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Mitsubishi MDS-D-V1-20 Servo Drive Unit Hauptbild 2
09.06.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi MDS-D-V1-20 Servo Drive Unit mit Netzteildefekt und Alarm 12 Speicherfehler

Als das Mitsubishi MDS-D-V1-20 bei uns eintraf, lautete die Fehlerbeschreibung des Kunden zunächst sehr eindeutig: Das Gerät ließ sich überhaupt nicht mehr einschalten. Keine Anzeige, keine Reaktion, keine Kommunikation mit der Maschinensteuerung.

Bei solchen Fehlerbildern beginnt unsere Diagnose grundsätzlich bei der Versorgungselektronik. Nach der ersten Sichtprüfung zeigten sich bereits Hinweise auf einen Defekt innerhalb der Netzteilsektion. Das Gerät wurde anschließend vollständig zerlegt und einer detaillierten Untersuchung unterzogen.

Nach umfangreichen Messungen bestätigte sich der Verdacht. Mehrere Komponenten der internen Stromversorgung arbeiteten nicht mehr innerhalb ihrer Spezifikation. Dadurch konnten die erforderlichen Betriebsspannungen für Prozessor, Speicher und Kommunikationslogik nicht mehr stabil erzeugt werden.

Die beschädigten Bauteile wurden ersetzt, die Netzteilsektion vollständig überarbeitet und anschließend erneut getestet.

Nach dem ersten erfolgreichen Einschalten schien die Reparatur zunächst abgeschlossen zu sein. Das Gerät startete wieder und zeigte erstmals Lebenszeichen.

Doch genau an dieser Stelle begann die eigentliche Herausforderung.

Während der weiteren Inbetriebnahme erschien plötzlich Alarm 12.

Laut Mitsubishi-Handbuch handelt es sich hierbei um einen Speicherfehler beziehungsweise einen Hardwarefehler, der während des internen Selbsttests erkannt wird. Das bedeutet, dass die CPU beim Einschalten Unstimmigkeiten innerhalb der Speicherverwaltung oder der Steuerungselektronik erkennt.

In der Praxis wird Alarm 12 häufig als Totalschaden interpretiert. Viele Geräte werden deshalb ersetzt, obwohl die Ursache oftmals auf einzelne Bauteile innerhalb der Steuerplatine zurückzuführen ist.

Unser Technikerteam begann daher mit einer erweiterten Analyse der Steuerplatine RM111C-21.

Durch systematische Signalverfolgung, Spannungsanalysen und Vergleichsmessungen konnten mehrere fehlerhafte elektronische Komponenten lokalisiert werden, die für die Speicherverwaltung und Kommunikationslogik verantwortlich waren.

Nach dem Austausch dieser Bauteile wurde die Platine erneut getestet.

Der Alarm 12 verschwand vollständig.

Anschließend begann die umfangreiche Überholung des gesamten Servo Drives.

Dabei wurden unter anderem:

  • alle relevanten Spannungen überprüft
  • kritische Lötstellen nachgearbeitet
  • Steckverbinder kontrolliert
  • Kühlflächen gereinigt
  • thermisch belastete Komponenten geprüft
  • Kommunikationsschnittstellen getestet

Nach Abschluss der Reparatur wurde das Gerät auf unserem Mitsubishi MDS-Testplatz in Betrieb genommen.

Dort erfolgten:

  • Einschaltzyklen
  • Kommunikationstests
  • Temperaturüberwachung
  • Belastungstests
  • Langzeittest

Während des gesamten Prüfablaufs traten keine weiteren Fehler oder Warnungen mehr auf.

Besonders interessant war bei diesem Reparaturfall die Tatsache, dass tatsächlich zwei voneinander unabhängige Fehler vorlagen.

Der erste Defekt verhinderte das Einschalten des Gerätes vollständig.

Erst nach der Behebung dieses Fehlers wurde der zweite Defekt sichtbar und führte zum Alarm 12.

Genau solche Fehlerbilder zeigen, warum eine Reparatur nicht nach dem ersten Erfolg beendet werden darf. Erst umfangreiche Funktionstests unter realistischen Bedingungen zeigen, ob tatsächlich alle Fehler beseitigt wurden.

Nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen konnte das Mitsubishi MDS-D-V1-20 wieder an den Kunden ausgeliefert werden.

Präventive Maßnahmen für den Kunden

  • Schaltschrank regelmäßig reinigen
  • Lüfter alle 2 bis 3 Jahre kontrollieren
  • Kühlkörper von Staub befreien
  • Steckverbinder jährlich prüfen
  • Versorgungsspannungen dokumentieren
  • Kondensatoren ab 15 Jahren Betriebszeit prüfen
  • Regelmäßige Isolationsmessungen durchführen
  • Temperaturentwicklung im Schaltschrank überwachen

Fazit

Dieser Reparaturfall zeigt sehr deutlich, dass hinter einem scheinbar einfachen Ausfall häufig mehrere Fehler gleichzeitig verborgen sein können.

Erst der erfolgreiche Wiederaufbau der Netzteilsektion machte den eigentlichen Speicherfehler sichtbar. Durch die Reparatur des Netzteils und der Steuerplatine konnte das Mitsubishi MDS-D-V1-20 vollständig instand gesetzt und wieder zuverlässig in Betrieb genommen werden.

Eine gründliche Diagnose, präventive Überholung und ausführliche Prüfung bleiben der Schlüssel für langfristige Betriebssicherheit und hohe Maschinenverfügbarkeit.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-D-V1-20

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

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Technische Spezifikationen

MerkmalWert
ModellMitsubishi MDS-D-V1-20
GerätetypServo Drive Unit
Leistung1,0 kW
Eingang DC270 bis 311 VDC, 7 A
Eingang AC Steuerung1-phasig 200 bis 230 VAC, 0,2 A, 50/60 Hz
Ausgang3-phasig 155 V, 4,6 A
Ausgangsfrequenz0 bis 240 Hz
Hardware-VersionE
Software-Version1501W001
Baujahr05/2003
HerstellerMitsubishi Electric
HandbuchIB-1500010
KühlungKühlkörper mit Zwangsbelüftung
Gewichtca. 4 bis 6 kg
SerieMitsubishi MDS-D Servo System

Typenschilddaten aus dem eingesandten Gerät. Die Alarm- und Fehlerinformationen stammen aus dem MDS-D/DH Instruction Manual.

Einsatzumgebung & kompatible Geräte

Der Mitsubishi MDS-D-V1-20 wurde in zahlreichen Mitsubishi CNC-Werkzeugmaschinen eingesetzt. Typische Anwendungen sind:

  • Vorschubachsen von Bearbeitungszentren
  • Drehmaschinen
  • Schleifmaschinen
  • Werkzeugwechsler
  • Kugelgewindetriebe
  • Positionierachsen

Kompatibel mit Mitsubishi MDS-D Power Supply Units und Mitsubishi AC Servomotoren der damaligen Generation.

Funktionsbeschreibung

Das MDS-D-V1-20 übernimmt die Regelung einer einzelnen Servoachse. Die Steuerung erhält Positions- und Geschwindigkeitsvorgaben von der CNC-Steuerung und wandelt diese in präzise Motorströme um.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Stromregelung
  • Drehzahlregelung
  • Positionsregelung
  • Encoder-Auswertung
  • Kommunikation mit CNC und Power Supply
  • Überwachung von Temperatur, Strom und Spannung
  • Schutzfunktionen gegen Überlast, Überstrom und Speicherfehler

Besonders wichtig ist die interne Selbstdiagnose beim Einschalten. Bereits während des Power-On-Tests werden Speicherbereiche, Prozessorfunktionen und Kommunikationspfade geprüft. Wird hierbei ein Fehler erkannt, erscheint Alarm 12 “Memory Error”.

Alarmmeldungen & Troubleshooting

AlarmBeschreibungUrsacheLösung
10UnterspannungDC-Busspannung zu niedrigNetzteil prüfen
12SpeicherfehlerHardwarefehler bei SelbsttestSteuerplatine reparieren oder ersetzen
17A/D-Wandler FehlerFehler StrommessungElektronik prüfen
18Encoder KommunikationsfehlerKeine Kommunikation zum GeberKabel und Encoder prüfen
24ErdschlussMotorkabel gegen MasseIsolation prüfen
30RekuperationsfehlerBremswiderstand überlastetBremskreis prüfen
32Leistungsmodul ÜberstromIGBT oder MotorfehlerLeistungsteil prüfen
33ÜberspannungZwischenkreis zu hochBremskreis prüfen
3BLeistungsmodul ÜbertemperaturKühlung unzureichendLüfter und Kühlkörper prüfen
45LüfterstillstandLüfter ausgefallenLüfter ersetzen
50Überlast 1Motor oder Drive überlastetBelastung reduzieren
51Überlast 2Dauerhaft hoher StromAchse prüfen
71NetzunterbrechungSpannungsabfallNetzversorgung prüfen
72Lüfterfehler NetzteilNetzteillüfter defektLüfter ersetzen

Alarm 12 wird vom Handbuch als Hardwarefehler während des Einschalt-Selbsttests beschrieben. Ursache sind interne Speicher- oder Prozessorfehler.

Bestandteile

BaugruppeBezeichnungFunktionHinweis
SteuerplatineRM111C-21 / BN638A503G51Regelung und KommunikationAlarm 12 häufig hier
LeistungsplatineRM162A-V1 / BN638A394G51CEndstufe und StromregelungLeistungsteil
LeistungsmodulMP04-DH-V1-20MotoransteuerungÜberstromschutz
NetzteilsektionintegriertVersorgung aller Elektronikhäufige Ausfallursache
KühlkörperintegriertWärmeabfuhrregelmäßig reinigen

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