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Mitsubishi MDS-DH-SP-100 Spindle Drive Unit Hauptbild
06.05.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi MDS-DH-SP-100 Spindle Drive Unit mit Alarm 33 Overvoltage

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Das Spindle Drive Unit Mitsubishi MDS-DH-SP-100 wurde mit dem Fehler Alarm 33 Overvoltage angeliefert. Der Fehler trat nicht unmittelbar beim Einschalten auf, sondern sporadisch während der Bearbeitung. Besonders auffällig war, dass der Fehler unabhängig von Temperatur oder mechanischer Einwirkung auftrat. Weder Erschütterungen noch thermische Belastung hatten einen direkten Einfluss auf das Fehlerbild.

Die Maschine lief zunächst stabil, bis es unter Last oder bei dynamischen Zuständen zu einem plötzlichen Abbruch kam. Typisch für diesen Fehler ist eine Überspannung im Zwischenkreis, bei der die Busspannung den zulässigen Wert überschreitet . Das deutet entweder auf Probleme im Brems- beziehungsweise Rekuperationssystem oder im Leistungsteil hin.


Eingangskontrolle und erste Diagnose

Bei der Eingangskontrolle wurde zunächst eine Sichtprüfung durchgeführt. Äußerlich waren keine massiven Beschädigungen erkennbar. Steckverbindungen, Lüfter und Gehäuse zeigten keinen direkten Defekt.

Elektrisch wurde der Zwischenkreis geprüft. Auffällig war ein instabiles Verhalten unter Lastsimulation. Die Spannungsverhältnisse lagen teilweise außerhalb der erwarteten Bereiche. Erste Messungen deuteten darauf hin, dass die Energie nicht sauber abgeführt wurde.

Zusätzlich wurde geprüft, ob externe Ursachen wie Bremswiderstand oder Versorgungsspannung verantwortlich sein könnten. Diese konnten ausgeschlossen werden.


Technische Analyse

Der Alarm 33 bedeutet laut Dokumentation eine Überschreitung der Zwischenkreisspannung im Hauptkreis . Normalerweise wird diese Energie beim Abbremsen über den Rekuperationspfad abgebaut.

In diesem Fall zeigte sich jedoch eine typische Verschleißerscheinung im Leistungsteil. Die Leistungsendstufe war deutlich gealtert. Einzelne Leistungsbauteile arbeiteten nicht mehr stabil und die Ansteuerung war ebenfalls im Grenzbereich.

Die Ursache-Wirkung-Kette lässt sich wie folgt darstellen:

Alterung der Leistungselektronik
→ instabile Schaltvorgänge im Leistungsteil
→ unkontrollierter Energieanstieg im Zwischenkreis
→ Überspannung
→ Alarm 33 Overvoltage

Besonders kritisch ist, dass solche Schäden nicht sofort zum Totalausfall führen. Das Drive funktioniert noch, reagiert aber empfindlich auf Lastwechsel und dynamische Prozesse. Genau das erklärt das sporadische Auftreten während der Bearbeitung.


Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Das Gerät wurde vollständig zerlegt und gereinigt. Der Fokus lag auf dem Leistungsteil sowie der zugehörigen Ansteuerung.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

Demontage und Reinigung aller Baugruppen
Prüfung der Leistungsendstufe unter Lastbedingungen
Austausch gealterter und kritischer Leistungskomponenten
Überarbeitung der Ansteuerung des Leistungsteils
Kontrolle der Zwischenkreisstruktur und Energiepfade
Erneuerung thermisch belasteter Baugruppen

Zusätzlich wurden präventive Maßnahmen umgesetzt, insbesondere im Bereich der thermischen Belastung und Langzeitstabilität.


Abschließender Funktionstest

Nach der Instandsetzung wurde das Drive auf dem Prüfstand getestet.

Testbedingungen:

Simulation realer Spindellasten
Mehrfache Start-Stopp-Zyklen
Niedrige Drehzahlbereiche
Mittlere Drehzahlen
Hohe Drehzahlen mit dynamischen Lastwechseln

Besonderes Augenmerk lag auf:

Zwischenkreisspannung
Stabilität der Leistungsstufe
Reaktionsverhalten bei Lastwechseln
Signalverhalten der Regelung

Das System zeigte über alle Betriebsbereiche ein stabiles Verhalten. Der Overvoltage-Fehler trat nicht mehr auf.


Fazit

Der Fehler wurde durch eine gealterte und instabile Leistungsendstufe verursacht. Typisch ist, dass solche Schäden nicht sofort sichtbar sind, sondern sich erst unter dynamischen Bedingungen zeigen.

Durch die vollständige Überarbeitung des Leistungsteils konnte die Funktion dauerhaft wiederhergestellt werden. Die Reparatur ist nachhaltig, da nicht nur der akute Schaden behoben, sondern auch kritische Bauteile präventiv ersetzt wurden.


Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Spindle Drive Unit MDS-DH-SP-100

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

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Technische Spezifikationen

ParameterWert
HerstellerMitsubishi Electric
GerätetypSpindle Drive Unit
ModellbezeichnungMDS-DH-SP-100
SerieMDS-D/DH
Leistungca. 15 kW
Eingangsspannung380–480 V AC / DC 513–648 V
Ausgangsspannungca. 340 V
Nennstromca. 30 A
SteuerungsartVektorregelung
RückführungEncoder (motorseitig)
KühlungLüftergekühlt
SchutzartIP20
Umgebungstemperatur0 bis ca. 55 °C
MontageSchaltschrank
HerkunftJapan
ProduktstatusAbgekündigt

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typische Maschinen sind CNC-Werkzeugmaschinen, Drehzentren und Fräsmaschinen.

Typische Baujahre liegen im Bereich 2000 bis 2010.

Einsatzbereiche sind Spindelantriebe mit hoher Dynamik und wechselnden Lastzuständen.

Wichtig sind stabile Netzversorgung, saubere Erdung und ausreichende Kühlung im Schaltschrank. Besonders kritisch sind schnelle Bremsvorgänge mit hoher Rückspeiseenergie.


Funktionsbeschreibung

Das Spindel-Drive wandelt die Netzspannung in eine geregelte Zwischenkreisspannung und steuert daraus den Motor.

Das Leistungsteil erzeugt die Motorströme. Die Regelung vergleicht Soll- und Istwerte. Die Rückführung erfolgt über Encoder.

Die Schutzlogik überwacht:

Zwischenkreisspannung
Strom
Temperatur
Kommunikation

Bei Grenzwertüberschreitungen wird das System gestoppt.

Diese Funktionen sind sicherheitsrelevant, da sie Schäden am Motor und an der Maschine verhindern.


Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheMaßnahme
10UnterspannungNetzproblemVersorgung prüfen
17A/D FehlerFeedbackproblemElektronik prüfen
23DrehzahlabweichungRegelproblemParameter prüfen
30Rekuperation zu hochBremswiderstandWiderstand prüfen
31OverspeedRegelungParameter prüfen
32OvercurrentLeistungsteilMotor / Drive prüfen
33OvervoltageZwischenkreis zu hochRekuperation / Leistungsteil prüfen
3AÜberstromLastproblemMechanik prüfen
3BÜbertemperaturKühlungLüfter prüfen
46MotorüberhitzungÜberlastLast reduzieren

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnung auf PlatineFunktionHinweise zur Prüfung oder Reparatur
SteuerplatineRM111C-21 oder BN638A503G51Zentrale Regelung und SignalverarbeitungAuf stabile Signalverarbeitung prüfen, typische Fehler sind Kommunikationsprobleme oder instabile Regelung
LeistungsplatineRM165C-SP-M oder BC886A021G51 BAnsteuerung der Leistungsmodule und Umsetzung der Regelung in SchaltvorgängeKritisch bei Überlast, thermischer Stress führt häufig zu Ausfällen
LeistungsteilBKO-NC1208 H88 oder MR08-DH-SP-100 (unsicher)Hauptenergiepfad für Motoransteuerung, enthält LeistungselektronikHäufige Fehlerquelle bei Overvoltage und Overcurrent, auf Alterung und thermische Schäden prüfen

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