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Mitsubishi AC Servo Motor HF-H75S Hauptbild
24.04.2026 von Viktor Siebert
Mitsubishi HF-H75S mit Encoderfehler nach thermischer Laufzeit auf MDS-DH-V2-1010

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Bei diesem Mitsubishi AC Servo Motor HF-H75S trat ein Fehler auf, der in der Anlage zuerst nicht eindeutig war. Der Motor lief an einem Mitsubishi MDS-DH-V2-1010. Nach dem Start arbeitete die Maschine zunächst normal. Erst nach etwa zwei bis drei Stunden Bearbeitung brach die Encoderkommunikation weg. Nach einer Abkühlzeit von ungefähr dreißig Minuten konnte wieder weitergearbeitet werden.

Der Kunde hatte vorher bereits die naheliegenden Sachen geprüft. Zuerst wurden die Kabel getauscht. Der Fehler blieb. Danach wurde auch der Servoverstärker ersetzt. Auch das brachte keine Änderung. Damit war klar, dass die Ursache sehr wahrscheinlich im Motor selbst oder im Encoderbereich lag.

Bei uns wurde der Motor komplett zerlegt. Dabei wurde besonders der Rückführungsbereich geprüft, weil das Fehlerbild stark nach einem thermischen Encoderproblem aussah. Kalt funktioniert so ein Geber oft noch. Wenn der Motor länger läuft und Wärme in den Encoderbereich zieht, kann die Kommunikation instabil werden. Dann meldet der Antrieb einen Encoder oder Detektorfehler, obwohl der Motor vorher scheinbar normal gelaufen ist.

Im Zuge der Instandsetzung wurden die Kugellager ersetzt, die Stecker erneuert und die Dichtungen getauscht. Der Encoder wurde bei uns komplett überholt. Gerade bei solchen Fehlern reicht es nicht, nur Kabel zu prüfen oder den Drive zu tauschen. Wenn der Encoder warm aussteigt, muss die Rückführung selbst instand gesetzt und danach unter Temperatur geprüft werden.

Nach der Montage wurde der Motor auf dem Prüfstand getestet. Dabei wurden niedrige, mittlere und höhere Drehzahlen geprüft. Wichtig war nicht nur, dass der Motor läuft, sondern dass die Encodersignale stabil bleiben. Der Motor wurde mehrfach gestartet und gestoppt, über längere Zeit betrieben und dabei auf Signalstabilität, Laufgeräusch, Erwärmung und erneute Fehlermeldungen kontrolliert.

Der Fehler trat im Test nicht mehr auf. Die Rückführung blieb stabil und der Motor lief nach der Instandsetzung wieder ruhig. Der Fall zeigt gut, warum sporadische Encoderfehler oft falsch eingegrenzt werden. Wenn Kabel und Servoverstärker bereits ohne Erfolg getauscht wurden und der Fehler erst nach Warmlauf kommt, sollte der Encoderbereich im Motor genau geprüft werden.

Fazit

Der vorliegende Reparaturfall zeigt sehr klar, warum temperaturabhängige Encoderfehler in der Praxis so schwer einzugrenzen sind. Der Motor lief zunächst, der Fehler kam erst nach längerer Bearbeitung, Kabel und Servoverstärker waren bereits ohne Erfolg ersetzt worden. Genau diese Fehlerkette spricht für einen thermisch grenzwertigen Defekt im motorseitigen Rückführungssystem.

Typisch für solche Geräte sind Defekte durch Alterung im Encoder, Kontaktprobleme, Schirmungs und Erdungsfehler, Vibrationseinfluss und thermische Drift. Präventiv helfen saubere Leitungsführung, regelmäßige Steckerkontrolle, stabile Schaltschrank und Maschinenkühlung sowie eine frühe Zustandsbewertung bei ersten sporadischen Rückführungsalarmen. Besonders wichtig ist bei ähnlichen Fällen, nicht nur den Verstärker zu verdächtigen, sondern die gesamte Kette aus Rückführung, Leitung, EMV und Temperaturverhalten technisch zusammen zu betrachten.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum:

Mitsubishi HF-H75S-A48 AC Servo Motor

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Technische Spezifikationen

Motor

FeldWert
HerstellerMitsubishi Electric
GerätetypAC Servo Motor
ModellbezeichnungHF-H75S
SerieHF-Serie
Leistung0,75 kW
Eingangsspannung3AC 351 V
Ausgangsspannungnicht separat ausgewiesen
Nennstrom1,5 A
Steuerungsartdrehzahl und positionsgeregelter Servobetrieb über externen Servoverstärker
RückführungEncoder, je nach Ausführung OSA105S5 oder OSA18
KühlungEigenkühlung, Gehäusebauform geschlossen
SchutzartIP67
Umgebungstemperaturnicht bekannt, praxisnah ca. 0 bis 40 °C
MontageMaschinenachse, Flanschmotor
HerkunftMade in Japan
ProduktstatusBestandsgerät, nicht neu

Drive

FeldWert
HerstellerMitsubishi CNC
GerätetypServo Drive Unit
ModellbezeichnungMDS-DH-V2-1010
SerieMDS-D/DH
Leistungnicht bekannt, aus Fall nicht sicher ableitbar
Eingangsspannungsystemabhängig, über passende Versorgungseinheit
Ausgangsspannungsystemabhängig
Nennstromnicht bekannt
Steuerungsartdigitaler Servoantrieb mit motorseitiger Detektorauswertung
Rückführungmotorseitiger Detektor an CN2, maschinenseitiger Detektor optional an CN3
Kühlungforcierte Kühlung im Schaltschrank
SchutzartSchaltschrankgerät, nicht bekannt
UmgebungstemperaturHandbuch verweist auf Umgebungsprüfung, praxisnah ca. unter 55 °C im Schaltschrankbereich
MontageSchaltschrank
Herkunftnicht bekannt
ProduktstatusBestandsgerät, nicht neu

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typische Maschinen sind Bearbeitungszentren, Werkzeugmaschinen, NC Achsen und ähnliche Positionieranwendungen mit hoher Regelgüte. Der MDS D DH arbeitet mit motorseitigem Detektor an CN2 und kann zusätzlich maschinenseitige Rückführung an CN3 auswerten. Die Alarmstruktur zeigt, dass der Antrieb sowohl Motorrückführung als auch externe Rückführung, Leistungsseite und Versorgung eng überwacht.

Typische Anwendungen sind Vorschubachsen, Zustellachsen und drehzahlgeregelte Servoachsen. Die Anforderungen an Umgebung und Schaltschrank sind in der Praxis klar. Saubere Kühlung, geringe EMV Belastung, saubere Erdung, geschirmte Leitungsführung und Trennung von Leistungs und Geberkabeln. Das Handbuch nennt bei Kommunikationsfehlern ausdrücklich Schirmung, Leitungsabstand und Einpunkt Erdung als relevante Prüfpunkte.

Typische Belastungsfaktoren für Defekte sind Temperaturaufbau im Dauerbetrieb, Vibrationen, Kabelbewegung, Kontaktalterung, Störbeeinflussung durch parallel geführte Motorleitungen, Feuchtigkeit oder Öl an Steckverbindern und allgemeine Alterung des Encoders. Präventiv helfen regelmäßige Steckerkontrolle, Sichtprüfung auf Öl und Verschmutzung, saubere Leitungsführung, Zustandsprüfung bei ersten sporadischen Alarmen und eine thermisch saubere Maschinenumgebung.

Funktionsbeschreibung

Grundfunktion des Systems ist die präzise Regelung einer Achse anhand der Rückführung vom motorseitigen Detektor. Der MDS D DH vergleicht Sollwert und Istwert laufend. Der Leistungsteil stellt den Motorstrom bereit, die Regelung verarbeitet Soll und Istsignale und die Rückführung liefert Positions und Drehzahlinformation. Fällt die Rückführung aus, kann der Antrieb die Achse nicht mehr sauber regeln und reagiert mit Kommunikations oder Detektoralarmen. Alarm 18 betrifft die Initialkommunikation mit dem motorseitigen Detektor, Alarm 2F den Kommunikationsfehler während des Betriebs, 2B bis 2E und 48 bis 4B stehen für Detektorfehlerstufen.

Freigabe und Schutzlogik sind sicherheitsrelevant. Der Antrieb stoppt bei Alarmen je nach Ursache dynamisch oder geregelt. Warnungen werden separat behandelt. Die thermische Überwachung betrifft sowohl den Leistungsteil als auch den Motor. Alarm 46 beschreibt Motor oder Detektorübertemperatur. Damit ist verständlich, warum ein thermischer Fehler am Encoder oder im nahen Umfeld erst nach längerer Laufzeit sichtbar werden kann.

Für den konkreten Reparaturfall ist genau dieses Zusammenspiel entscheidend. Der Leistungsteil kann elektrisch grundsätzlich intakt sein, trotzdem fällt die Achse aus, wenn die Rückführung warm instabil wird. Das erklärt, warum der Antrieb teils noch funktionierte und warum der reine Verstärkerwechsel den Fehler nicht beseitigt hat.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheEmpfohlene Maßnahme
18Main side detector: Initial communication errorFalscher Detektortyp, Leitungsfehler, Steckerproblem, Detektordefekt, Temperatur oder EMV ProblemParameter prüfen, Stecker prüfen, Leitung messen, Detektor gegenprüfen, Erdung und Schirmung kontrollieren
1FSub side detector: Communication errorStöreinstrahlung, parallele Verlegung mit Leistungskabel, falsche Erdung, LeitungsfehlerLeitungen trennen, Schirmung prüfen, Einpunkt Erdung herstellen, Leitung messen
21Sub side detector no signal 2Kein ABZ Signal, Leitungsfehler, DetektordefektParameter prüfen, Stecker und Leitung prüfen, Detektor ersetzen
22Detector data errorStreudaten aus dem Detektor, lose Montage, VibrationDetektorbefestigung prüfen, Vibrationen bewerten, Folgeschritte aus Alarm 21 prüfen
2BMain side detector: Error 1Detektorspezifischer Fehler am MotorgeberDetektor und zugehörige Alarmtabelle bewerten
2FMain side detector: Communication errorKommunikationsabbruch Motorgeber, Schirmungs oder Erdungsproblem, Leitungsfehler, DetektordefektStecker prüfen, Leitungsführung verbessern, Einpunkt Erdung herstellen, Leitung messen, Motorseite prüfen
32Power module error overcurrentLeistungsteilüberstrom, Motorkurzschluss, Leitungsfehler, RückführungsproblemMotorleistungskabel prüfen, Isolation messen, Kapazität und Detektorleitung prüfen
3AOvercurrentZu hoher Motorstrom, Schwingung, Lastsprünge, IsolationsproblemSchwingung prüfen, Parameter prüfen, Leistungskabel und Motor isolationsseitig prüfen
3BPower module error overheatSchlechte Kühlung, Lüfterproblem, verschmutzte KühlflächenLüfter und Kühlflächen prüfen, Schaltschranktemperatur bewerten
46Motor overheat / Thermal errorMotor oder Detektor thermisch zu heiß, Leitungsfehler, Lüfterproblem, ÜberlastTemperaturverlauf prüfen, Steckverbindungen prüfen, Last bewerten, Motor und Antrieb gegentesten
50Overload 1Dauerüberlast von Motor oder DriveLast, Parameter und Maschinenschwingung prüfen
51Overload 2Hoher Strombefehl über längere ZeitLast, Beschleunigung, Feedback und Kollision prüfen
61Power supply: Power module overcurrentÜberstrom in der VersorgungseinheitLastzustand und Netzversorgung prüfen
69Power supply: GroundingMotor oder Leistungskabel gegen FGIsolation messen, Öl und Verschmutzung prüfen, Motor oder Kabel ersetzen
71Power supply: Instantaneous power interruptionNetzunterbrechung oder SpannungsabfallVersorgung, Verdrahtung und Maschinensequenz prüfen
77Power supply: Power module overheatÜbertemperatur VersorgungseinheitLüfter, Kühlkörper und Schaltschrankkühlung prüfen

Quelle der Alarmcodes und Maßnahmen ist das MDS D DH Instruction Manual. Dort sind sowohl die Alarmbezeichnungen als auch die Prüfschritte für 18, 1F, 2F, 32, 46 sowie die Versorgungscodes 61 bis 77 beschrieben.

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnung funktionalFunktionHinweise zur Prüfung oder Reparatur
LeistungsteilServo Drive LeistungseinheitStellt geregelten Motorstrom bereitBei Kommunikationsfehlern nicht vorschnell als Ursache annehmen, zuerst Rückführung abgrenzen
Regelungdigitale Servoregelung im MDS-DHVerarbeitet Sollwerte, Schutzfunktionen und RückführungParameter, Störanfälligkeit und Alarmhistorie prüfen
Rückführung MotorseiteEncoder OSA105S5 oder OSA18Liefert Istwerte für Position und DrehzahlBei thermisch verzögerten Fehlern erster Prüfschwerpunkt
GeberleitungEncoderkabel mit SchirmungÜberträgt Versorgung und KommunikationsdatenAuf Trennung von Motorleistung, Schirmung und Kontaktstabilität achten
MotorleistungskreisU V W MotoranschlussÜberträgt Leistung zum MotorIsolation, Steckerzustand und thermische Belastung prüfen
VersorgungseinheitPower Supply Unit der MDS-SerieVersorgt Zwischenkreis und AntriebssystemBei Codes 61 bis 77 Versorgung, Lüfter und Netzqualität prüfen
SteckverbinderMotor und GeberstecksystemÜbergang zwischen Motor, Kabel und AntriebThermische Kontaktprobleme und Öl oder Schmutzeinfluss beachten
MotormechanikLagerung und RotorlaufSichert ruhigen Lauf und geringe SchwingungVibrationen können Rückführungsfehler verstärken
KühlumgebungMotorumfeld und SchaltschrankBegrenzt thermische BelastungDauerlauf unter realer Temperatur prüfen

Typische Defektursachen und Prävention

Bei dieser Geräteart sind typische Defekte selten reine Einzelursachen. Häufig überlagern sich Alterung, Temperatur, Vibration, Leitungseinfluss und EMV. Gerade bei Encoder und Kommunikationsfehlern sieht man oft eine Kette aus gealterter Rückführung, grenzwertiger Schirmung oder Erdung und zusätzlichem Temperaturaufbau im Dauerbetrieb.

Das Risiko steigt bei langen Bearbeitungszeiten, warmem Schaltschrank, verschmutzten Steckbereichen, Kabelbewegung, fehlender Trennung von Leistung und Geberleitung und mechanisch unruhigen Achsen. Präventiv sinnvoll sind regelmäßige Sichtkontrollen an Steckern und Kabeln, saubere Schirmungsanschlüsse, feste Einpunkt Erdung, frühzeitige Reaktion auf sporadische Detektoralarmmeldungen und thermische Funktionsprüfungen statt nur kurzer Kaltstarts.

Bewährte technische Lösungen

Bewährt hat sich bei diesem Fehlerbild die saubere Trennung zwischen Antriebsseite und Motorrückführung. Erst Leitung und Verstärker abgrenzen, dann gezielt den motorseitigen Geber mit Temperaturbezug prüfen. Zielführend sind belastete Langzeittests, Signalüberwachung im Warmzustand und gegebenenfalls die Instandsetzung oder der Austausch der Rückführungseinheit.

Nicht ausreichend sind Maßnahmen, die nur Symptome verschieben. Dazu gehören wiederholtes Reset, erneuter Kabeltausch ohne Befund, provisorisches Nachdrücken von Steckern oder pauschales Verstellen der Regelparameter ohne klare Ursache. Nachhaltig wird die Reparatur erst, wenn die stabile Kommunikation des motorseitigen Encoders unter Betriebstemperatur nachgewiesen ist.

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