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Mitsubishi MDS-B-V2-0303 Servo Drive Unit Hauptbild
27.04.2026 von Viktor Siebert
Mitsubishi MDS-B-V2-0303 Servo Drive Unit mit Alarm 32 im Warmzustand

Reparatur Story.

Der Kunde hat uns einen Mitsubishi Servo Drive vom Typ MDS-B-V2-0303 geschickt mit einer typischen, aber schwer greifbaren Fehlerbeschreibung: Alarm 32, allerdings nicht sofort, sondern erst nach etwa 30 bis 40 Minuten Bearbeitungszeit. Nach dem Abkühlen lief die Maschine wieder, bis der Fehler erneut auftrat.

In der Werkstatt konnten wir das Verhalten bestätigen. Das Gerät lief zunächst sauber, doch mit zunehmender Laufzeit stieg die Temperatur deutlich an. Auffällig war vor allem der Kühlkörper. Trotz funktionierendem Lüfter lagen wir bei rund 80°C. Das ist für diese Baugruppe klar zu hoch. Parallel dazu wurde auch der Motor ungewöhnlich warm.

Alarm 32 steht bei diesen Geräten für einen Fehler im Leistungsmodul, meist im Zusammenhang mit Überstrom oder einer fehlerhaften Endstufe.

Damit war die Richtung klar. Das Problem sitzt nicht außen, sondern im Drive selbst.

Fehlersuche aus der Praxis

Der Kunde hatte bereits typische Dinge geprüft. Verkabelung, Peripherie und grundlegende Bedingungen waren in Ordnung. Auch der Lüfter lief, also war es kein klassischer Kühlungsfehler.

Entscheidend war das Verhalten im Warmzustand. Kalt lief das Gerät stabil. Mit steigender Temperatur wurde das Verhalten auffälliger. Der Fehler kam erst unter Last und Wärme.

Das ist ein klassisches Zeichen für Bauteile, die elektrisch noch funktionieren, aber thermisch bereits an der Grenze sind.

Was wir im Gerät gefunden haben

Nach dem Öffnen und der Analyse der Leistungssektion wurde schnell klar, dass hier kein einzelner Defekt vorliegt.

Die Leistungsstufe zeigte mehrere kritische Punkte. Einige Bauteile hatten deutliche Alterungserscheinungen, andere waren thermisch bereits stark belastet. Auch die Ansteuerung der Leistungsmodule war nicht mehr stabil.

Genau diese Kombination führt dazu, dass die Verluste im System steigen. Das Gerät wird immer heißer, die Regelung wird unsauber und irgendwann greift der Schutz. In diesem Fall Alarm 32.

Das erklärt auch, warum der Motor mit warm wurde. Wenn die Endstufe nicht mehr sauber arbeitet, bekommt der Motor keine stabile Leistung mehr.

Instandsetzung

In so einem Fall bringt es nichts, nur ein einzelnes Bauteil zu tauschen. Das würde vielleicht kurzfristig funktionieren, aber der nächste Ausfall wäre vorprogrammiert.

Deshalb haben wir das Gerät komplett überarbeitet.

Die Leistungsendstufe wurde vollständig geprüft und kritische Bauteile wurden ersetzt. Die Treiberstufe, also die eigentliche Ansteuerung der Leistungsmodule, wurde ebenfalls überarbeitet. Zusätzlich wurde das Gerät gründlich gereinigt, um die Wärmeabfuhr zu verbessern. Alle thermisch belasteten Komponenten wurden gezielt erneuert.

Kurz gesagt: nicht geflickt, sondern sauber instandgesetzt.

Prüfung im Warmzustand

Nach der Reparatur kam der entscheidende Teil: der Test.

Das Gerät wurde über längere Zeit unter Last betrieben. Dabei haben wir gezielt den Temperaturverlauf beobachtet, verschiedene Betriebszustände gefahren und das Verhalten beim Starten und Stoppen geprüft.

Wichtig war vor allem der Warmzustand. Genau dort war der Fehler ursprünglich aufgetreten.

Das Ergebnis war eindeutig. Die Temperatur blieb im normalen Bereich, das Laufverhalten war sauber und es kam kein erneuter Alarm.

Damit war klar: Ursache behoben.

Fazit aus der Werkstatt

Dieser Fall zeigt sehr gut, warum thermische Fehler oft schwierig sind. Im kalten Zustand läuft alles normal. Erst unter Belastung zeigt sich das eigentliche Problem.

Typisch für solche Schäden sind gealterte Leistungselektronik, steigende Verlustleistung und instabile Ansteuerung im warmen Zustand.

Ein reiner Austausch einzelner Komponenten hätte hier nicht gereicht. Erst die komplette Überarbeitung hat das Problem nachhaltig gelöst.

Für die Praxis bedeutet das: Wenn ein Fehler erst nach längerer Laufzeit kommt, immer an Temperatur und Leistungselektronik denken und nicht nur an Kabel oder Peripherie.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-B-V2-0303

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

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Technische Daten

ParameterWert
HerstellerMitsubishi Electric
GerätetypServo Drive Unit
ModellMDS-B-V2-0303
SerieMDS B
EingangsspannungDC 270 bis 311 V / AC 200 bis 230 V
Frequenz50/60 Hz
Stromca. 6 A
Ausgang3AC, ca. 2.9 A
KühlungZwangskühlung mit Lüfter
RückführungEncoder, inkremental / seriell
Baujahrca. 1996
HerkunftJapan
Produktstatusabgekündigt / Altgerät

Wichtige Instandsetzungsschritte

BereichMaßnahmeWarum wichtig
Leistungsendstufekritische Bauteile ersetztverhindert thermisches Durchgehen
TreiberstufeAnsteuerung überarbeitetstabile Signalgebung für Leistungsmodule
Kühlkörpergereinigt und geprüftbessere Wärmeabfuhr
Elektronik gesamtpräventiv überholtvermeidet Folgeausfälle
Gerät innenkomplett gereinigtreduziert Temperatur und Kriechströme

Typische Ursache

Bei diesem Fehlerbild handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen thermischen Defekt in der Leistungsstufe.

Typische Auslöser sind gealterte Leistungshalbleiter, eine driftende Treiberstufe, steigende Verlustleistung, thermische Überlast über längere Zeit und eine ungleichmäßige Ansteuerung der Phasen.

Das führt dazu, dass das System im kalten Zustand noch stabil läuft, im Warmzustand jedoch aus dem Regelbereich läuft und schließlich abschaltet.

Alarmzuordnung

CodeFehlerbeschreibungUrsacheLösung
32Power Module Error / OvercurrentLeistungsmodul überlastet oder defektLeistungsstufe prüfen, Bauteile ersetzen
30Over regenerationBremswiderstand überlastetLast reduzieren oder Widerstand prüfen
31OverspeedDrehzahl zu hochRegelung prüfen
3AOvercurrentzu hoher MotorstromLast oder Endstufe prüfen
3BPower module overheatÜberhitzungKühlung prüfen
46Motor overheatMotor thermisch überlastetLast reduzieren
23Excessive speed errorRegelabweichung zu großFeedback prüfen
2FCommunication error EncoderSignalproblem RückführungKabel / Encoder prüfen
24Grounding errorErdschlussIsolation prüfen
50OverloadDauerüberlastMaschine / Parameter prüfen

Bestandteile

Beim Mitsubishi MDS-B-V2-0303 handelt es sich um einen klassischen Servo Drive mit klar aufgebauter Struktur. Die Hauptbaugruppen lassen sich sauber in Steuerung und Leistung aufteilen.

Übersicht der Baugruppen

BaugruppeBezeichnungFunktionHinweise zur Prüfung
SteuerplatineRK111B 12 oder BN634A815G51 DSteuerung des Drives, Signalverarbeitung, RegelungPrüfen auf thermische Schäden, kalte Lötstellen und stabile Signalverarbeitung
LeistungsplatineRK155 V2 0303 BN634A810G51A BLeistungsteil mit Endstufe für MotoransteuerungKritisch bei Überhitzung, Bauteile auf thermische Belastung prüfen
Kühlkörper mit LüfterintegriertWärmeabfuhr der LeistungsbauteileVerschmutzung und Luftstrom prüfen
Leistungsmoduleintegriert auf LeistungsplatineUmsetzung der Ansteuerung in MotorleistungTypische Fehlerquelle bei Alarm 32
TreiberstufeTeil der LeistungsplatineAnsteuerung der LeistungshalbleiterInstabilität führt zu thermischen Problemen
SpannungsversorgunginternVersorgung der Steuer- und LeistungselektronikSpannungslagen und Ripple prüfen

Prüfhinweise aus der Praxis

Das Gerät sollte nicht nur kalt geprüft werden. Gerade bei diesem Fehlerbild ist ein längerer Lauf unter Last wichtig. Sinnvoll sind mindestens 30 bis 60 Minuten Laufzeit, während Kühlkörpertemperatur, Stromaufnahme und Motorverhalten beobachtet werden.

Start und Stop sollten mehrfach geprüft werden. Wenn möglich, hilft auch eine Wärmebildkamera, um thermisch auffällige Bereiche schneller zu erkennen.

Typische Fehlermerkmale bei diesem Gerät

Typisch ist, dass der Fehler zeitverzögert auftritt. Nach dem Abkühlen funktioniert das Gerät wieder. Die Temperatur steigt trotz funktionierendem Lüfter, der Motor wird ebenfalls warm und die Abschaltung kommt unter Last sporadisch oder reproduzierbar.

Sicherheitshinweis

Vor dem Öffnen oder Abziehen von Steckern immer spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Messungen an spannungsführenden Teilen nur durch Elektrofachkraft.

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