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Mitsubishi Power supply MDS-C1-CV-370 nach der Reparatur 2
12.02.2026 von Viktor Siebert
Mitsubishi Power Supply Unit MDS-C1-CV-370 Reparaturbericht und technische Einordnung

Wenn „E“ nicht einfach „Ende“ bedeutet.

Das Mitsubishi Power Supply MDS-C1-CV-370 kam zu uns mit einer sehr klassischen, aber gleichzeitig tückischen Fehlerbeschreibung. Der Kunde meldete, dass beim Einschalten sofort ein Alarm „E“ am Display erscheint. Zusätzlich sei ein deutliches Pfeifen aus dem Netzteil hörbar. Der Lüfter laufe nicht an. Die Einheit wurde bereits aus der Maschine ausgebaut und auf dem Tisch getestet. Versorgungsspannung: 200 V AC. Das Fehlerbild war reproduzierbar und eindeutig.

Schon an diesem Punkt stehen viele Instandhalter und auch manche Reparaturbetriebe vor einer schnellen Entscheidung: Steuerboard defekt, tauschen, fertig. Genau hier beginnt aber der Teil der Geschichte, der zeigt, warum wir bewusst einen anderen Weg gehen.

Erste Analyse am Prüfplatz

Nach Eingang bei uns wurde das Netzteil zunächst visuell geprüft. Keine offensichtlichen Brandstellen, keine geplatzen Kondensatoren, keine mechanischen Schäden. Danach erfolgte der Anschluss an unseren isolierten Netzteil-Prüfplatz mit Strombegrenzung und Oszilloskopüberwachung. Das Verhalten bestätigte die Kundenbeschreibung vollständig:

  • Display zeigt unmittelbar „E“
  • Hochfrequentes Pfeifen aus dem Netzteil
  • Lüfter bleibt stehen
  • Kein stabiler Aufbau des DC-Zwischenkreises

Das Pfeifen ist in solchen Fällen ein wichtiger Hinweis. Es deutet oft darauf hin, dass ein Schaltnetzteil in einen instabilen Regelzustand gerät. Typisch ist das bei Fehlern in der Steuer- oder Feedback-Elektronik, nicht zwingend im Leistungsteil.

Diagnose statt Teiletausch

An diesem Punkt wird häufig vorschnell entschieden, das komplette Steuerboard zu tauschen. Genau hier werden wir oft gefragt:
Warum tauscht man das Board nicht einfach? Wäre das nicht schneller und einfacher?

Die ehrliche Antwort lautet: manchmal ja, meistens nein.

Unser Entwickler hat sich gezielt das Steuerboard vorgenommen und die relevanten Spannungen, Referenzen und Taktsignale geprüft. Dabei zeigte sich, dass eine interne Überwachungsschaltung falsche Rückmeldungen an die Regelung gab. Das führte dazu, dass das Netzteil sofort in einen Schutzmodus ging, noch bevor der Lüfter überhaupt freigegeben wurde. Die Ursache lag nicht im Leistungsteil, sondern in einer kleinen, aber entscheidenden Schaltung auf Bauteilebene des Steuerboards.

Reparatur auf Bauteilebene

Statt ein komplettes, teures Steuerboard zu ersetzen, wurde gezielt der fehlerhafte Bauteilbereich instand gesetzt. Das bedeutet:

  • gezielte Bauteilprüfung
  • Austausch einzelner Komponenten
  • Nachmessen aller relevanten Referenzspannungen
  • Funktionstest unter Last

Nach der Reparatur wurde das MDS-C1-CV-370 erneut hochgefahren. Das Pfeifen war verschwunden, der Lüfter lief sauber an, der DC-Zwischenkreis baute sich stabil auf und der Alarm blieb aus.

Warum wir nicht einfach Boards tauschen vier klare Gründe

Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, warum wir konsequent versuchen, Geräte ganzheitlich zu retten:

Erstens: Nachhaltigkeit.
Ersatzboards gibt es meist nur aus Spendergeräten. Das bedeutet, ein weiteres funktionsfähiges Gerät wird zerlegt. Das ist weder nachhaltig noch langfristig sinnvoll.

Zweitens: Kosten.
Steuerboards sind teuer. Oft steht der Preis eines Ersatzboards in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Defekt. Eine Reparatur auf Bauteilebene ist wirtschaftlich deutlich sinnvoller.

Drittens: Lerneffekt und Geschwindigkeit bei Folgefehlern.
Ist ein Fehler einmal sauber analysiert, lässt sich derselbe Defekt bei zukünftigen Geräten sehr schnell beheben. Wissen wächst, Reparaturzeiten sinken.

Viertens: Parameter und Funktionalität.
Ein „Spenderboard“ funktioniert nicht automatisch. Auf Steuerboards sind Parameter, Kalibrierungen und teilweise maschinenspezifische Daten gespeichert. Das Nachprogrammieren ist aufwendig und fehleranfällig. Ein repariertes Originalboard passt hingegen perfekt.

Test, Belastung und Freigabe

Nach erfolgreicher Reparatur wurde das Netzteil mehrere Stunden am Prüfplatz betrieben. Dabei wurden Lastwechsel simuliert, Temperaturen überwacht und die Stabilität des DC-Zwischenkreises geprüft. Erst nach einem fehlerfreien Dauertest wurde das Gerät freigegeben.

Fazit

Dieses Mitsubishi MDS-C1-CV-370 zeigt sehr deutlich, warum Reparatur mehr ist als Teiletausch. Mit technischem Verständnis, Erfahrung und einem sauberen Prüfaufbau lassen sich auch komplexe Fehler nachhaltig beheben. Für den Kunden bedeutet das geringere Kosten, höhere Betriebssicherheit und ein gutes Gefühl, kein funktionierendes Gerät unnötig verschrottet zu haben.

Genau dafür stehen wir.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Power Supply Unit MDS-C1-CV-370

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

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Technischer Block Mitsubishi MDS-C1-CV-370


Technische Spezifikationen

MerkmalSpezifikation
HerstellerMitsubishi Electric
GerätetypPower Supply Unit (DC-Zwischenkreis-Netzteil)
ModellMDS-C1-CV-370
SerieMitsubishi MDS-C1
Nennleistungca. 37 kW
Eingangsspannung (Hauptkreis)3-phasig 200–230 V AC, 50/60 Hz
Eingangsstrom (Hauptkreis)ca. 121 A
Steuerspannung1-phasig 200–230 V AC
AusgangsspannungDC 270–311 V
Ausgangsstrommax. ca. 164 A
KühlungZwangsbelüftung (integrierter Lüfter)
SchutzartIP20
MontageSchaltschrank, vertikal
Gewichtca. 18–22 kg
Produktionsjahrca. 2010
NormenEN50178
HandbuchreferenzMitsubishi MDS-C1 / C1-CV Series

Einsatzumgebung und kompatible Systeme

KategorieBeschreibung
Typische AnwendungCNC-Werkzeugmaschinen
Funktion im SystemZentrale DC-Zwischenkreisversorgung
Versorgte BaugruppenServo Drives, Spindelverstärker
Kompatible SerienMitsubishi MDS-C1 Servo- und Spindelmodule
Typische MaschinenBearbeitungszentren, Drehmaschinen, Transfermaschinen
Umgebungstemperatur0 °C bis +55 °C
EinbauumgebungSchaltschrank mit forcierter Luftführung
KühlanforderungFreie Luftzirkulation, regelmäßige Lüfterwartung

Funktionsbeschreibung

FunktionsbereichBeschreibung
NetzgleichrichtungWandelt 3-phasige AC-Netzspannung in DC-Zwischenkreis
DC-ZwischenkreisVersorgung mehrerer Achs- und Spindelmodule
RegelungÜber Steuerboard mit Spannungs- und Stromüberwachung
SchutzfunktionenÜberstrom, Überspannung, Unterspannung, Übertemperatur
LüfterüberwachungStartfreigabe abhängig vom Lüfterstatus
KommunikationStatus- und Fehlerweitergabe an CNC-System
SicherheitsfunktionAbschaltung bei instabiler Regelung oder Fehler

Alarmmeldungen und Troubleshooting (Auswahl)

CodeFehlerbeschreibungMögliche UrsacheMaßnahme
EAllgemeiner Power-Supply-AlarmInterner Steuer- oder RegelungsfehlerSteuerboard prüfen
E61Power module overcurrentKurzschluss, Leistungsteil defektLeistungsteil prüfen
E67PhasenausfallNetzphase fehltEinspeisung prüfen
E6CMain circuit errorZwischenkreiskondensator lädt nichtLadepfad prüfen
E72Fan stopLüfter blockiert oder defektLüfter ersetzen
E73Over regenerationRegenerationsenergie zu hochBremswiderstand prüfen
E75OvervoltageDC-Zwischenkreis zu hochNetzspannung prüfen
E6EMemory / A/D errorSteuerboard defektBauteil- oder Boardreparatur
E71Power interruptionSpannungsunterbrechungNetzstabilität prüfen
E6FPower supply errorInterne Kommunikation gestörtSteuer- und Logikboard prüfen

Zentrale Bestandteile

BaugruppeBezeichnungFunktionHinweise zur Prüfung
SteuerboardControl PCBRegelung, Überwachung, FehlerlogikSpannungsreferenzen messen
LeistungsteilPower ModuleGleichrichtung und EnergieflussIGBT- und Diodenprüfung
ZwischenkreiskondensatorenDC-Link CapsEnergiespeicherESR- und Kapazitätsmessung
LüftereinheitCooling FanWärmeabfuhrLaufverhalten, Geräusch
StromsensorenCurrent SensorsÜberstromüberwachungOffset- und Signalprüfung
LadeeinheitInrush / Charge CircuitSoftstart DC-ZwischenkreisWiderstände und Relais prüfen
SteckverbinderPower & SignalVerbindung zu CNC und Drives

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