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Mitsubishi MDSDMV3-202020 rem MDS-DM-V3-202020 Servo Drive Unit Hauptbild
09.05.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi MDSDMV3-202020 REM MDS-DM-V3-202020 Servo Drive Unit mit Alarm 32 Leistungsendstufe defekt


Das vorliegende Gerät, ein Mitsubishi MDSDMV3-202020 Servo Drive Unit, wurde mit Alarm 32 eingeliefert. Laut Fehlerbeschreibung trat der Alarm während des Maschinenbetriebs auf und führte zu einem sofortigen Stillstand der Achse. Der Alarm 32 steht bei dieser Baureihe für einen Power Module Error beziehungsweise Überstrom in der Leistungsendstufe.

Im Betrieb zeigte sich typisches Verhalten für diesen Fehler. Die Maschine lief zunächst stabil, brach jedoch unter Last oder bei Beschleunigung plötzlich ab. Besonders auffällig war, dass der Fehler nicht sofort reproduzierbar war. Dieses intermittierende Verhalten erschwert die Diagnose erheblich, da thermische Effekte oder Halbleiterschäden oft erst unter Last sichtbar werden.

Bei der Eingangskontrolle wurde zunächst eine Sichtprüfung durchgeführt. Dabei zeigten sich leichte thermische Verfärbungen im Bereich der Leistungsendstufe sowie gealterte Leistungskomponenten. Erste Messungen ergaben keine direkten Kurzschlüsse, jedoch auffällige Abweichungen im Schaltverhalten der IGBT-Stufe.

Technisch arbeitet der MDS-DM-V3 als mehrachsiger Servoverstärker mit integrierter Leistungsendstufe. Die Leistungsstufe wandelt die DC-Zwischenkreisspannung in eine geregelte dreiphasige Ausgangsspannung für den Motor um. Parallel dazu verarbeitet die Steuerung Rückführsignale vom Encoder und regelt Strom, Drehzahl und Position im geschlossenen Regelkreis.

Die Ursache im vorliegenden Fall lag in einer geschädigten Leistungsendstufe. Durch thermische Belastung und Alterung kam es zu instabilem Schaltverhalten einzelner Leistungshalbleiter. Diese verursachten unter Last kurzzeitige Überströme, die vom Schutzsystem erkannt wurden und zum Alarm 32 führten.

Typisch für solche Schäden ist, dass das Gerät im Leerlauf oder bei geringer Last noch funktioniert. Erst bei dynamischen Bewegungen oder höheren Strömen tritt der Fehler auf. Dadurch wird der Fehler oft als sporadisch oder schwer reproduzierbar wahrgenommen.

Im Reparaturprozess wurde die Leistungsendstufe vollständig überarbeitet. Defekte Leistungshalbleiter wurden ersetzt, thermisch belastete Komponenten erneuert und kritische Lötstellen nachgearbeitet. Zusätzlich erfolgte eine Reinigung der Kühlkörper und eine Überprüfung der Ansteuerungsschaltungen.

Ein wichtiger Punkt ist die Prävention. Solche Schäden entstehen häufig durch unzureichende Kühlung, verschmutzte Lüfter oder hohe Umgebungstemperaturen. Laut Hersteller sind saubere Kühlwege und funktionierende Lüfter entscheidend für die Lebensdauer der Leistungselektronik.

Nach der Instandsetzung wurde das Gerät auf dem Prüfstand getestet. Dabei wurden verschiedene Lastzyklen gefahren, sowohl im Teillast- als auch im Volllastbereich. Besonders wichtig war die Überwachung der Stromaufnahme, der Zwischenkreisspannung und der Temperaturentwicklung. Das Gerät zeigte ein stabiles Verhalten ohne erneute Fehlerauslösung.

Für die Praxis lassen sich klare Diagnosehinweise ableiten. Frühzeitig erkennt man diesen Fehler durch sporadische Abschaltungen unter Last, unruhigen Motorlauf oder steigende Temperaturen im Schaltschrank. Techniker vor Ort sollten besonders auf Kühlung, Verkabelung und mechanische Last achten.

Die Abgrenzung zu ähnlichen Fehlern ist wichtig. Während Alarm 32 klar auf die Leistungsstufe hinweist, können Fehler wie Überlast oder Übertemperatur ähnliche Symptome zeigen, jedoch andere Ursachen haben.

Fazit: Der Defekt der Leistungsendstufe ist ein klassischer, aber oft schwer zu diagnostizierender Fehler in Servoverstärkern. Durch fachgerechte Reparatur und präventive Wartung lässt sich die Lebensdauer deutlich verlängern und ungeplante Stillstände vermeiden.


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Technische Spezifikationen

ParameterWert
TypMDS-DM-V3-202020
HerstellerMitsubishi Electric
Versorgung200–230 V AC / DC 270–311 V
Leistungca. 1 kW pro Achse
Ausgang3-phasig ca. 155 V
Strombis ca. 6 A
KühlungLüftergekühlt
SteuerungCNC Servo System
Baujahrca. 2008
Handbuch

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typische Anwendungen:

  • CNC Bearbeitungszentren
  • Drehmaschinen
  • Automatisierte Produktionsanlagen

Typische Belastungen:

  • Hohe Dynamik durch Beschleunigung
  • Dauerbetrieb
  • Temperaturzyklen

Kritische Umgebungsfaktoren:

  • Ölnebel
  • Staub
  • Schlechte Schaltschrankbelüftung

Funktionsbeschreibung

Der Servo Drive übernimmt folgende Aufgaben:

  • Umwandlung der Netzspannung in DC-Zwischenkreis
  • Erzeugung geregelter Motorströme
  • Positionsregelung über Encoderfeedback
  • Schutzfunktionen wie Überstrom und Übertemperatur

Der Regelkreis besteht aus:

  • Stromregelung (innerer Kreis)
  • Drehzahlregelung
  • Positionsregelung

Schutzfunktionen stoppen das System bei Fehlern sofort, meist über dynamische Bremsung oder Abschaltung.


Typische Fehlerursachen und Prävention

UrsacheAuswirkungSymptomPrävention
KühlungsproblemÜberhitzungsporadische AbschaltungLüfter prüfen
Alterung LeistungshalbleiterÜberstromAlarm 32regelmäßige Wartung
Verschmutzungschlechter Wärmetransportsteigende TemperaturReinigung
falsche LastÜberlastAbschaltungAuslegung prüfen

Alarmmeldungen und Troubleshooting

CodeFehlerbeschreibungUrsacheLösung
32Power Module Overcurrentdefekte EndstufeLeistungsteil prüfen
33OvervoltageZwischenkreis zu hochNetz prüfen
30Over regenerationBremsenergie zu hochWiderstand prüfen
50Overloadzu hohe LastLast reduzieren
46Motor overheatTemperatur zu hochKühlung verbessern
24Ground faultIsolation FehlerKabel prüfen
23Speed errorRegelabweichungParameter prüfen
21Communication errorKabel oder SteuerungVerbindung prüfen
17A/D errorMessfehlerElektronik prüfen
10UndervoltageVersorgung instabilNetz prüfen

Baugruppenübersicht

BaugruppeFunktionHinweis
LeistungsmodulMotoransteuerungkritisch bei Fehler 32
SteuerplatineRegelungselten defekt
KühlkörperWärmeabfuhroft verschmutzt
LüfterKühlungVerschleißteil
DC-ZwischenkreisEnergieversorgungKondensatoren prüfen

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