18.01.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Yaskawa Servopack SGDH-08AE-SY202 mit Alarm A.71
Ausgangssituation und Fehlerbild bei Anlieferung.
Das Yaskawa Servopack SGDH-08AE-SY202 Ver. 0F214-0 wurde uns mit dem gemeldeten Alarm A.71 eingesendet. Laut Kundenbeschreibung trat der Fehler unregelmäßig auf, meist beim Einschalten der Maschine oder kurz nach dem Aktivieren des READY-Zustands. In mehreren Fällen kam es dazu, dass die Achse nicht freigegeben wurde und die Maschine nicht anlaufen konnte. Ein klarer Zusammenhang mit einer mechanischen Überlast oder einer konkreten Bedienhandlung war nicht erkennbar.
Der Alarm A.71 steht bei Yaskawa Sigma-II Servopacks für eine kurzzeitige Unterbrechung der Versorgung oder eine instabile Einspeisung der internen Stromversorgung. In der Praxis ist dieser Fehler besonders kritisch, da er häufig nicht dauerhaft reproduzierbar ist und sowohl durch externe Einflüsse als auch durch interne Alterungsprozesse ausgelöst werden kann.
Zustand des Geräts bei Eingangskontrolle
Bei der visuellen Eingangskontrolle zeigte sich zunächst ein äußerlich gepflegtes Gerät ohne offensichtliche mechanische Beschädigungen. Lüfter, Kühlkörper und Gehäuse wiesen jedoch altersbedingte Verschmutzungen auf. Im Inneren waren feine Staubablagerungen sichtbar, insbesondere im Bereich der Leistungssektion und der Netzteilbaugruppen. Hinweise auf frühere Reparaturen oder nicht originale Eingriffe waren nicht erkennbar.
Bereits hier zeigte sich ein typisches Bild für Servopacks dieser Generation, die über viele Jahre im Dauerbetrieb eingesetzt wurden. Auch wenn solche Geräte äußerlich oft noch unauffällig wirken, sind interne Bauteile häufig bereits deutlich gealtert.
Diagnose und Ursachenanalyse
Nach der Reinigung und Vorbereitung wurde das Servopack an unserem Sigma-II Testplatz in Betrieb genommen. Der Alarm A.71 ließ sich gezielt provozieren, indem das Gerät mehrfach ein und ausgeschaltet wurde. Dabei fiel auf, dass die interne Spannungsversorgung beim Hochlauf nicht immer stabil aufgebaut wurde. In einzelnen Zyklen kam es zu kurzen Spannungseinbrüchen, die unmittelbar zum Alarm führten.
Messungen an den internen Versorgungen zeigten, dass die Stabilität der Hilfsspannungen nicht mehr durchgehend innerhalb der Sollwerte lag. Besonders bei kaltem Gerät und nach längerer Stillstandszeit war das Verhalten auffällig. Dieses Fehlerbild ist typisch für altersbedingte Veränderungen in der Stromversorgung, bei denen Bauteile ihre ursprünglichen elektrischen Eigenschaften verlieren.
Wichtig war in diesem Fall die klare Abgrenzung zu externen Ursachen wie Netzeinbrüchen, defekten Schützen oder fehlerhafter Maschinenverdrahtung. Durch den Betrieb am unabhängigen Testplatz konnte eindeutig festgestellt werden, dass die Ursache im Servopack selbst lag.
Reparaturablauf und Instandsetzung
Im nächsten Schritt wurde das Gerät vollständig zerlegt. Alle Baugruppen wurden separat geprüft und gründlich gereinigt. Besonderes Augenmerk lag auf der Netzteilsektion und den Bereichen, die für die interne Spannungsversorgung verantwortlich sind.
Im Rahmen der Instandsetzung wurde das Servopack präventiv überholt. Ziel war nicht nur die Beseitigung des akuten Fehlers, sondern eine nachhaltige Stabilisierung des gesamten Geräts. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Servopack wieder montiert und für den Dauertest vorbereitet.
Testverfahren und Qualitätssicherung
Der abschließende Test erfolgte über mehrere Stunden unter wechselnden Lastbedingungen. Das Gerät wurde mehrfach kalt und warm gestartet, um gezielt die zuvor kritischen Situationen zu simulieren. Zusätzlich wurden Spannungseinbrüche, Netzschwankungen und Lastwechsel nachgestellt.
Während des gesamten Testlaufs trat der Alarm A.71 nicht mehr auf. Alle internen Spannungen blieben stabil innerhalb der spezifizierten Bereiche. Die Achsregelung arbeitete ruhig und reproduzierbar, sowohl im Leerlauf als auch unter Last.
Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Tests wurde das Servopack für die Rücklieferung freigegeben.
Präventiver Hinweis für den Kunden
Der vorliegende Fall zeigt deutlich, dass Fehler wie A.71 häufig nicht plötzlich entstehen, sondern das Ergebnis eines schleichenden Alterungsprozesses sind. Gerade bei älteren Sigma-II Servopacks empfehlen wir eine präventive Überholung, bevor es zu ungeplanten Maschinenstillständen kommt. Eine rechtzeitige Instandsetzung ist in der Regel deutlich kosteneffizienter als ein Ausfall im laufenden Betrieb.
Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum:
Yaskawa Servopack SGDH-08AE-SY202
Mehr Informationen zu unserer Yaskawa-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Yaskawa Sigma II Reparatur bei Industrypart
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Technische Spezifikationen
| Merkmal | Wert |
|---|
| Modell | Yaskawa SGDH-08AE-SY202 |
| Serie | Sigma II |
| Software Version | 0F214-0 |
| Eingangsspannung | 220–230 V AC |
| Phasen | 1-phasig |
| Ausgangsspannung | 0–230 V AC |
| Ausgangsphasen | 3-phasig |
| Nennleistung | ca. 0,8 kW |
| Nennstrom | ca. 5,7 A |
| Schutzart | IP1X |
| Kühlung | Lüftergekühlt |
| Hersteller | Yaskawa Electric |
| Herkunft | Made in Japan |
Einsatzumgebung und kompatible Geräte
Das SGDH-08AE-SY202 wird typischerweise in CNC-Maschinen, Handling-Systemen und Automatisierungsanlagen eingesetzt. Es ist kompatibel mit Yaskawa Sigma-II Servomotoren der entsprechenden Leistungsklasse. Typische Anwendungen sind Vorschubachsen, Positioniersysteme und präzise Bewegungsachsen.
Funktionsbeschreibung
Das Servopack übernimmt die vollständige Leistungsversorgung und Regelung des angeschlossenen Servomotors. Es verarbeitet Sollwerte aus der Maschinensteuerung, regelt Strom, Drehmoment und Position und stellt Schutzfunktionen gegen elektrische und thermische Fehler bereit. Die interne Stromversorgung ist dabei eine zentrale Komponente für die Betriebssicherheit.
Alarmmeldungen und Troubleshooting
| Code | Beschreibung | Ursache | Maßnahme |
|---|
| A.71 | Momentane Stromunterbrechung | Instabile Versorgung, interne Spannungsprobleme | Servopack prüfen und instandsetzen |
| A.33 | Überstrom | Lastproblem, Elektronikfehler | Elektronik prüfen |
| A.50 | Überlast | Mechanische Überlast | Achse prüfen |
| A.51 | Dauerüberlast | Dauerhafte hohe Last | Prozess anpassen |
| A.70 | Spannungsfehler | Netzschwankung | Versorgung prüfen |
| A.45 | Lüfterfehler | Kühlung unzureichend | Lüfter prüfen |
| A.10 | Überstrom Leistungsteil | Kurzschluss oder Defekt | Reparatur notwendig |
Bestandteile
| Baugruppe | Funktion | Hinweis |
|---|
| Leistungsmodul | Motoransteuerung | Thermisch kritisch |
| Netzteilsektion | Interne Spannungen | Alterungsanfällig |
| Steuerplatine | Regelung und Kommunikation | Empfindlich gegen Spannungsschwankungen |
| Lüftereinheit | Kühlung | Regelmäßig prüfen |
| Kühlkörper | Wärmeabfuhr | Sauberkeit wichtig |