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Yaskawa CIMR-M5N2030 AC Inverter Ansicht 1
03.04.2026 von Viktor Siebert
Yaskawa CIMR-M5N2030 AC Inverter mit stark vibrierendem Spindelmotor ohne aktive Störmeldung

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Bei diesem Reparaturfall ging es um einen Yaskawa CIMR-M5N2030 AC Inverter aus einer Werkzeugmaschinenanwendung. Auffällig war vor allem, dass in der Kundenmaschine zunächst alles stark nach einem Motorschaden aussah. Der Spindelmotor lief sehr laut, deutlich rau und mit massiven Vibrationen. Eine klassische Störmeldung lag am Gerät nicht an. Genau das macht solche Fälle in der Praxis schwierig. Wenn der Motor mechanisch und akustisch so deutlich auffällig ist, liegt der Verdacht in der Regel zuerst beim Motor selbst.

Für den Kunden ist diese Situation oft unbefriedigend, weil sich die Ursache im eingebauten Zustand nicht sauber zuordnen lässt. Motor, Leistungsteil und Maschine beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Fall war unsere Empfehlung, zuerst den Inverter zu tauschen, weil sich das schneller und sicherer prüfen ließ als ein kompletter Motorausbau. Der Kunde hat daraufhin ein Tauschgerät organisiert. Nach dem Tausch war das Fehlerbild in der Maschine sofort verschwunden. Damit war klar, dass die Ursache nicht primär im Motor lag, obwohl das Laufverhalten genau diesen Eindruck erzeugt hatte.

Eingangskontrolle und erste Diagnose

Nach dem Eintreffen bei uns wurde der Inverter unmittelbar am Prüfstand getestet. Der Techniker konnte das gemeldete Verhalten direkt nachvollziehen. Auch bei uns lief der angeschlossene Motor extrem unruhig, mit deutlich hörbarer Schwingungsanregung und auffälligem Laufgeräusch. Das war ein wichtiger Punkt, weil sich damit der Maschinenverbund als alleinige Ursache ausschließen ließ.

In der Eingangskontrolle wurde zuerst die Grundfunktion geprüft. Da keine aktive Fehlermeldung anlag, lag der Fokus auf dem Ausgangsverhalten. Bei der Messung der Ausgangsgrößen an U, V und W zeigte sich, dass die Phasen unter Last nicht mehr sauber gleichmäßig arbeiteten. Besonders die Stromverteilung war ungleich. Genau solche asymmetrischen Ausgangsbedingungen führen dazu, dass ein Motor zwar noch anläuft und dreht, aber elektromagnetisch unsauber gespeist wird. Für den Betreiber wirkt das dann wie ein mechanischer Motorschaden, obwohl die eigentliche Ursache im Leistungsteil liegt.

Technische Analyse

Das Fehlerbild passt zu einem Schadensmuster, das wir aus dieser Serie bereits kennen. Die Endstufe war noch nicht vollständig ausgefallen, arbeitete aber nicht mehr symmetrisch. In solchen Zuständen entstehen keine zwingenden Schutzabschaltungen. Das Gerät kann also formal noch betriebsbereit erscheinen, während die Leistungsabgabe bereits deutlich verschoben ist. Genau das ist in der Praxis tückisch.

Technisch führt eine geschwächte Leistungsendstufe dazu, dass die Motorphasen nicht mehr gleichmäßig angesteuert werden. Der Motor erhält dann kein sauberes Drehfeld mehr. Das Resultat ist ein rauer Lauf, erhöhter Geräuschpegel, deutliche Vibration und unter Umständen auch eine thermisch ungünstige Belastung des Motors. Von außen betrachtet spricht fast alles für Lagerproblem, mechanischen Schleifkontakt oder Wicklungsfehler. Tatsächlich kann aber die Ursache in gealterten oder vorgeschädigten Funktionsgruppen der Leistungsansteuerung liegen.

In diesem Fall waren mehrere Bauteile in den Leistungsansteuerungskanälen bereits verbraucht und in einem kritischen Zustand. Sie arbeiteten noch gerade so weit, dass keine eindeutige Alarmabschaltung ausgelöst wurde, aber nicht mehr ausreichend stabil für eine saubere symmetrische Phasenansteuerung. Das erklärt auch, warum der Motor noch drehte, aber akustisch und dynamisch stark auffällig war.

Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Für die Instandsetzung wurde das Gerät vollständig geöffnet und die betroffenen Leistungsstufen technisch überarbeitet. Dabei wurde nicht auf Einzelteilebene selektiv geflickt, sondern die kritischen Bereiche der Leistungsansteuerung konsequent überholt. Alle funktional auffälligen und erfahrungsgemäß belasteten Komponenten in diesen Stufen wurden ersetzt.

Zusätzlich wurde das Gerät gereinigt, thermisch relevante Kontaktflächen wurden kontrolliert und die Baugruppen insgesamt auf Folgeschäden geprüft. Da das System zusammen mit einem originalen Yaskawa CIMR-MR5N2030 AC Converter betrieben wird, wurde auch dieser präventiv mit überarbeitet. Das war sinnvoll, weil in solchen Antriebssystemen Inverter und Converter elektrisch eng zusammenarbeiten und altersbedingte Schwächen häufig nicht nur in einer Baugruppe auftreten.

Der präventive Teil der Überholung ist in solchen Fällen wichtig. Wenn ein Gerät bereits durch unsymmetrische Leistungsabgabe auffällig geworden ist, reicht es nicht, nur den unmittelbar sichtbaren Fehler zu beseitigen. Entscheidend ist, die belasteten Funktionsgruppen insgesamt wieder in einen stabilen Zustand zu bringen. Nur so lässt sich vermeiden, dass kurz nach der Rückkehr in die Maschine ein Folgefehler entsteht.

Abschließender Funktionstest

Nach der Instandsetzung wurde der Inverter am Prüfstand unter Last geprüft. Getestet wurden Ein und Aus Verhalten, sauberes Hochlaufen, niedrige Drehzahl, mittlere Drehzahl und höhere Drehzahlbereiche. Parallel dazu wurden Ausgangsverhalten, Phasengleichlauf, Stromsymmetrie und thermisches Verhalten überwacht.

Wichtig war vor allem, dass der vorher deutlich vibrierende Motor nach der Überarbeitung wieder ruhig und gleichmäßig lief. Genau dieser Vergleich war hier aussagekräftiger als jede reine Funktionsfreigabe. Das Laufbild war nach der Reparatur wieder stabil, die Phasenströme zeigten keine auffällige Ungleichheit mehr und auch bei Lastwechseln blieb das Verhalten unkritisch. Zusätzlich wurde kontrolliert, dass keine ungewöhnliche Erwärmung in den überarbeiteten Leistungsbereichen auftritt.

Fazit

Dieser Fall zeigt sehr deutlich, dass ein stark vibrierender und lauter Spindelmotor nicht automatisch ein Motorschaden sein muss. Wenn ein Inverter in der Leistungsendstufe unsymmetrisch arbeitet, kann das Fehlerbild mechanisch täuschend echt wirken. Gerade ohne aktive Alarmmeldung ist die Zuordnung in der Maschine schwierig. Die nachhaltige Lösung war hier die vollständige Überarbeitung der betroffenen Leistungsstufen und die ergänzende präventive Instandsetzung des zugehörigen Converters. Danach lief der Antrieb am Prüfstand wieder ruhig, gleichmäßig und unter Last stabil.

Vor dem Öffnen oder Abziehen von Steckern immer spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Messungen an spannungsführenden Teilen nur durch Elektrofachkraft mit geeigneter Ausrüstung und nach lokalen Regeln.

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Yaskawa Inverter CIMR-M5N2030

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Technische Spezifikationen

FeldWert
HerstellerYaskawa Electric Corporation
GerätetypAC Inverter für Werkzeugmaschinenantrieb
ModellbezeichnungCIMR-M5N2030
SerieVARISPEED 626M5 / 656MR5
LeistungEingang ca. 37,2 kW laut Typenschildfoto
EingangsspannungDC 270 bis 325 V laut Typenschildfoto
AusgangsspannungAC 3-phasig 0 bis 230 V laut Typenschildfoto
Nennstromca. 88 A aus 35,2 kVA bei 230 V 3-phasig abgeleitet
SteuerungsartTransistorisierte PWM Vektorregelung / Spindelantriebskonzept
RückführungJe nach Maschinenaufbau Encoder bzw. Orientierungs- oder Spindelrückführung, AL-Codes für Encoder- und Orientierungskreise sind dokumentiert
KühlungZwangskühlung / interne Kühlung, Lüfterüberwachung dokumentiert
Schutzartca. Schaltschrankgerät, typischerweise IP20
Umgebungstemperaturca. 0 bis 55 °C für das Drive-System, je nach Baugruppe
MontageSchaltschrank, vertikal
HerkunftJapan
ProduktstatusÄltere Bestandsserie, im Feld weiterhin häufig im Einsatz

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typische Maschinen
Werkzeugmaschinen, Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Schleifmaschinen und Spindelanwendungen mit geregeltem Hauptantrieb. Die Manualdaten beschreiben das System als vektorregelten Maschinenwerkzeugantrieb mit rückspeisefähigem Aufbau und zugehörigem Inverter- und Converter-Konzept.

Typische Baujahre
Ca. 1990er Jahre bis frühe 2000er Jahre, je nach Maschinenhersteller und Retrofitstand.

Typische Anwendungen
Spindelantriebe mit Drehzahlregelung, Orientierungsfunktionen, Encoderanbindung und CNC-Einbindung. Die dokumentierten Inverteralarme enthalten unter anderem Encoder-, Orientierungskarten-, Magnetsensor- und YENET-Kommunikationsfehler, was die typische Einbindung in Werkzeugmaschinen bestätigt.

Anforderungen an Umgebung und Schaltschrank
Saubere Kühlluft, stabile Versorgung, kurze und fachgerecht verlegte Leistungs- und Geberleitungen, gute Erdung und ausreichende thermische Reserven. Das Manual nennt unter anderem Überhitzungs-, Unterspannungs-, Lüfter- und Thermistorfehler als Schutzfunktionen.

Hinweise zu thermischer und elektrischer Belastung
Besonders kritisch sind hohe Lastwechsel, wiederholte Beschleunigungs- und Bremsvorgänge, erhöhte Schaltschranktemperaturen und gealterte Kühl- oder Leistungskomponenten. Dass das System auf Überstrom, Überlast, Übertemperatur, Unterspannung und Regelfehler reagiert, ist in den Alarmtabellen dokumentiert.

Funktionsbeschreibung

Grundfunktion
Der CIMR-M5N2030 erzeugt aus einer DC-Zwischenkreisspannung einen geregelten dreiphasigen AC-Ausgang für den Spindelmotor. Das zugehörige System ist als vektorregelter Maschinenwerkzeugantrieb mit Schutz- und Überwachungsfunktionen ausgeführt.

Zusammenspiel Leistungsteil, Regelung und Rückführung
Das Leistungsteil erzeugt die Motorphasen U, V und W. Die Regelung verarbeitet Sollwerte, Zustände und Rückmeldungen. Je nach Maschinenkonfiguration kommen Encoder, Orientierungskarte oder Magnetsensor zum Einsatz. Die Alarmtabelle nennt unter anderem Encoderkabelfehler, Überdrehzahl, Speed Deviation, Phase-C-Fehler und Positionsrückführungsfehler.

Freigabe
Der Betrieb erfolgt über Freigabelogik und Zustandsüberwachung. Auch wenn das konkrete M5-Manual im Alarmteil im Vordergrund steht, sind innerhalb des Yaskawa-Umfelds Freigabe, Alarm, Ready, Stromgrenze und Geschwindigkeitsüberwachung als typische Signalpfade dokumentiert.

Schutzlogik
Das System überwacht Überstrom, Überlast, Über und Unterspannung, Heatsink Temperatur, PCB Temperatur, Lüfterfunktion, Thermistoren und Steuerfehler. Sowohl Converter- als auch Inverterfehler sind in getrennten Tabellen beschrieben.

Thermische Überwachung
Es sind Heatsink overheat 1 und 2, Heatsink Thermistor Disconnection, Motor overheat 1 und 2 sowie Control PCB Temperature Fault 1 und 2 dokumentiert.

Signalüberwachung
Überwacht werden unter anderem Encoderleitungen, Geschwindigkeit, Speed Deviation, Orientation-Signale, YENET-Kommunikation und interne A/D- sowie EEPROM-/ROM-Funktionen.

Warum diese Funktionen sicherheitsrelevant sind
Weil ein Antrieb auch ohne sofortige Abschaltung bereits unsaubere Phasenverhältnisse, Drehmomentschwankungen oder instabile Rückführung haben kann. Genau solche Zustände können zu starkem Laufgeräusch, Vibrationen, thermischer Mehrbelastung und Folgefehlern in Maschine und Motor führen.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheEmpfohlene Maßnahme
AL-01OvercurrentAusgang kurzgeschlossen, Überstrom, VerdrahtungsfehlerVerdrahtung prüfen, Ausgang auf Kurzschluss oder Erdschluss prüfen
AL-02Ground faultErdschluss auf Motor- oder AusgangsseiteMotorisolation und Leitung zwischen Inverter und Motor prüfen
AL-04Main circuit fuse blownFehler im Leistungsteil, Last- oder ErdschlussLastseite und Ausgangsverdrahtung prüfen, Gerät instandsetzen
AL-05Inverter output overloadÜberlast am InverterausgangLast reduzieren, Dimensionierung prüfen
AL-10Converter faultFehler im ConverterteilConverter-LED bzw. Converterfehler prüfen
AL-12Main circuit undervoltageZwischenkreisspannung im Betrieb zu niedrigEingangsspannung prüfen
AL-13Control circuit undervoltageSteuerspannung zu niedrigKontrollversorgung prüfen
AL-30Encoder signal cable disconnectionEncoderleitung unterbrochen oder falsch angeschlossenEncoder-Signalleitungen prüfen
AL-31Motor overspeedDrehzahl über 120 Prozent des SollnennwertesEncoderverkabelung und Reglerkonstanten prüfen
AL-32Excessive speed deviationIstgeschwindigkeit fällt unter 50 Prozent des SollwertesLast, Klemmen, Drehmomentgrenzen und Reglerkonstanten prüfen
AL-43Heatsink overheat 1Kühlkörpertemperatur zu hochUmgebung und Kühlung prüfen
AL-44Heatsink overheat 2Übertemperatur länger als eine MinuteKühlung wirksam verbessern
AL-45Heatsink thermistor disconnectionThermistorfehler oder zu tiefe UmgebungstemperaturGerät prüfen bzw. Umgebung anheben
AL-48Internal cooling fan faultInterner Lüfter stehtLüfter ersetzen
AL-d2CPU built-in A/D converter errorInterner A/D-FehlerControl PCB prüfen bzw. ersetzen
AL-F0ROM errorSpeicherfehler PROMControl PCB prüfen bzw. ersetzen
AL-F1 / AL-F2EEPROM errorEEPROM-FehlerControl PCB prüfen bzw. ersetzen

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnung funktionalFunktionHinweise zur Prüfung oder Reparatur
LeistungsteilInverter-EndstufeErzeugt die dreiphasige Ausgangsspannung für den MotorPhasensymmetrie, Stromgleichlauf, thermische Belastung und Lastverhalten prüfen
ZwischenkreisDC-LinkVersorgt das Leistungsteil aus dem ConverterSpannungsstabilität, Ladung und Verhalten bei Lastwechseln prüfen
LeistungsansteuerungGate- und TreiberstufeSteuert die Leistungshalbleiter phasengenau anBei unsauberem Motorlauf besonders kritisch, auf asymmetrische Ansteuerung prüfen
SteuerplatineControl PCBVerarbeitet Sollwerte, Schutzfunktionen und interne ÜberwachungBei ROM-, EEPROM-, A/D- oder CPU-Fehlern gezielt prüfen
KühlbaugruppeKühlkörper und LüfterFührt Verlustwärme abAuf Luftführung, Lüfterlauf und thermische Kontaktierung achten
RückführungEncoder- bzw. OrientierungsschnittstelleLiefert Drehzahl- und LageinformationenLeitungen, Signalqualität und Steckverbindungen prüfen
SchnittstellenbereichCNC- und PeripherieanbindungFreigaben, Meldungen und KommunikationBei Kommunikations- oder Parameterfehlern Schnittstellen und Konfiguration prüfen
ConverterCIMR-MR5N2030Speist den Zwischenkreis und arbeitet mit dem Inverter zusammenBei Inverterfehlern immer den Gesamtverbund mit betrachten

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