03.10.2025 von Viktor Siebert
Reparatur-Story: Fanuc Power Supply Module A06B-6087-H130 mit Alarm 01
Ein Kunde wandte sich an uns mit einem Fanuc Power Supply Module A06B-6087-H130, das beim Einschalten sofort mit dem Alarm 01 ausstieg. Für ihn stand viel auf dem Spiel: Die Maschine war ein zentrales Element seiner Fertigung, jeder Stillstand bedeutete verlorene Aufträge. Maschinenhersteller selbst bot ihm ein Austauschgerät für rund 7.000 € an, jedoch verbunden mit der Rückgabe seines defekten Moduls. Für den Kunden war klar: Das ist nicht nur eine enorme Investition, sondern auch wenig nachhaltig. Er entschied sich bewusst für eine Reparatur, selbst wenn diese zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen würde. Seine Worte waren bezeichnend: „Mir ist die Maschine wichtig, aber ich will nicht blind tauschen und unnötig entsorgen, wenn man reparieren kann.“
Fehlerbild und erste Diagnose
Nach dem Einschalten zeigte die Steuerplatine sofort den Alarm 01. Laut Handbuch bedeutet dies, dass das Leistungsteil (IPM – Intelligent Power Module) eine Überlast, einen Überstrom oder eine Abnahme der Steuerspannung erkannt hat. Bereits beim Öffnen des Gerätes fiel auf:
- Der Kühlventilator war schwergängig und setzte zeitweise aus.
- Staubablagerungen und Ölreste hatten sich über Jahre im Kühlkanal gesammelt.
- Der Kühlkörper war stark zugesetzt, was eine Wärmeabfuhr nahezu verhinderte.
- Erste Messungen am IPM zeigten instabile Werte, die auf einen beginnenden Ausfall hindeuteten.
Zerlegung und Reinigung
Die Reparatur begann mit einer vollständigen Demontage des Moduls. Dabei wurden alle Platinen, Steckverbinder und die gesamte Kühlstrecke freigelegt. Mit Druckluft, antistatischen Bürsten und speziellen Reinigungsmitteln entfernten wir den Staub und die Ölpartikel. Besonders der Kühlkörper wurde gründlich gereinigt, um die thermische Effizienz wiederherzustellen.
Präventiver Austausch von Komponenten
Nach der Reinigung wurden gezielt Bauteile ausgetauscht, die erfahrungsgemäß kritisch sind:
- Die Lüftereinheit wurde erneuert, um eine zuverlässige Kühlung sicherzustellen.
- Kondensatoren im Zwischenkreis wurden geprüft und solche mit Auffälligkeiten ersetzt.
- Steckverbinder und Kabelanschlüsse wurden gereinigt, geprüft und mit Schutzlack versehen.
- Das IPM wurde durch ein Original-Fanuc-Bauteil ersetzt, da Messungen auf Vorschäden hindeuteten.
Durch diesen präventiven Austausch stellen wir sicher, dass das Gerät nicht nur kurzfristig läuft, sondern wieder für viele Jahre stabil arbeitet.
Testablauf am Prüfstand
Ein zentrales Element der Reparatur ist der Testplatz. Hier simulieren wir die realen Bedingungen einer CNC-Maschine. Das Modul wurde nach dem Zusammenbau über mehrere Stufen geprüft:
- Erstprüfung ohne Last Spannungsaufbau, Steuerstromversorgung und Signalrückmeldungen wurden überwacht.
- Simulation mit Lastwiderständen das Gerät musste über Stunden stabil bei verschiedenen Lastzuständen laufen.
- Thermische Belastungstests wir überwachten Temperaturen an den Leistungshalbleitern, Lüfterströme und die Reaktion der Schutzmechanismen.
- Signalüberwachung über Oszilloskope und Messgeräte wurden die Schaltzeiten des IPM, Spannungsverläufe und die Gleichmäßigkeit der DC-Link-Spannung erfasst.
- Langzeittest das Modul lief mehrere Stunden in einem realitätsnahen Betriebsszenario, um versteckte Fehler aufzudecken.
Alle Ergebnisse wurden in einem Prüfprotokoll dokumentiert. Checklisten stellten sicher, dass kein Schritt übersehen wurde.
Was wäre passiert ohne Reparatur?
Hätte der Kunde das Modul weiter betrieben, wäre der schwergängige Lüfter bald komplett ausgefallen. Die Folge: Überhitzung des IPM, Schmelzen der Lötstellen, Ausfall des gesamten Moduls. Schlimmer noch, durch instabile Spannungen im DC-Link hätten auch die angeschlossenen Servo- und Spindelverstärker Schaden nehmen können. Das hätte nicht nur Kosten in fünfstelliger Höhe verursacht, sondern auch den kompletten Produktionsstillstand.
Ergebnis und Kundennutzen
Nach erfolgreicher Reparatur konnte das Modul wieder eingebaut werden. Die Maschine startete ohne Fehlermeldung und lief stabil. Der Kunde hatte nicht nur rund 80 % der Kosten gespart, sondern auch die Lebensdauer seiner Anlage erheblich verlängert. Er wusste zudem, dass durch den präventiven Austausch ein erneuter Ausfall in absehbarer Zeit sehr unwahrscheinlich ist.
Darüber hinaus entschied er sich, auch seine anderen Module regelmäßig prüfen und warten zu lassen ein Schritt hin zu proaktiver Instandhaltung statt reaktiver Notfallreparaturen.
Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Fanuc Power Supply Module A06B-6087-H130
Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Fanuc Drive Reparatur bei Industrypart
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Geräteinformationen:
| Merkmal | Wert |
|---|
| Hersteller | FANUC LTD, Yamanashi, Japan |
| Gerätetyp | Power Supply Module (PSM) |
| Modellnummer | A06B-6087-H130 |
| Eingangsspannung | 200–230 V AC, 3-phasig, 50/60 Hz |
| Eingangsstrom | 127 A bei 200 V |
| Ausgangsspannung DC-Link | 283–325 V DC |
| Ausgangsleistung | 35 kW |
| Kühlung | Zwangsbelüftet (Lüftereinheit, austauschbar) |
| Gewicht | ca. 15 kg (geschätzt) |
| Abmessungen | ca. 380 × 200 × 300 mm (geschätzt) |
| Steuerung | CNC-Systeme FANUC Series 0, 15, 16, 18, 21, Power Mate etc. |
| Zertifizierung | CE, UL |
| Handbuchreferenz | B-65165E/01 (Maintenance Manual) |
Einsatzumgebung & kompatible Geräte
- Typische Maschinen: CNC-Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Schleifmaschinen, Werkzeugmaschinen mit FANUC-Steuerungen.
- Kompatible Steuerungen: FANUC Series 0, 15, 16, 18, 20, 21, Power Mate.
- Kompatible Module:
- FANUC α-Servo Amplifier Module (SVM)
- FANUC α-Spindle Amplifier Module (SPM)
- Einsatzbereiche: Energieversorgung und DC-Link-Aufbereitung für Servo- und Spindelverstärker.
Funktionsbeschreibung
Das Power Supply Module A06B-6087-H130 übernimmt die zentrale Aufgabe, die Netzspannung in eine stabile Gleichspannung (DC-Link 283–325 V) umzuwandeln. Diese Gleichspannung wird anschließend von Servo- und Spindelverstärkern genutzt.
Besonderheiten:
- Integrierte Schutzmechanismen gegen Überstrom, Überlastung, Unterspannung.
- Statusanzeigen mittels LED für Betriebs- und Alarmzustände.
- Sicherheitsabschaltung (MCC) bei kritischen Fehlern.
- Kontrolle der Kühlung über interne Lüfter mit Alarmmeldung bei Ausfall.
Alarmmeldungen & Troubleshooting
| Code | Fehlerbeschreibung | Ursache | Lösung |
|---|
| 01 | Überstrom/Überlastung im IPM | Lüfterausfall, Staub, Überlast, Spannungsungleichgewicht | Lüfter prüfen/tauschen, reinigen, Last prüfen, IPM ggf. ersetzen |
| 02 | Gleichstrom-Zwischenkreis Unterspannung | Netzspannung zu niedrig, Defekte im Gleichrichter | Eingangsspannung prüfen, ggf. Board oder Dioden prüfen |
| 03 | Überspannung im DC-Link | Regenerationsfehler, defekte Bremswiderstände | Bremswiderstand prüfen, Überspannungsschutz kontrollieren |
| 04 | Lüfterstörung | Kühlung ausgefallen | Lüfter prüfen/ersetzen |
| 05 | MCC Schütz schaltet nicht | Steuerkreisfehler | Relais/Schütz prüfen, Verdrahtung kontrollieren |
| 06 | Steuerstromversorgung fehlerhaft | Netzteildefekt | PSU-Platine prüfen/ersetzen |
| 07 | Überhitzung | Lüfter defekt, Umgebung zu heiß | Reinigung, Lüftertausch, Umgebungstemperatur prüfen |
| 08 | Isolationsfehler | Feuchtigkeit, Verschmutzung | Isolationsmessung durchführen, Gerät trocknen/reinigen |
| 09 | Überlast AC-Reaktor | Falsche Spezifikation | Reaktorgröße prüfen, passende Einheit verwenden |
| 10 | IPM Defekt | Leistungsteil defekt | Austausch des IPM |
Bestandteile
| Baugruppe | Beschreibung |
|---|
| Leistungsplatine (IPM) | Hauptstromkreis, Wandlung AC→DC, Überstromschutz |
| Steuerplatine | Signalaufbereitung, Steuerlogik, Statusanzeigen |
| Kühlkörper | Wärmeabfuhr für Leistungshalbleiter |
| Lüftereinheit | Zwangsbelüftung, essenziell für thermische Stabilität |
| Netzteilmodul | Erzeugung der Hilfsspannungen (5 V, 15 V, 24 V) |
| Steckverbinder | Eingangs-/Ausgangs-Terminals, Signalkabelanschlüsse |
| Gehäuse mit Status-LED | Mechanischer Schutz und Bedienindikatoren |