsweise die zugehörige Verarbeitung unplausibel wurde. Die Folge war Alarm 17. Dass der Fehler besonders bei stärker belasteter X Achse auftrat, passt ebenfalls dazu. Höhere Achslast bedeutet höhere Stromanforderung, mehr thermische Belastung im Leistungsteil und damit schnelleres Erreichen des kritischen Zustands.

Aus Werkstattsicht ist das ein typisches Beispiel dafür, warum ein Gerät trotz realem Defekt lange noch teilweise funktioniert. Solange Temperatur, Last und Toleranzlage noch gerade zusammenpassen, läuft das Drive scheinbar normal. Erst bei längerer Bearbeitung oder bei kritischen Bearbeitungsprogrammen kippt der Zustand. Genau deshalb sind reine Kurztests oft nicht ausreichend.

Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Da sich der Fehler eindeutig last und temperaturabhängig im Leistungsteilbereich zeigte, haben wir die Leistungsendstufe dieses Geräts präventiv überholt. Dabei wurde das Gerät geöffnet, gereinigt und die betroffenen funktionalen Bereiche systematisch geprüft. Gealterte und thermisch auffällige Komponenten in der Leistungsbaugruppe wurden instand gesetzt beziehungsweise erneuert. Auf Einzelteilebene gehen wir hier bewusst nicht, entscheidend ist die funktionale Aussage. Es ging um die Wiederherstellung eines stabilen Verhaltens der Leistungsebene und der zugehörigen Erfassung unter Last und Temperatur.

Zusätzlich wurden typische Schwachstellen dieser Baugruppe mit Blick auf Langzeitstabilität berücksichtigt. Genau hier liegt der praktische Nutzen einer sauberen Werkstattdokumentation. Wenn sich bei einem Gerät dieser Serie ein bestimmtes schadensrelevantes Muster bestätigt, kann man dieses Wissen bei zukünftigen Reparaturen direkt in den Standardprozess übernehmen. Das spart Zeit, reduziert Streuung in der Diagnose und erhöht die Trefferquote bei vorbeugenden Überholungen.

In diesem Fall war das besonders wichtig, weil das Fehlerbild eben nicht als harter Dauerausfall vorlag, sondern als intermittierender thermischer Lastfehler. Ohne Dokumentation würde man beim nächsten Gerät leicht wieder bei null anfangen. Mit dokumentierter Schadenshistorie kann man solche Drives gezielt und sinnvoll standardisiert überholen.

Abschließender Funktionstest

Nach der Instandsetzung erfolgte der abschließende Test wieder auf dem Prüfstand. Dabei wurde nicht nur ein kurzes Anlaufen geprüft, sondern bewusst ein Last und Temperaturtest durchgeführt. Das ist bei diesem Fehlerbild der entscheidende Punkt. Ein Kaltstart ohne Belastung hätte keine belastbare Aussage geliefert.

Geprüft wurden Ein und Ausschaltverhalten, stabiles Freigabeverhalten, Signalverarbeitung unter Last sowie das Verhalten bei längerer Laufzeit. Zusätzlich wurde das Gerät thermisch beobachtet, um sicherzustellen, dass sich die zuvor provozierbare Störung nicht erneut zeigt. Auch bei längerer Prüfdauer und unter erhöhter Belastung blieb das Verhalten stabil. Der Alarm trat nicht mehr auf.

Genau dieser Belastungsabschluss ist wichtig. Ein Drive mit einem ehemals temperaturabhängigen Fehler gilt für uns erst dann als sauber instand gesetzt, wenn die Funktion auch unter Wärme und Last stabil bleibt. Alles andere wäre bei einem solchen Schadensbild zu unsicher.

Fazit

Der Fall zeigt sehr gut, wie sich ein interner Schaden an der Leistungsendstufe über lange Zeit nur unter bestimmten Bedingungen bemerkbar machen kann. Alarm 17 war hier kein zufälliger Einzelalarm, sondern die Folge einer gealterten, thermisch kritischen Funktion im Drive. Die Verbindung aus Temperatur, Bearbeitungsdauer und hoher X Achslast war der entscheidende Hinweis.

Nach der Überholung der Leistungsendstufe und dem belasteten Abschlusstest war das Gerät wieder stabil. Nachhaltig ist die Reparatur vor allem deshalb, weil nicht nur der akute Fehler behandelt wurde, sondern die bekannte Schwachstelle der Baugruppe funktional mit berücksichtigt wurde. So lässt sich das Risiko eines erneuten Ausfalls deutlich reduzieren.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V1-10

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Technische Spezifikationen

FeldWert
HerstellerMitsubishi Electric Corporation Japan
GerätetypAC Servo Drive Unit
ModellbezeichnungMDS-B-V1-10
SerieMDS-B
Leistungca. 1,0 kW Klassenbereich
EingangsspannungDC270 bis 311 V Hauptkreis, AC200 bis 230 V 50/60 Hz Steuerkreis
Ausgangsspannung3AC, lastabhängig aus Zwischenkreis
Nennstrom6,8 A Ausgang, 7 A DC Eingang, 0,2 A AC Steuerkreis
SteuerungsartServo Drive mit Strom, Drehzahl und Lageregelung
RückführungMotorgeber bzw. Detektor, systemabhängig
KühlungKonvektionskühlung über Kühlkörper, schaltschrankabhängig
Schutzartca. IP20 im Schaltschrankverbau
Umgebungstemperaturca. 0 bis 55 °C bei ausreichender Kühlung
MontageSchaltschrank, vertikale Montage
HerkunftJapan
ProduktstatusAbgekündigt, Instandsetzung wirtschaftlich relevant

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Das MDS-B-V1-10 wurde typischerweise in CNC Werkzeugmaschinen eingesetzt. Häufig findet man diese Geräte in Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Sondermaschinen und älteren Fertigungslinien mit Mitsubishi oder Mazak Antriebstechnik. Die MDS-B Serie ist für Achsantriebe ausgelegt, bei denen wiederholgenaue Positionierung, dynamisches Beschleunigen und sichere Regelung gefordert sind. Der praktische Einsatzbereich liegt vor allem in Maschinen der 1990er und frühen 2000er Jahre.

Wichtig für den Betrieb sind ein sauberer Schaltschrank, stabile Spannungsversorgung, gute Ableitung der Verlustwärme und saubere Kontaktverhältnisse. Thermische Belastung, verschmutzte Kühlluftwege, gealterte Lüfter im Schaltschrank oder schlechte Erdung erhöhen die Ausfallwahrscheinlichkeit deutlich. Gerade bei zyklisch hoch belasteten Achsen steigt die Beanspruchung des Leistungsteils und der Stromerfassung.

Funktionsbeschreibung

Das Drive wandelt den bereitgestellten Zwischenkreis in einen geregelten dreiphasigen Motorausgang um. Im Zusammenspiel aus Leistungsteil, Regelung und Rückführung werden Motorstrom, Drehzahl und Position überwacht und nachgeführt. Die Regelung verarbeitet Sollwerte aus der CNC und vergleicht sie mit den erfassten Istwerten des Motors beziehungsweise des Gebersystems.

Die Freigabe erfolgt über die Maschinensteuerung. Schutzlogiken überwachen unter anderem Unterspannung, Überstrom, Überlast, Rückführfehler und interne Plausibilität. Bei Fehlern wird der Antrieb kontrolliert abgeschaltet oder dynamisch gebremst, abhängig von der Fehlerart. Genau diese Funktionen sind sicherheitsrelevant, weil Fehlregelung im Leistungsteil unmittelbar zu Achsverlust, Maschinenstillstand oder Folgeschäden führen kann.

Bei Alarm 17 ist speziell der Bereich der internen Stromrückführung und A/D Verarbeitung betroffen. Das ist eine zentrale Funktion, weil nur mit plausiblen Stromwerten eine stabile Regelung unter Last möglich ist. Ein Fehler in diesem Bereich kann deshalb sporadisch beginnen, unter Temperatur aber in einen reproduzierbaren Anlagenstillstand übergehen

Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheEmpfohlene Maßnahme
11Axis selection errorFalsche Achsadressierung oder SchalterstellungAchszuordnung und Geräteeinstellung prüfen
12Memory error 1Interner Hardware oder SpeicherfehlerGerät prüfen, bei Wiederholung instand setzen oder tauschen
13Software processing errorInterner VerarbeitungsfehlerUmgebungsbedingungen und Gerät prüfen
17A/D converter errorFehler in Stromrückführung oder A/D VerarbeitungLeistungsteil und Stromerfassung prüfen, thermischen Test durchführen
18Initial communication errorKommunikationsfehler mit Motorgeber bei StartGeber, Kabel und Parameter prüfen
20No signal detected 1Kein plausibles Geber oder PositionssignalRückführung und Verbindung prüfen
21No signal detected 2Rückführung fehlt unter BewegungGeber, Kabel, Parametrierung prüfen
25Absolute position lostAbsolutwertinformation verlorenBatterie, Kabel, Rückführung prüfen und Referenz neu setzen
31OverspeedMotordrehzahl über GrenzwertParameter, Rückführung und Lastverhalten prüfen
32Power module overcurrentÜberstrom im LeistungsmodulMotor, Verkabelung, Last und Leistungsmodul prüfen
34CRC errorKommunikationsfehler zur NCKommunikationskabel und Verbindung prüfen
37Parameter errorUnplausible oder falsche ParameterParametrierung prüfen und korrigieren
3AOvercurrentZu hoher MotorstromLast, Motor, Rückführung und Reglereinstellung prüfen
3BPower module overheatLeistungsmodul thermisch überlastetKühlung, Umgebungstemperatur und Last prüfen
43Feedback error 2Abweichung zwischen RückführungenGeberabgleich und Signalqualität prüfen
46Motor overheatMotortemperatur oder Thermoschutz ausgelöstLast, Kühlung und Motorthermik prüfen
50Overload 1Überlastgrenze erreichtLast reduzieren, Motor und Drive auslegen prüfen
51Overload 2Länger anstehender hoher StromZyklus, Lastspitzen und Stromregelung prüfen
52Excessive error 1Lageregelabweichung zu großMechanik, Last und Regelparameter prüfen
53Excessive error 2Fehler bei Servo OFF AbweichungBremse, Mechanik und Folgefunktion prüfen

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnung funktionalFunktionHinweise zur Prüfung oder Reparatur
SteuerplatineRK111B-11 / BN634A815G51 DRegelung, Auswertung, KommunikationAuf thermische Spuren, Signalstabilität und Kontaktprobleme prüfen
LeistungsplatineRK156B-V1-10 / BN634A811G51 BLeistungsausgabe zum Motor, StromverarbeitungBei last und temperaturabhängigen Fehlern besonders relevant
Kühlkörperbereichintegrierte LeistungskühlungAbfuhr der VerlustwärmeAuf saubere Wärmeübergabe und Umgebungskühlung achten
Anschlussbereich LeistungHaupt und MotorklemmenVersorgung und MotorabgangSchraubverbindungen und Kontaktbild prüfen
RückführungsanschlussGeber beziehungsweise DetektorinterfaceIstwertübertragung an die RegelungBei Alarm 17, 18, 20, 21, 43 besonders prüfen
ZwischenkreisbereichDC LeistungsversorgungEnergie für das LeistungsteilSpannungsstabilität und thermische Auffälligkeiten prüfen
Alarm und Schutzlogikinterne ÜberwachungSchützt Gerät und Achse im FehlerfallFehlerhistorie und Reproduzierbarkeit auswerten
Front und BedienelementeAnzeige und ParametrierungDiagnose und StatusAlarmcode, Achszuordnung und Grundzustand prüfen

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