27.10.2026 von Viktor Siebert
Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11: Alarm A.84 und Encoderreparatur
Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11: Alarm A.84 nach Emulsionseintritt
Dieser Yaskawa AC Servomotor kam mit Alarm A.84 zu industrypart. Bei der Untersuchung fanden wir Emulsionseintritt durch eine Dichtung. Die entstandene Verschmutzung war in den Encoderraum gelangt. Kugellager und die Codierscheibe des Encoders waren betroffen. Wir überholten den Motor vollständig, erneuerten die Codierscheibe und führten anschließend Programmierung, Justierung und einen Test durch.
Alarm A.84 richtig einordnen
In der Eingangsbeschreibung wurde A.84 als unterbrochene Encoderverbindung bezeichnet. Die Yaskawa Referenz ordnet A.84 jedoch als Fehler der Encoderdaten ein. Ein Alarm ist zunächst eine Meldung der Überwachung und kein eindeutiger Nachweis für einen Kabelbruch. In diesem Reparaturfall ergab die Untersuchung einen Schaden im Motor und im Encoderbereich.
Das Sigma II Handbuch verwendet die Bezeichnung „Absolute Encoder Data Error“. Die ergänzende Yaskawa FAQ MNEN-5CJMKE erläutert A.84 ausdrücklich für absolute und inkrementelle Encoder. Auf dem vorliegenden Encoder steht „INCR. ENCODER UTSIH-B17CK“. Deshalb wird er hier als inkrementeller Encoder beschrieben.
Technische Daten des dokumentierten Motors
| Hersteller / Modell | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11 |
| Geräteart | AC Servo Motor |
| Nennleistung | 1.300 W / 1,3 kW |
| Nenndrehmoment | 8,34 N·m |
| Nenndrehzahl | 1.500 min⁻¹ |
| Nennspannung / Nennstrom | 400 V / 8,3 A |
| Betriebsart / Isolationsklasse | CONT. / F |
| O/N | 6G0073 034 -009 |
| S/N | B0065F076410009 |
| DATE | 0605 |
| Encoder laut Kennzeichnung | UTSIH-B17CK, INCR. ENCODER |
| Verstärker beim Werkstatttest | Yaskawa SGDH-10DE-OY |
Die elektrischen und mechanischen Nennwerte stammen vom gelieferten Typenschild. Die Nenndrehzahl ist keine Angabe zur maximal zulässigen Drehzahl. Isolationsklasse F beschreibt eine thermische Klassifizierung, keinen aktuellen Isolationsmesswert. Die Bezeichnung des Testverstärkers entspricht der Werkstattangabe.
Motor, Rückführung und Verstärker im Zusammenspiel
Der Servoverstärker stellt die geregelte elektrische Leistung für den Motor bereit. Der Motor erzeugt daraus Drehmoment an der Welle. Die Rückführung liefert die Bewegungsinformation für die Regelung. Leistungsweg und Signalweg sind deshalb getrennt zu betrachten: Eine intakte Wicklung allein gewährleistet noch keine zuverlässige Bewegung, wenn die Rückführung gestört ist.
Zur mechanischen Baugruppe gehören Welle, Rotor und Lagerung. Die Dichtstellen begrenzen den Eintritt von Flüssigkeit und Schmutz. Im Encoder wird die Drehbewegung erfasst; die Codierscheibe ist Teil dieser Erfassung. Beschädigung oder Verschmutzung in diesem Bereich kann die zuverlässige Rückmeldung beeinträchtigen. Die mechanische Instandsetzung und die anschließende Abstimmung des Encoders gehören deshalb zusammen.
Für Ersatzteile ist die vollständige Ausführung SGMGH-13DCA-YG11 maßgeblich. Gleiche Leistung und äußerlich passende Steckverbinder reichen als Austauschfreigabe nicht aus. Flansch, Welle, elektrische Daten, Rückführung, Anschlussbelegung und die maschinenseitigen Einstellungen müssen übereinstimmen. Der Test am SGDH-10DE-OY dokumentiert die verwendete Werkstattkombination und ersetzt keine Freigabe für andere Maschinenkonfigurationen.
Befund und ausgeführte Reparatur
| Bereich | Befund und Maßnahme |
| Dichtungen | Emulsionseintritt durch eine Dichtung festgestellt; Dichtungen erneuert. |
| Kugellager | Schaden im Zusammenhang mit dem Flüssigkeits- und Schmutzeintritt; Kugellager ersetzt. |
| Encoder UTSIH-B17CK | Codierscheibe erneuert; erneuerter Encoder auf den Motor programmiert und justiert. |
| Gehäuse und Oberflächen | Gründlich gereinigt, alten Lack entfernt und mit speziellem Industrielack lackiert. |
| Gesamtgerät | Präventiv überholt und anschließend mit Yaskawa SGDH-10DE-OY getestet. |
Das Erneuern der Codierscheibe beseitigt den dokumentierten Schaden an der Erfassung. Die Programmierung und Justierung ordnen die Rückführung dem jeweiligen Motor zu. Eine Lackierung verbessert den Oberflächenzustand, ersetzt aber weder eine intakte Dichtung noch den Schutz der Anschlüsse vor Emulsion.
Was bei der Fehlersuche getrennt geprüft werden sollte
Bei einer Rückführungsstörung sind Encoder, Steckverbindungen, Leitung und Verstärker als mögliche Fehlerbereiche voneinander abzugrenzen. Sichtbare Flüssigkeitsspuren helfen, einen Eintrittsweg zu verfolgen. Sie ersetzen jedoch keine Funktionsprüfung. Ebenso beweist eine Alarmmeldung allein noch nicht, dass der Geber vollständig ausgefallen ist.
Die Untersuchung sollte außerdem die Lagerung und mögliche Schwingungsquellen berücksichtigen. Die Yaskawa FAQ nennt für A.84 unter anderem Störeinflüsse und übermäßige mechanische Schwingungen. Im vorliegenden Fall wurde jedoch konkret der Flüssigkeits- und Schmutzeintritt festgestellt. Diese bestätigte Ursache ist von allgemeinen Diagnosemöglichkeiten zu unterscheiden.
Ausgewählte Alarmreferenz für Sigma II SGDH
Nur A.84 wurde für diesen Fall gemeldet. Die übrigen Einträge dienen der Abgrenzung anhand der genannten Serienunterlage. Die konkrete Software und Maschinenvariante sind bei der Anwendung zu berücksichtigen.
| A.10 | Überstrom oder Kühlkörperübertemperatur |
| A.51 | Überdrehzahl |
| A.71 / A.72 | Überlast |
| A.84 | Encoderdatenfehler, siehe Einordnung oben |
| A.C9 | Encoderkommunikationsfehler |
| A.CA | Encoderparameterfehler |
| A.Cb | Encoderrückantwortfehler |
| A.d0 | Zu große Positionsabweichung |
Prüflauf und vorbeugende Maßnahmen
Nach der Überholung wurde der Motor mit dem Yaskawa SGDH-10DE-OY getestet. Das Video zeigt einen Ausschnitt des tatsächlichen Prüflaufs. Ein konkretes Lastprofil, eine Prüfdauer und bezifferte Messwerte wurden für diesen Bericht nicht angegeben.
Für die Instandhaltung empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Dichtstellen, Steckbereiche und Leitungswege auf Feuchtigkeit und Ablagerungen. Wiederkehrender Emulsionseintritt sollte an seiner Quelle beseitigt werden. Neue Dichtungen allein können eine dauerhaft ungünstige Einbausituation nicht ausgleichen. Auffällige Geräusche oder Veränderungen des Laufverhaltens sollten frühzeitig untersucht werden.
Quellen und Geltungsbereich
Fallbezogene Angaben: Kundenbeschreibung, Werkstattbefund, Typenschild, Encoderfoto und Originaltestvideo. Herstellerreferenzen: Yaskawa Sigma II Servo System User’s Manual, YEA-SIA-S800-32.2, Rev. K-1, Abschnitt 9.2, insbesondere Seite 9-22 sowie Alarmübersicht Seiten 9-40 und 9-41; ergänzend Yaskawa FAQ MNEN-5CJMKE (30.06.2008).
Testvideo nach der Überholung
Bilder vor und nach der Reparatur
Vor der Reparatur: Welle und Gehäuse | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Vor der Reparatur: Encoderseite | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Nach der Reparatur: Frontansicht | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Nach der Reparatur: Anschlüsse | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Nach der Reparatur: Seitenansicht | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Nach der Reparatur: Gegenseite | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Nach der Reparatur: Encodergehäuse | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Typenschild | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Encoder UTSIH-B17CK | Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11
Reparatur anfragen
Senden Sie uns die vollständige Motorbezeichnung, das Typenschild, den Verstärkertyp und die beobachtete Alarmmeldung. Angaben zu Flüssigkeitseintritt und Betriebsbedingungen helfen bei der Diagnose. industrypart unterstützt Sie mit Reparatur und präventiver Überholung industrieller Servomotoren.
Yaskawa SGMGH-13DCA-YG11 AC Servo Motor
Weitere Informationen finden Sie bei unserem Yaskawa Reparaturservice.