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Mitsubishi AC Servo Motor HF-SP2024JKW04 nach der Reparatur 1
22.03.2026 von Viktor Siebert
Mitsubishi AC Servo Motor HF-SP2024JKW04 mit sporadischem Kommunikationsalarm durch verunreinigte Rückführung und fortgeschrittenen Lagerschaden

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Zur Prüfung angeliefert wurde ein Mitsubishi AC Servo Motor HF-SP2024JKW04, betrieben an einem Mitsubishi MDS-DH-V2-1010 Antrieb. Im laufenden Betrieb trat wiederholt ein Kommunikationsalarm auf. Das Fehlerbild war nicht dauerhaft vorhanden, sondern erschien unregelmäßig. Genau diese Unregelmäßigkeit ist in der Praxis technisch auffällig, weil sie häufig nicht auf einen vollständigen Ausfall des Leistungssystems, sondern auf ein grenzwertig arbeitendes Rückführungs oder Verbindungsproblem hinweist.

Der Motor lief grundsätzlich noch an und arbeitete zeitweise unauffällig. Dennoch kam es immer wieder zu Kommunikationsstörungen zwischen Motorrückführung und Antrieb. Zusätzlich wurde der Motor im Betrieb überlaut. Solche akustischen Veränderungen sind in vielen Fällen ein frühes Indiz dafür, dass nicht nur ein elektrisches, sondern gleichzeitig auch ein mechanisches Problem vorliegt. In diesem Fall war die Besonderheit, dass sowohl ein sporadischer Meldefehler als auch ein deutlich verändertes Laufgeräusch vorhanden waren. Die Kombination aus Intervallfehler und mechanischer Auffälligkeit deutete früh auf einen mehrschichtigen Schaden hin.

Eingangskontrolle und erste Diagnose

Zu Beginn erfolgte die übliche Eingangskontrolle mit Sichtprüfung, Isolationsbewertung und einer ersten funktionalen Einordnung. Bereits äußerlich ergab sich der Verdacht auf eingedrungene Medienbelastung. Nach dem Öffnen des Motors bestätigte sich dieser Verdacht deutlich. Im Inneren befanden sich erhebliche Mengen Emulsion. Diese Verunreinigung betraf nicht nur den mechanischen Innenraum, sondern vor allem das motorseitige Rückführungssystem.

Die Isolationsveränderung war dabei überraschend gering. Das ist technisch wichtig, weil ein Motor trotz Flüssigkeitseintrag elektrisch zunächst noch relativ unauffällig erscheinen kann, obwohl die eigentliche Störung bereits in der Rückführung oder in der mechanischen Lagerung entsteht. Die Fehlerreproduzierbarkeit passte dazu. Der Motor fiel nicht durch einen sofortigen Totalausfall auf, sondern durch sporadische Kommunikationsprobleme im Zusammenspiel mit dem Antrieb.

In der ersten Eingrenzung wurden deshalb drei mögliche Ursachenketten gegenübergestellt. Erstens ein Signalproblem in der Rückführung. Zweitens eine mechanisch verursachte Unruhe im Motorlauf. Drittens eine Kombination aus Medienbelastung, Verschleiß und signaltechnischer Grenzwertigkeit. Nach dem Öffnen ließ sich diese dritte Variante eindeutig bestätigen.

Technische Analyse

Die technische Hauptursache lag im stark verunreinigten Rückführungssystem. Die Emulsion hatte sich im sensiblen Erfassungsbereich abgelagert und dort die optische Auswertung massiv beeinträchtigt. Zusätzlich war die Codierstruktur der Rückführung teilweise mechanisch abgetragen. Damit verschlechterte sich die Signalgüte nicht nur durch Verschmutzung, sondern auch durch realen Substanzverlust an der informationsführenden Fläche.

Aus dieser Ursache ergibt sich die Wirkungskette klar. Medieneintritt führte zur Verunreinigung des Rückführungssystems. Die verunreinigte und teilweise beschädigte Codierung verschlechterte die Signalauswertung. Dadurch entstanden zeitweise unplausible oder instabile Rückführinformationen. Der Antrieb interpretierte diese Zustände als Kommunikations oder Rückführungsproblem und meldete den Fehler nicht permanent, sondern immer dann, wenn Signalreserve, Drehzustand und Störniveau ungünstig zusammenkamen. Solche detectorbezogenen Fehler sind bei der MDS-D/DH Serie grundsätzlich als Hauptseitenfehler der motorseitigen Rückführung hinterlegt. Die Dokumentation ordnet unter anderem die Fehler 2B bis 2E der motorseitigen Rückführung zu. Für den OSA18 Geber ist dabei ein CPU Alarm oder Datenalarm beschrieben.

Hinzu kam ein fortgeschrittener Verschleiß der Lagerung. Die Lager waren vollständig verbraucht und verursachten ein deutlich erhöhtes Laufgeräusch. Mechanische Unruhe wirkt sich bei hoch auflösenden Rückführsystemen direkt negativ auf Signalstabilität, Luftspaltverhältnisse und Schwingungsverhalten aus. Damit wurde der elektrische Fehler durch den mechanischen Zustand zusätzlich begünstigt. Typisch für solche Schadensbilder ist, dass der Motor erstaunlich lange noch arbeitet, obwohl die Rückführung bereits außerhalb einer stabilen Reserve läuft. Genau das war hier der Fall. Dass der Motor unter diesen Bedingungen noch zeitweise funktionierte, war eher Ausdruck verbleibender Restfunktion als eines gesunden Zustands.

Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Im Rahmen der Instandsetzung wurde der Motor vollständig zerlegt, gereinigt und technisch aufgearbeitet. Alle durch Emulsion belasteten Funktionsbereiche wurden dekontaminiert. Die mechanische Lagerung wurde erneuert, da der Verschleißzustand einen weiteren Betrieb nicht mehr zuließ. Das Rückführungssystem wurde nicht nur gereinigt, sondern im Hinblick auf die beschädigte Codierstruktur funktional bewertet. Da die informationsführende Fläche bereits deutliche Codierfehler aufwies, war eine bloße Reinigung nicht als nachhaltige Maßnahme ausreichend. Die betroffene Rückführungseinheit musste deshalb instandgesetzt beziehungsweise funktional ersetzt werden.

Zusätzlich wurden die relevanten Anschlussbereiche, Dichtflächen und Übergänge kontrolliert, um die Eintrittsursache der Emulsion zu bewerten. Bei solchen Schäden ist nicht nur die Reparatur des Motors entscheidend, sondern auch die Vermeidung erneuten Medieneintrags im späteren Anlagenbetrieb. Daher wurden präventive Hinweise zu Umgebung, Abdichtung, Kabelzuführung, Steckzustand und Wartungsintervall aufgenommen. Ergänzend wurden Isolationsverhalten, Signalstabilität und thermisches Verhalten nach der Instandsetzung erneut geprüft.

Abschließender Funktionstest

Der Funktionstest erfolgte am Prüfstand unter kontrollierter Versorgung und mit geeigneter Rückführungsüberwachung. Getestet wurden das Einschalt und Ausschaltverhalten, stabiler Betrieb bei niedriger Drehzahl, mittlerer Drehzahl und im Bereich der Nenndrehzahl von ca. 2000 r/min. Gerade niedrige Drehzahlen sind bei solchen Fällen wichtig, weil instabile Rückführungen dort oft durch unruhigen Lauf, Zählfehler oder sporadische Störungen auffallen.

Zusätzlich wurde das Verhalten bei wiederholten Start Stop Abläufen geprüft. Ergänzend erfolgten eine thermische Kontrolle, eine Beobachtung der Signalstabilität sowie eine Überwachung auf erneute Kommunikations oder Rückführungsauffälligkeiten. Der Motor zeigte nach der Instandsetzung ein ruhiges Laufbild, stabile Rückführungssignale und kein reproduzierbares Fehlverhalten mehr. Die vorherige Überlautstärke war beseitigt. Der Betrieb am Prüfstand verlief fehlerfrei und reproduzierbar.

Fazit

Der Schaden war ein kombiniertes mechanisch elektrisches Fehlerbild. Die eigentliche Hauptursache war Emulsionseintritt in den Motor mit massiver Beeinträchtigung des Rückführungssystems. Der fortgeschrittene Verschleiß der Lagerung verschärfte das Problem zusätzlich. Daraus entstand ein sporadischer Kommunikationsalarm, obwohl der Motor zwischenzeitlich noch lauffähig blieb.

Technisch ist der Fall typisch für grenzwertige Rückführungsschäden, die nicht sofort zum Totalausfall führen, aber die Regelstabilität und Betriebssicherheit klar gefährden. Die Instandsetzung ist nachhaltig, weil nicht nur das akute Fehlerbild beseitigt wurde, sondern auch die mechanische Ursache, die Signalursache und die präventiven Randbedingungen berücksichtigt wurden.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum:

Mitsubishi HF-SP2024JKW04 AC Servo Motor

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Technische Spezifikationen

FeldMotorDrive
HerstellerMitsubishi ElectricMitsubishi Electric
GerätetypAC Servo MotorServo Drive
ModellbezeichnungHF-SP2024JKW04MDS-DH-V2-1010
SerieHF-SPMDS-D/DH Series
Leistung2 kWca. passend für 2 kW Servoachse
Eingangsspannung3AC 281 Vca. 3AC 200 bis 230 V Klasse, anlagenspezifisch
Ausgangsspannungmotortypisch frequenzabhängigservoabhängige Motorspannung
Nennstrom5.0 Aca. 10 A Klassenbezug laut Typbezeichnung, anlagenspezifisch
Steuerungsartgeregelter AC Servomotorbetriebdigitale Servoachsenregelung
RückführungMitsubishi OSA18motorseitige Rückführung über CN2
KühlungEigenkühlung, anwendungsabhängiginterne Kühlung
SchutzartIP67ca. IP20 im Schaltschrank
Umgebungstemperaturca. 0 bis 40 °C, anwendungsabhängigca. 0 bis 55 °C im Schaltschrank, anwendungsabhängig
MontageMaschinenmontageSchaltschrankmontage
HerkunftJapanJapan
Produktstatusunbekannt bis abgekündigt, je nach Marktunbekannt bis abgekündigt, je nach Markt

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Der Motor HF-SP2024JKW04 wird typischerweise in Werkzeugmaschinen, Handhabungssystemen, Achsanwendungen und präzisen Vorschubsystemen eingesetzt. In Verbindung mit einem MDS-DH-V2-1010 Drive ist er vor allem in CNC nahen Anwendungen plausibel, in denen definierte Positionierung, saubere Drehzahlregelung und stabile Rückführung gefordert sind.

Typische Baujahre solcher Systeme liegen häufig im Bereich ca. 2005 bis 2018. Eingesetzt werden sie in Anlagen mit wiederholtem Taktbetrieb, dynamischen Beschleunigungen und teils anspruchsvollen Umgebungen mit Wärme, Ölnebel, Emulsion oder leitfähiger Verschmutzung.

Für den sicheren Betrieb sind eine saubere Schaltschrankkühlung, stabile Versorgung, saubere Schirmung und eine trockene Umgebung im Bereich der Steck und Übergangsstellen wichtig. Erhöhte thermische Last, Kondensation, unzureichende Zugentlastung und mangelhafte Abdichtung können Rückführung und Lagerung deutlich schneller altern lassen.

Funktionsbeschreibung

Der Motor wandelt die vom Drive geregelte elektrische Leistung in Drehmoment und Drehzahl um. Der Drive übernimmt die Strom, Drehzahl und Lageregelung. Die motorseitige Rückführung liefert dem Drive die notwendige Information über Rotorlage und Bewegungszustand. Nur wenn diese Rückführung plausibel und stabil ist, kann die Regelung präzise arbeiten.

Im Zusammenspiel überwacht das System Freigaben, Grenzwerte, thermische Zustände und Signalqualität. Die Schutzlogik reagiert auf Überstrom, Übertemperatur, Kommunikationsfehler und detectorbezogene Unstimmigkeiten. Bei der MDS-D/DH Serie sind Kommunikationsfehler zwischen Drive Units als 87, 8A und 8B dokumentiert. Detectorbezogene Fehler der motorseitigen Rückführung werden unter 2B bis 2E geführt. Für OSA18 sind CPU Alarm und Datenalarm zugeordnet.

Diese Funktionen sind sicherheitsrelevant, weil fehlerhafte Rückführung zu unkontrollierter Regelabweichung, Fehlpositionierung oder abruptem Stopp führen kann. Vor dem Öffnen oder Abziehen von Steckern gilt immer: spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Messungen an spannungsführenden Teilen dürfen nur durch Elektrofachkräfte mit geeigneter Ausrüstung und nach lokalen Regeln erfolgen.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheEmpfohlene Maßnahme
18Main side detector: Initial communication errorInitiale Kommunikation mit dem motorseitigen Detector fehlgeschlagenParametrierung SV025 oder SP020 prüfen, Steckverbindung prüfen, Detektorkabel prüfen, Umgebungsstörungen bewerten
2BMain side detector: Error 1Bei OSA18: CPU error des motorseitigen DetectorsDetector prüfen, Kabel und Steckverbindung prüfen, Fehlerursache auf Detector oder Drive eingrenzen
2CMain side detector: Error 2Motorseitiger Detectorfehler laut Detector AlarmtabellePrüfschritte wie bei 1B anwenden, Detector und Signalweg bewerten
2DMain side detector: Error 3Bei OSA18: Data error des motorseitigen DetectorsDetectorfunktion prüfen, Kabel prüfen, Signalstörung und interne Datenfehler eingrenzen
2EMain side detector: Error 4Motorseitiger Detectorfehler laut Detector AlarmtabellePrüfschritte wie bei 1B anwenden, Detector oder Drive gegentesten
2FMain side detector: Communication errorKommunikationsdaten mit motorseitigem Detector fehlerhaft oder Kommunikation unterbrochenSteckverbindungen prüfen, Kabelführung prüfen, Schirmung prüfen, Einpunkt Erdung prüfen, Kabeltest durchführen
36NC communication: Communication errorKommunikation mit der NC wurde unterbrochenNC Kommunikation und Verbindungsweg prüfen
61Power supply: Power module overcurrentÜberstromschutz im Leistungsmodul der Versorgung hat angesprochenLastzustand, Versorgungskapazität und Spannungsniveau unter Last prüfen
67Power supply: Phase interruptionPhasenausfall in der EingangsstromversorgungEinspeisung und Verdrahtung prüfen
69Power supply: GroundingMotorleistungskabel liegt an FG anMotorleistungskabel und Isolation prüfen
71Power supply: Instantaneous power interruptionKurzzeitige SpannungsunterbrechungNetzversorgung, Schützfolge und Spannungseinbruch prüfen
72Power supply: Fan stopLüfter in der Versorgung gestoppt, dadurch Überhitzung im LeistungsmodulLüfterlauf, Stecker und Verschmutzung prüfen
77Power supply: Power module overheatThermoschutz im Leistungsmodul hat angesprochenKühlung, Umgebungstemperatur und Lastprofil prüfen
87Drivers communication errorKommunikationsrahmen zwischen Drive Units abgebrochenInterne Kommunikation zwischen Drive Units und Verbindungen prüfen
8ADrivers communication data error 1Kommunikationsdaten 1 zwischen Drive Units außerhalb ToleranzKommunikationsweg und betroffene Einheit prüfen
8BDrivers communication data error 2Kommunikationsdaten 2 zwischen Drive Units außerhalb ToleranzKommunikationsweg und betroffene Einheit prüfen

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