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YASNAC POWER SUPPLY CPS-18FB Hauptbild
03.01.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines YASNAC POWER SUPPLY CPS-18FB ein sporadischer Startfehler nach Kaltzustand

Der Kunde sendete uns das YASNAC CPS-18FB mit einer zunächst ungewöhnlich klingenden Fehlerbeschreibung ein:
„Problem beim Einschalten. Nach etwa einer Stunde funktioniert alles.“

Bereits bei der ersten Inbetriebnahme bestätigte sich dieses Verhalten. Nach dem Anlegen der Netzspannung zeigte das Netzteil keinerlei Reaktion. Es waren keine Statusanzeigen aktiv, die Ausgangsspannungen blieben vollständig aus und auch die angeschlossene CNC-Steuerung zeigte keine Lebenszeichen. Klassische Sofortmaßnahmen wie Sichtprüfung, Spannungsmessungen am Eingang und eine moderate Erwärmung führten zu keinem Ergebnis.

Erst nach einer deutlich längeren Einschaltzeit von rund einer Stunde begann das Netzteil plötzlich sauber zu starten. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete es völlig unauffällig. Die +5 V und +24 V lagen stabil innerhalb der Sollwerte, auch unter Last. Wurde das Gerät anschließend abgeschaltet und vollständig spannungslos gelagert, etwa über Nacht, trat der Fehler reproduzierbar erneut auf.

Solche temperatur- und zeitabhängigen Fehler zählen zu den anspruchsvollsten Reparaturfällen. In unserer Werkstatt verfügen wir über spezielle Testeinrichtungen für CNC-Netzteile, mit denen sich sowohl Kaltstarts als auch Langzeittests unter realistischen Lastbedingungen durchführen lassen. Das CPS-18FB wurde über mehrere Zyklen hinweg gezielt kalt gestartet, überwacht und messtechnisch begleitet.

Die detaillierte Analyse zeigte schließlich, dass mehrere Bauteile in der Rückführ- und Referenzschaltung altersbedingt gedriftet waren. Die Spannungsregelung erreichte die notwendige Freigabeschwelle erst nach längerer thermischer Stabilisierung. Solange diese Schwelle nicht erreicht wurde, blieb das Netzteil vollständig gesperrt, obwohl keine klassischen Defekte wie Kurzschlüsse oder Totalausfälle vorlagen.

Nach eindeutiger Eingrenzung der Fehlerursache wurden die betroffenen Baugruppen instand gesetzt. Zusätzlich haben wir uns bewusst für einen präventiven Austausch weiterer kritischer Komponenten entschieden, da diese erfahrungsgemäß in ähnlichen Geräten ebenfalls außerhalb ihrer ursprünglichen Toleranzen liegen. Anschließend folgten mehrstufige Tests auf unseren Prüfständen, inklusive mehrfacher Kaltstarts, Dauerlauf und Belastungstests.

Das Ergebnis: Das CPS-18FB startet nun sofort, unabhängig von vorheriger Stillstandszeit oder Umgebungstemperatur. Die Spannungen liegen stabil an und die CNC-Steuerung fährt ohne Verzögerung hoch.

Dieser Reparaturfall zeigt sehr deutlich, dass sporadische Startprobleme bei älteren CNC-Netzteilen kein Zufall sind. Ohne strukturierte Analyse, geeignete Testeinrichtungen und einen präventiven Reparaturansatz bleiben solche Fehler häufig unerkannt.


Präventive Maßnahmen für den Betreiber

Regelmäßige Kontrolle der Schaltschranktemperatur
Vermeidung unnötiger kompletter Spannungsabschaltungen
Frühzeitige Prüfung bei verzögertem Startverhalten
Präventive Instandsetzung älterer Netzteile
Sicherstellung sauberer Spannungsversorgung im Schaltschrank


Fazit

Das YASNAC CPS-18FB ist ein robustes, aber altersanfälliges CNC-Netzteil. Zeitverzögerte Startprobleme sind ein klares Warnsignal für driftende Elektronik. Eine fachgerechte Reparatur mit geeigneten Testverfahren stellt die Betriebssicherheit wieder her und verhindert ungeplante Stillstände.

Info zu dem erwähnten Power Supply: YASNAC POWER SUPPLY CPS-18FB

Weitere Informationen zu unseren Yaskawa-Reparaturen finden Sie hier: Yaskawa Servopack Reparatur

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Technische Informationen

Hersteller: Yaskawa / YASNAC
Modell: CPS-18FB
Gerätetyp: Schaltnetzteil für CNC-Steuerungssysteme
Eingangsspannung: 200–230 V AC
Eingangsfrequenz: 50 / 60 Hz
Eingangsstrom: ca. 2,9 A
Ausgangsspannungen: +5 V DC, +24 V DC
Ausgangsströme: +5 V DC 1,5 A, +24 V DC 4,5 A
Montageart: Rack-Einschub, Versorgung über Backplane
Gewicht: ca. 1,5–2,0 kg
Typische Steuerungen: YASNAC J50, J300 und vergleichbare Systeme
Einbauumgebung: CNC-Schaltschrank mit zentraler Backplane-Versorgung


Einsatzumgebung und Funktion im CNC-System

Das Netzteil CPS-18FB ist eine zentrale Versorgungseinheit innerhalb älterer YASNAC-CNC-Steuerungen. Es versorgt über die Rückwandplatine des Racks sämtliche Steuerkarten, I/O-Baugruppen, Schnittstellenmodule sowie Teile der Logik- und Überwachungselektronik. Ein stabiler und sauberer Spannungsaufbau ist Voraussetzung dafür, dass die CNC-Steuerung überhaupt starten kann. Bereits geringfügige Abweichungen in den internen Referenz- oder Rückführungsspannungen führen dazu, dass das System nicht freigegeben wird.


Funktionsbeschreibung

Das CPS-18FB wandelt die Netzspannung in geregelte +5 V und +24 V Gleichspannungen um. Diese Spannungen werden intern überwacht und über eine Rückführschaltung mit Referenzwerten verglichen. Erst wenn alle Sollwerte innerhalb enger Toleranzen liegen, erfolgt die interne Freigabe der Ausgänge über die Backplane. Gleichzeitig überwacht das Netzteil Ladezeiten, Einschaltverhalten sowie thermische Zustände. Diese Schutzmechanismen sind ausfallsicher ausgelegt, reagieren jedoch empfindlich auf altersbedingte Bauteilveränderungen.


Alarmmeldungen und Troubleshooting im Zusammenhang mit der CNC-Steuerung

Fehler am CPS-18FB äußern sich häufig nicht direkt am Netzteil selbst, sondern über Störungen beim Start der CNC-Steuerung. Typische, im Zusammenhang mit der Steuerung auftretende Meldungen sind:

Code: Power Supply Error
Beschreibung: Steuerung startet nicht oder bricht Initialisierung ab
Ursache: +5 V oder +24 V nicht innerhalb der Freigabetoleranz
Maßnahme: Netzteil prüfen und instand setzen

Code: Control Voltage Abnormal
Beschreibung: Instabile Logikspannung während Power-On
Ursache: Drift in der Regel- oder Rückführungsschaltung
Maßnahme: Elektronik prüfen, präventiver Austausch kritischer Bauteile

Code: Initial Power On Failure
Beschreibung: CNC bleibt beim Einschalten ohne Anzeige
Ursache: Verzögerter Spannungsaufbau im Netzteil
Maßnahme: Netzteil diagnostizieren, Lade- und Referenzpfade prüfen

Code: Intermittent Power Loss
Beschreibung: Sporadische Neustarts oder Start erst nach längerer Zeit
Ursache: Temperaturabhängige Bauteilveränderung
Maßnahme: Reparatur mit Langzeittest und Kaltstartprüfung


Zentrale Baugruppen des Netzteils

Primärnetzteil: Wandlung der Netzspannung in interne Zwischenkreisspannungen
Sekundärregelung: Erzeugung und Stabilisierung der +5 V und +24 V
Rückführ- und Referenzschaltung: Überwachung und Freigabelogik
Filter- und Glättungseinheiten: Reduktion von Ripple und Störspannungen
Schutzschaltungen: Überwachung von Spannung, Strom und Temperatur

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