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Etwas ist schief gelaufen
24.02.2026 von Viktor Siebert
Reparatur eines Mitsubishi AC Servo Motors HF-H154BS nach Emulsionsschaden mit Isolationsfehler und Encoderdefekt

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Der AC Servo Motor Mitsubishi HF-H154BS wurde zusammen mit einem MDS-DH-V2-2020 Servoverstärker betrieben. Laut Kundenangabe kam es zunehmend zu Störungen im Betrieb. Der Motor ließ sich nicht mehr zuverlässig referenzieren, die Bremse öffnete und schloss nicht mehr korrekt und es traten Isolationsprobleme auf.

Bei Anlieferung zeigte sich ein deutlich geschädigter Gesamtzustand. Die Isolationswerte des Stators lagen deutlich unter dem Sollbereich. Zusätzlich war die Haltebremse elektrisch auffällig und mechanisch ohne definierte Funktion. Der Geber war mit Emulsion durchsetzt. Auch die Lager zeigten erhöhtes Spiel und Laufgeräusche.

Technisch auffällig war die Kombination aus schlechter Isolation, Geberausfall und mechanischer Schwergängigkeit. Der Zusammenhang Bedienhandlung zu Fehlerbild war klar: Nach dem Einschalten kam es zu instabilem Regelverhalten, insbesondere bei niedriger Drehzahl und Positionierbewegungen.

Eingangskontrolle und erste Diagnose

Im ersten Schritt erfolgte die Sichtprüfung. Bereits beim Öffnen zeigte sich Emulsionsrückstand im Bereich von Geber, Bremse und Wicklungskopf. Die Dichtungen waren verhärtet und nicht mehr dichtend.

Die Isolationsmessung zwischen Wicklung und Gehäuse ergab Werte deutlich unter 1 MOhm bei 500 VDC. Damit war ein sicherer Betrieb ausgeschlossen.

Der Geber zeigte kein plausibles Signal mehr. Die Bremse zog elektrisch nicht mehr zuverlässig an. Mechanisch ließ sich die Welle nur schwergängig drehen, was auf verschlissene Lager hinwies.

Technische Analyse

Die Ursache Wirkung Kette war eindeutig. Durch beschädigte Dichtungen konnte Emulsion in das Motorgehäuse eindringen. Diese leitfähige Flüssigkeit führte zu Kriechströmen im Wicklungsbereich. Dadurch sanken die Isolationswerte drastisch.

Im Geberbereich führte die Feuchtigkeit zu Korrosion und Signalstörungen. Das Rückführsignal wurde unplausibel. Die Regelung konnte insbesondere bei niedriger Drehzahl nicht stabil positionieren.

Im Bereich der Haltebremse führte die Emulsion zu Korrosion und Verharzung. Dadurch war die mechanische Funktion nicht mehr gegeben.

Die Lager zeigten durch Eindringen von Flüssigkeit Fettverlust und Korrosionsspuren. Das erhöhte Spiel wirkte sich zusätzlich negativ auf das Regelverhalten aus.

Typisch für solche Schadensbilder ist eine Kombination aus Dichtungsalterung und aggressiver Kühlschmierstoffumgebung. Besonders kritisch ist dies bei Maschinen mit hoher Emulsionsbelastung.

Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Aufgrund des Feuchtigkeitsschadens war eine Teilreparatur nicht sinnvoll. Der Geber war mechanisch und elektrisch beschädigt. Eine stabile Instandsetzung einzelner Komponenten wäre nicht nachhaltig gewesen.

Durchgeführt wurden:

  • Vollständiger Austausch der Rückführungseinheit
  • Austausch der Haltebremse
  • Austausch aller Lager
  • Erneuerung sämtlicher Dichtungen
  • Reinigung und Trocknung des Statorbereichs
  • Isolationsprüfung nach Reinigung
  • Prüfung der Signalqualität nach Gebertausch

Zusätzlich wurden alle Anschlussleitungen und Steckverbindungen geprüft. Die thermische Überwachung wurde im Prüfstand simuliert.

Als präventive Maßnahme wurde das Dichtkonzept verbessert und dem Kunden eine regelmäßige Sichtprüfung der Dichtbereiche empfohlen.

Abschließender Funktionstest

Der Funktionstest erfolgte am Prüfstand mit MDS-DH-V2-2020 Drive Unit.

Geprüft wurden:

  • Ein Aus Verhalten
  • Referenzlauf
  • Positionieren bei niedriger Drehzahl
  • Drehzahlrampe bis Nenndrehzahl
  • Thermische Stabilität
  • Überstrom und Signalüberwachung

Der Motor lief vibrationsarm, reproduzierbar und ohne Fehlermeldung. Die Isolationswerte lagen nach Instandsetzung wieder deutlich über 100 MOhm bei 500 VDC.

Die Bremse öffnete und schloss sauber innerhalb der Sollzeit.

Fazit

Der Schaden wurde eindeutig durch Emulsionseintritt verursacht. Durch den vollständigen Austausch aller betroffenen Baugruppen wurde die Betriebssicherheit wiederhergestellt.

Eine Teilreparatur hätte kein dauerhaft stabiles Ergebnis geliefert. Die durchgeführte Instandsetzung stellt eine nachhaltige Lösung dar und erhöht die Maschinenverfügbarkeit signifikant.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum:

Mitsubishi HF-H154BS AC Servo Motor

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Technische Spezifikationen

MerkmalWert
HerstellerMitsubishi Electric
GerätetypAC Servo Motor
ModellbezeichnungHF-H154BS
SerieHF Serie
Leistung1,5 kW
Eingangsspannungca. 3AC 348 V
Ausgangsspannungca. 200 V Klasse
Nennstromca. 2,7 A
SteuerungsartDrehzahl und Positionsregelung
RückführungInkrementalgeber Mitsubishi OSA18-100
KühlungEigengekühlt
SchutzartIP67
Umgebungstemperatur0 bis 40 °C
MontageFlanschmontage
HerkunftMade in Japan
ProduktstatusAktiv

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typische Anwendungen:

  • CNC Bearbeitungszentren
  • Werkzeugmaschinen
  • Automatisierungssysteme
  • Achsantriebe mit Positionieraufgaben

Typische Baujahre: ca. 2005 bis 2015

Anforderungen:

  • Trockene Umgebung oder gut geschützter Einbau
  • Saubere Kabelführung
  • Stabile Spannungsversorgung
  • Schutz vor Kühlschmierstoff

Funktionsbeschreibung

Der Motor arbeitet als permanenterregter Synchronmotor. Die Leistungsansteuerung erfolgt über den MDS-DH-V2-2020 Servoverstärker.

Die Rückführung liefert Positions und Drehzahlinformation. Die Regelung erfolgt geschlossen.

Schutzfunktionen:

  • Überstromüberwachung
  • Temperaturüberwachung
  • Signalüberwachung der Rückführung
  • Isolationsschutz

Diese Funktionen sind sicherheitsrelevant für präzise Positionierung.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

Basierend auf dem Alarme

AlarmcodeFehlerbeschreibungMögliche UrsacheMaßnahme
10Insufficient voltageSpannungsabfallNetz prüfen
17A/D converter errorStromfeedbackfehlerDrive prüfen
24GroundingMotor gegen MasseIsolation messen
30Over regenerationBremswiderstand überlastetWiderstand prüfen
31OverspeedDrehzahl überschrittenParameter prüfen
32Power module overcurrentLeistungsteil überlastetMotor prüfen
33OvervoltageZwischenkreis zu hochNetz prüfen
46Motor overheatTemperatur zu hochKühlung prüfen
50Overload 1Motor überlastetLast reduzieren
51Overload 2Dauerstrom zu hochParameter prüfen

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnungFunktionHinweise
StatorWicklungseinheitDrehmomentbildungIsolation prüfen
RotorPermanentmagneteinheitMagnetfeldMechanische Prüfung
RückführungInkrementalgeberPositionsrückmeldungSignal prüfen
Haltebremse24 V DC BremseHaltefunktionSchaltzeit prüfen
LagerungWellenlagerMechanische FührungSpiel prüfen
DichtsystemWellendichtungSchutz vor FlüssigkeitRegelmäßig kontrollieren

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