03.02.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi MDS-C1-V2-1005 Servo Drive Unit mit sporadischem Alarm Al. 32
Ausgangssituation und Fehlerbild.
Der Mitsubishi MDS-C1-V2-1005 Servo Drive Unit wurde uns mit einem zunächst schwer greifbaren Fehlerbild zugesendet. Laut Kunden trat der Alarm Al. 32 (Power Module Overcurrent) anfangs nur sehr selten auf. Die Maschine lief teilweise tagelang störungsfrei, bis der Fehler plötzlich wieder erschien. Mit der Zeit verdichtete sich das Problem: Aus einem gelegentlichen Alarm wurde ein nahezu tägliches Ereignis.
Besonders kritisch war für den Kunden die Auswirkung auf den Produktionsprozess. Jeder einzelne Alarm zwang zum vollständigen Neustart der Maschine inklusive erneuter Referenzfahrten und Neueinrichtung. Das kostete Zeit, band Personal und führte zu zunehmender Frustration im laufenden Betrieb. Irgendwann war klar: So konnte es nicht weitergehen.
Ein Austauschgerät vom Hersteller stand zwar theoretisch zur Verfügung, kam für den Kunden jedoch aus mehreren Gründen nicht infrage. Neben den sehr hohen Kosten spielte auch ein anderer Aspekt eine zentrale Rolle: Der Kunde erfuhr, dass diese Geräte beim Hersteller nicht mehr repariert, sondern im Austauschfall entsorgt werden. Für einen Betrieb, der bewusst nachhaltig wirtschaftet, war das ein starkes Gegenargument. Über Empfehlungen aus dem Netzwerk kam der Kunde schließlich zu uns.
Erste Prüfung und Diagnose in der Werkstatt
Nach Eingang des Geräts erfolgte zunächst die standardisierte Eingangskontrolle. Äußerlich zeigte der Drive keine gravierenden Schäden. Keine offensichtlichen Brandspuren, keine mechanischen Beschädigungen. Genau diese Fälle sind in der Praxis oft die schwierigsten, da sich der Fehler nicht sofort visuell aufdrängt.
Der MDS-C1-V2-1005 wurde anschließend auf unserem internen Testplatz vorbereitet. Ziel war es, den Fehler reproduzierbar zu machen. Gerade bei Alarm 32 ist das entscheidend, da dieser Fehler häufig temperatur- oder lastabhängig auftritt und sich nicht immer sofort zeigt.
Bereits bei längeren Testläufen unter Last zeigte sich ein instabiles Verhalten der Leistungsendstufe. Die Stromaufnahme verlief nicht mehr sauber symmetrisch, thermische Auffälligkeiten am Leistungsmodul waren messbar. Damit bestätigte sich der Verdacht, dass es sich nicht um ein externes Problem, sondern um eine interne Alterungs- und Vorschädigung handelte.
Reparaturstrategie und präventiver Ansatz
Bei solchen Fehlerbildern verfolgen wir grundsätzlich keinen reinen „Fehler-weg-Ansatz“. Ein bloßer Austausch einzelner auffälliger Bauteile hätte das Risiko eines erneuten Ausfalls deutlich erhöht. Stattdessen wurde eine präventive Reparaturstrategie umgesetzt.
Die Leistungsbaugruppe wurde vollständig geprüft. Alterungsbedingte Schwachstellen im Strompfad und in der Ansteuerung wurden gezielt beseitigt. Zusätzlich wurden thermisch belastete Komponenten vorbeugend erneuert. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Kühlung, da eine unzureichende Wärmeabfuhr häufig der eigentliche Auslöser für Power-Module-Fehler ist, auch wenn der Alarm erst deutlich später erscheint.
Parallel dazu wurde die Steuerplatine überprüft, gereinigt und elektrisch vermessen. Ziel war es sicherzustellen, dass keine Folgeschäden oder instabile Referenzsignale vorhanden sind, die das Leistungsteil zusätzlich belasten könnten.
Testeinrichtung und Langzeittest
Nach Abschluss der Reparatur wurde der Drive erneut auf dem Testplatz betrieben. Dabei kam ein strukturierter Prüfablauf zum Einsatz. Der Servo Drive lief über mehrere Stunden unter wechselnden Lastzuständen. Temperaturentwicklung, Stromverläufe und Schutzfunktionen wurden kontinuierlich überwacht.
Gerade bei zuvor sporadisch auftretenden Fehlern ist ein kurzer Funktionstest nicht ausreichend. Erst der Langzeittest gibt Sicherheit. Der Alarm Al. 32 trat während der gesamten Testphase nicht mehr auf. Die Stromaufnahme blieb stabil, die thermischen Werte lagen deutlich innerhalb der zulässigen Bereiche.
Qualitätssicherung durch Checklisten
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit sind interne Checklisten. Auch bei diesem Gerät wurden sämtliche Schritte dokumentiert: Eingangszustand, Diagnose, Reparaturmaßnahmen, Testparameter und Freigabe. Diese strukturierte Vorgehensweise stellt sicher, dass kein Schritt vergessen wird und die Reparatur reproduzierbar nachvollziehbar bleibt.
Für den Kunden bedeutet das: maximale Transparenz, hohe Betriebssicherheit und eine deutlich verlängerte Lebensdauer des Geräts.
Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive Unit MDS-C1-V2-1005
Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart
📞 Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Fragen zu Ihrer Mitsubishi-Antriebstechnik haben.
Unser Team freut sich auf Ihre Anfrage!
Mitsubishi MDS-C1-V2-1005
Technische Spezifikationen
| Merkmal | Wert |
|---|
| Gerätetyp | AC Servo Drive Unit |
| Modell | MDS-C1-V2-1005 |
| Nennleistung | 1.0 / 0.5 kW |
| Eingang | DC 270–311 V |
| Steuerstromversorgung | 1-phasig 200–230 V, 50/60 Hz |
| Ausgang | 3-phasig 155 V |
| Ausgangsstrom | 6.8 / 3.4 A |
| Kühlung | Zwangsbelüftung |
| Hersteller | Mitsubishi Electric |
| Produktionsdatum | 03/2008 |
Zentrale Baugruppen
| Baugruppe | Bezeichnung | Funktion |
|---|
| Steuerplatine | RK112A-12 / BN634A980G51B | Regelung, Kommunikation, Schutzfunktionen |
| Leistungsplatine | RK156B-V24-1005 / BN634A811G51A | Leistungsendstufe, Stromversorgung |
Relevante Alarmmeldungen (Auszug)
| Alarmcode | Beschreibung | Typische Ursache | Maßnahme |
|---|
| Al.32 | Power Module Overcurrent | Defekte oder gealterte Leistungsendstufe | Reparatur oder Austausch Leistungsteil |
| Al.45 | Fan stop | Lüfter blockiert oder ausgefallen | Lüfter prüfen, reinigen oder ersetzen |
| Al.50 | Overload 1 | Mechanische Überlast oder falsche Parameter | Last prüfen, Parameter kontrollieren |
| Al.3B | Power module overheat | Kühlproblem | Kühlung und Umgebung prüfen |
| Al.10 | Insufficient voltage | Versorgung instabil | Netzversorgung prüfen |
Fazit
Der Mitsubishi MDS-C1-V2-1005 zeigt exemplarisch, wie sich ein zunächst harmlos wirkender, sporadischer Alarm zu einem massiven Produktionsrisiko entwickeln kann. Durch eine konsequent präventive Reparatur, einen strukturierten Testaufbau und klare Checklisten konnte das Gerät nachhaltig instand gesetzt werden. Für den Kunden bedeutet das nicht nur Kostenersparnis gegenüber einem Austausch, sondern auch ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem Umgang mit Industrieelektronik.