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Yaskawa Servopack SGDM-04ADY37 Ver. 10107-0 Hauptbild
12.01.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Yaskawa Servopack SGDM-04ADY37 Ver. 10107-0 nach Netzkurzschluss und Alarm 03

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Das Yaskawa Servopack SGDM-04ADY37 Ver. 10107-0 wurde vom Kunden mit der Fehlerbeschreibung „Alarm 03“ eingesendet. Zusätzlich wurde angegeben, dass es zuvor zu einem Kurzschluss im Netz gekommen sei. Ob dieser Netzfehler direkten Einfluss auf den Servoverstärker hatte, war zum Zeitpunkt der Einsendung nicht eindeutig zu klären. Die Maschine hatte zuvor über einen längeren Zeitraum stabil gearbeitet, der Fehler trat plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung auf.

Alarm 03 gehört bei der SGDM-Serie zu den schwerwiegenden Schutzmeldungen, da er auf eine Störung im Bereich der Leistungs- oder Steuerlogik hinweist. Erfahrungsgemäß können solche Alarme sowohl durch externe Einflüsse wie Netzstörungen als auch durch interne Alterungsprozesse ausgelöst werden. Ziel der Untersuchung war es daher, eindeutig zu klären, ob das Gerät reparabel ist und welche Baugruppen betroffen sind.

Eingangsprüfung und erste Diagnose

Nach dem Eintreffen des Geräts erfolgte zunächst eine vollständige Sichtprüfung. Äußerlich waren keine Brandspuren oder mechanischen Beschädigungen erkennbar. Auch die Steckverbinder zeigten keine offensichtlichen Auffälligkeiten. Das Gehäuse wurde anschließend geöffnet, um eine detaillierte interne Inspektion durchführen zu können.

Bereits bei der ersten Messung der internen Versorgungsspannungen zeigte sich, dass die Steuerlogik nicht mehr stabil arbeitete. Das Servopack ließ sich nicht zuverlässig initialisieren, der Alarm 03 war reproduzierbar. Weitere Messungen bestätigten, dass Teile der Steuerplatine fehlerhafte Referenzwerte lieferten und interne Prüfsequenzen nicht korrekt abgeschlossen wurden.

Ursachenanalyse im Zusammenhang mit Netzstörungen

Ein Kurzschluss im Versorgungsnetz stellt für Servoantriebe eine erhebliche Belastung dar, selbst wenn vorgeschaltete Sicherungen oder Netzfilter vorhanden sind. In vielen Fällen entstehen dabei sehr kurze, aber hochenergetische Spannungsspitzen. Diese können insbesondere empfindliche Komponenten der Steuerplatine beeinträchtigen, ohne dass unmittelbar sichtbare Schäden entstehen.

Im vorliegenden Fall zeigte sich, dass die Leistungsendstufe selbst keine Auffälligkeiten aufwies. Die IGBT-Stufen, Zwischenkreiskomponenten und der Kühlkörperbereich waren elektrisch und thermisch unauffällig. Die Störung war eindeutig auf die Steuerplatine begrenzt. Aufgrund interner Schäden in der Logik- und Signalverarbeitung war eine Instandsetzung auf Bauteilebene nicht mehr sinnvoll und technisch nicht zuverlässig möglich.

Entscheidung zur Baugruppenersetzung

Nach Abwägung aller Messergebnisse wurde entschieden, die komplette Steuerplatine zu ersetzen. Eine punktuelle Reparatur hätte keine dauerhafte Betriebssicherheit gewährleistet. Für diesen Gerätetyp steht eine geprüfte und kompatible Ersatzsteuerplatine zur Verfügung, die mechanisch und elektrisch vollständig zum SGDM-04ADY37 passt.

Vor dem Austausch wurden sämtliche vorhandenen Parameter gesichert. Die Parametrierung ist bei diesen Servopacks stark an die jeweilige Maschine angepasst, weshalb eine vollständige Übertragung essenziell ist, um spätere Inbetriebnahmeprobleme zu vermeiden.

Austausch der Steuerplatine und präventive Überholung

Nach dem Ausbau der defekten Steuerplatine wurde die Ersatzplatine eingesetzt und fachgerecht montiert. Anschließend erfolgte die vollständige Parameterübertragung. Nach erfolgreicher Initialisierung wurde das Gerät erneut geprüft und schrittweise hochgefahren.

Im Rahmen der Reparatur wurde das Servopack zusätzlich präventiv überholt. Dazu gehörten die Reinigung aller internen Baugruppen, die Überprüfung der Lüfterfunktion, die Kontrolle thermisch belasteter Steckverbindungen sowie eine allgemeine Zustandsbewertung der leistungselektronischen Komponenten. Ziel dieser Maßnahmen ist es, altersbedingte Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer des Geräts zu verlängern.

Funktionstest und Abschlussprüfung

Nach Abschluss aller Arbeiten wurde das SGDM-04ADY37 auf einem geeigneten Testaufbau betrieben. Dabei wurden alle relevanten Betriebszustände simuliert, darunter Einschaltverhalten, Freigabe, Lastwechsel und Dauerbetrieb. Das Servopack arbeitete in allen Prüfphasen stabil und ohne erneute Fehlermeldungen.

Die Alarmhistorie blieb leer, die Regelung reagierte sauber und reproduzierbar. Nach bestandener Endprüfung wurde das Gerät für den Rückversand vorbereitet.

Fazit

Der vorliegende Reparaturfall zeigt deutlich, dass externe Netzstörungen auch bei robusten Servoantrieben zu schwerwiegenden internen Schäden führen können. Besonders die Steuerplatinen reagieren empfindlich auf Spannungsspitzen. Durch den gezielten Austausch der betroffenen Baugruppe, die saubere Parameterübertragung und eine präventive Überholung konnte das Yaskawa Servopack SGDM-04ADY37 jedoch vollständig wiederhergestellt werden. Eine strukturierte Diagnose und ein konservativer Reparaturansatz sind hierbei entscheidend für eine nachhaltige Lösung.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Yaskawa Servopack SGDM-04ADY37 Ver. 10107-0

Mehr Informationen zu unserer Yaskawa-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Yaskawa Sigma II Reparatur bei Industrypart

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Technische Spezifikationen

MerkmalWert
HerstellerYaskawa Electric
ModellSGDM-04ADY37
SerieSigma II
Version10107-0
Eingangsspannung200–230 V AC
Eingangsphase1-phasig
Ausgangsspannung0–230 V AC
Ausgangsphase3-phasig
Nennleistungca. 0,4 kW
Nennstrom Ausgangca. 2,8 A
SchutzartIP1X
KühlungZwangsbelüftet
HerstellungslandJapan

Typische Einsatzumgebung und Anwendungen

EinsatzbereichBeschreibung
CNC-WerkzeugmaschinenVorschubachsen
SondermaschinenPositionier- und Handlingachsen
AutomatisierungPräzise Geschwindigkeits- und Drehmomentregelung
ProduktionsanlagenDauerbetrieb

Alarmmeldungen und Troubleshooting Yaskawa SGDM-04ADY37 (Σ-II)

AlarmcodeBezeichnungBedeutungTypische UrsacheEmpfohlene Maßnahme
A.03Main Circuit Encoder ErrorAbnormale Erkennungsdaten der HauptschaltungStörung der internen Steuerlogik, instabile interne Spannungsversorgung, Schaden an der SteuerplatineSteuerplatine prüfen, in der Regel Austausch erforderlich
A.02Parameter BreakdownEEPROM Daten fehlerhaftParameterverlust durch Spannungseinbruch oder AlterungParameterinitialisierung, bei Wiederholung Austausch der Steuerplatine
A.04Parameter Setting ErrorUngültiger ParameterwertFalsche oder beschädigte ParametrierungParameter prüfen und neu laden
A.05Combination ErrorServomotor und Servopack nicht kompatibelFalsche LeistungszuordnungPassende Motor-Servopack-Kombination herstellen
A.10Overcurrent / Heatsink OverheatedÜberstrom oder Überhitzung erkanntKurzschluss, Netzstörung, defekte LeistungsansteuerungLeistungsstufe prüfen, Kühlung kontrollieren
A.30Regeneration ErrorFehler im RekuperationskreisDefekter Bremswiderstand oder AnsteuerungRegenerationskreis prüfen
A.32Regenerative OverloadRekuperationsenergie zu hochHäufige Bremszyklen, falsche ParametrierungLastprofil prüfen
A.33Main Circuit Wiring ErrorFehlerhafte EinspeisungFalsche NetzverdrahtungNetzanschluss prüfen
A.40OvervoltageDC-Zwischenkreisspannung zu hochNetzspitzen, starke RekuperationNetzqualität prüfen
A.41UndervoltageDC-Zwischenkreisspannung zu niedrigSpannungseinbruch, NetzproblemVersorgung prüfen
A.71Overload High LoadKurzzeitige starke ÜberlastMechanische Blockade, AchsproblemMechanik prüfen
A.72Overload Low LoadDauerhafte ÜberlastFalsche AchsauslegungAchsauslegung prüfen
A.7AHeat Sink OverheatedKühlkörper zu heißLüfterausfall, VerschmutzungLüfter und Kühlkanäle prüfen
A.bFSystem AlarmInterner SystemfehlerSteuerplatinenfehlerAustausch der Steuerplatine
A.C9Encoder Communication ErrorKommunikation Encoder gestörtKabel, Encoder oder LogikproblemEncoderkreis prüfen
A.F1Power Line Open PhasePhase fehltNetzproblemNetzversorgung prüfen

Einordnung von Alarm A.03 im konkreten Reparaturfall

Alarm A.03 ist kein klassischer Motor- oder Encoderfehler, sondern ein interner Steuerungsalarm, der direkt die Hauptschaltungsüberwachung betrifft.
Er tritt typischerweise auf bei:

  • Spannungseinbrüchen oder Netzkurzschlüssen
  • internen Referenzfehlern der Steuerplatine
  • gealterten oder beschädigten Logikbaugruppen

Dass in deinem Fall die Leistungsstufe unauffällig war und die Steuerplatine irreparabel geschädigt, passt exakt zur offiziellen Yaskawa-Fehlerbeschreibung und bestätigt die getroffene Reparaturentscheidung.


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