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Fanuc A06b-6096-H301 AC Servo Amplifier Hauptbild
02.03.2026 von Viktor Siebert
FANUC A06B-6096-H301: Alarm b. am Servomodul und 449 INV. IPM ALARM an der CNC

Ausgangssituation und Fehlerbild.

Anlieferung war ein FANUC AC Servo Amplifier Modul A06B-6096-H301. Laut Fehlerbeschreibung ließ sich das Drive einschalten, eine Achsbewegung war jedoch nicht möglich. Am Servomodul erschien nach dem Einschalten reproduzierbar der Code „b.“ im Statusfenster. Parallel meldete die CNC „449 X/Y AXIS: INV. IPM ALARM“. Der Alarm trat direkt beim Versuch auf, die Achsfreigabe zu erteilen. Weitere Tests waren damit blockiert.

Technisch auffällig ist die Punktanzeige am Drive. Diese Anzeige steht bei diesen Baugruppen für einen internen Schutzfall im Leistungszweig und nicht für einen einfachen Parametereintrag. Damit muss früh zwischen externer Ursache (Motor, Leitung, Versorgung) und internem Fehler im Modul unterschieden werden.

Eingangskontrolle und erste Diagnose

Vor allen Arbeiten: spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Am Modul ist eine Entladezeit von mehr als 20 Minuten gekennzeichnet.

Die Sichtprüfung zeigte deutliche Verschmutzung im Luftweg und Hinweise auf reduzierten Luftdurchsatz. Zusätzlich gab es Spuren länger anhaltender thermischer Belastung. Anschlüsse und Gehäuse wurden auf lockeren Sitz, mechanische Schäden und Feuchtigkeit geprüft.

Am Testplatz wurde das Fehlerbild reproduziert. Das Modul startete, ging jedoch beim Freigeben unmittelbar wieder in den Alarmzustand. Der Code „b.“ war stabil und wiederholbar, unabhängig von der weiteren Ansteuerung.

Technische Analyse

Im FANUC Servo Maintenance Manual wird beschrieben, dass IPM Alarme als 8., 9., A., b., C., d. oder E. im LED Fenster angezeigt werden. Der Code „b.“ entspricht dabei einem IPM Alarm für die L und M Achse. Damit passt der Drive Code zur CNC Meldung für zwei Achsen, hier X und Y.

Ein IPM Alarm bedeutet, dass der interne Schutz des Leistungsmoduls anspricht. Als Ursachen kommen Überstrom, Versorgungsstörung oder Überhitzung in Frage. Das Handbuch nennt als erste Abgrenzung eine Wartezeit, weil ein reiner Überhitzungszustand nach Abkühlung nicht zwingend erneut auftreten muss. Bleibt der Alarm bestehen, wird die Ursache eher im Schutzbetrieb durch Überstrom oder Versorgungsfehler gesehen, beziehungsweise in einem Defekt im Verstärker.

Aus der Befundkette ergab sich ein plausibles Bild: Verschmutzung und ein verschlissener Lüfter erhöhen die Bauteiltemperaturen. Unter Last steigen dadurch Verluste, Schutzreserven werden kleiner und die Elektronik läuft häufiger am Limit. Über längere Zeit kann das zu Überlast und Folgeschäden im Leistungsmodul sowie in dessen Ansteuerung führen. Der Endzustand ist dann ein sofortiger IPM Alarm schon beim Freigeben.

Reparaturmaßnahmen und Instandsetzung

Die Instandsetzung wurde als präventive Komplettüberholung ausgeführt. Zuerst erfolgten Reinigung und Wiederherstellung des Luftwegs. Die Kühleinheit wurde erneuert.

Im nächsten Schritt wurden die funktionalen Baugruppen im Leistungsteil und in der Ansteuerung überarbeitet und bei Bedarf ersetzt. Zusätzlich wurden Kontaktstellen, Steckbereiche und interne Verbindungen geprüft, nachgearbeitet und gesichert. Abschließend wurden Versorgungspfad und Diagnosefunktionen stabilisiert, damit Schutzschwellen und Rückmeldungen wieder reproduzierbar arbeiten.

Abschließender Funktionstest

Der Funktionstest erfolgte am FANUC Prüfstand mit passender Zwischenkreisversorgung und Lastsimulation. Getestet wurden Ein Aus Verhalten, Freigabe, Sollwertwechsel sowie stabile Regelung bei niedrigen, mittleren und höheren Drehzahlen. Unter Last wurden Stromaufnahme und thermisches Verhalten über mehrere Stunden überwacht.

Das Ergebnis war stabil und reproduzierbar. Der Alarm b. trat nicht mehr auf, und die CNC zeigte keine INV. IPM Meldung mehr.

Fazit

Der Fehler war ein Verlauf aus schwächer werdender Kühlung und daraus folgender thermischer Überlastung bis hin zum Schutzfall im Leistungszweig. Die Kombination aus CNC Alarm 449 und Drive Code „b.“ zeigt, dass der Verstärker den sicheren Betrieb der betroffenen Achskanäle nicht mehr gewährleisten konnte. Durch die Komplettüberholung mit Fokus auf Kühlung, Leistungsteil und Ansteuerung sowie durch den mehrstündigen Lasttest ist die Funktion wiederhergestellt und die Reparatur nachhaltig abgesichert.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Fanuc A06B-6096-H301 Servo Drive Unit

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Technische Spezifikationen

FeldWert
HerstellerFANUC
GerätetypAC Servo Amplifier Modul (Servo Amplifier Module)
ModellbezeichnungA06B-6096-H301
SerieAC Servo Amplifier
Leistung1,85 kW (Typenschild)
Eingangsspannungca. 283 bis 325 V DC Zwischenkreis (Typenschild)
Ausgangsspannungmax. 230 V AC (PWM) (Typenschild)
Nennstrom3,0 A je Achskanal L, M, N (Typenschild)
SteuerungsartDigitale Servoregelung über CNC, PWM Stromregelung im Verstärker
RückführungPulse Coder, je nach Motor meist Inkremental, ca. 2500 bis 10000 Imp/U
KühlungZwangsluft, integrierter Lüfter
Schutzartca. IP20, Einbau im Schaltschrank erforderlich
Umgebungstemperaturca. 0 bis 55 °C im Schaltschrank, Derating bei hoher Temperatur
MontageSchaltschrankmontage, vertikal, freier Luftweg und Filter nötig
HerkunftJapan (Typenschild: FANUC LTD, Yamanashi)
Produktstatusabgekündigt oder Legacy, Ersatz häufig über Reparatur oder Refurbishment

Einsatzumgebung und Einsatzmöglichkeiten

Typisch ist der Einsatz als Achsverstärker in CNC Werkzeugmaschinen und Handlingsystemen. Solche Module finden sich häufig in Anlagen aus ca. den späten 1990ern bis ca. 2010, abhängig von der Steuerungsgeneration. Im Betrieb sind eine stabile Schaltschrankkühlung, saubere Luftführung und ausreichend Reserve bei der Umgebungstemperatur entscheidend. Filtermatten und Lüfter müssen als Wartungspunkt geführt werden, weil thermische Überlast bei dieser Baugruppe direkt die Lebensdauer des Leistungsteils beeinflusst.

Funktionsbeschreibung

Das Modul wird aus einem Zwischenkreis gespeist und erzeugt daraus eine geregelte, dreiphasige Motorversorgung. Die CNC übergibt Freigabe und Sollwerte, während der Verstärker den Motorstrom regelt und Schutzfunktionen überwacht. Über die Rückführung des Motors wird der Regelkreis geschlossen, typischerweise über einen Pulse Coder.

Sicherheitsrelevant sind Freigabelogik, Strombegrenzung, Übertemperaturüberwachung und die Überwachung der Versorgung. Bei unzulässigen Zuständen wird die Endstufe gesperrt und ein Alarm ausgegeben. Die Entladezeit des Zwischenkreises ist zu beachten. Vor dem Öffnen oder Abziehen von Steckern: spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit prüfen. Messungen an spannungsführenden Teilen nur durch Elektrofachkraft.

Alarmmeldungen und Troubleshooting

AlarmcodeBeschreibungMögliche UrsacheEmpfohlene Maßnahme
449 (CNC)INV. IPM ALARM X/YSchutz im Leistungszweig angesprochen, häufig Überstrom oder ÜberhitzungAlarmhistorie prüfen, Kühlung und Schaltschranktemperatur bewerten, weitere Messungen nur Elektrofachkraft, anschließend fachliche Diagnose am Prüfstand
b. (LED)IPM Alarm L und M AchseInterner Schutzfall auf zwei AchskanälenZuordnung der Achsen prüfen, externe Ursachen eingrenzen, Modul intern prüfen
8. (LED)IPM Alarm L AchseSchutzfall auf einem AchskanalMotorleitung und Motor isolationsseitig prüfen lassen, Kanalbezogene Diagnose
9. (LED)IPM Alarm M AchseSchutzfall auf einem AchskanalWie oben, zusätzlich Steckkontakt und Schirmung prüfen
A. (LED)IPM Alarm N AchseSchutzfall auf einem AchskanalWie oben, Achszuteilung im System prüfen
1 (LED)Fan stopped alarmLüfter blockiert, verschmutzt oder Versorgung unterbrochenLuftweg prüfen, Lüfterfunktion prüfen, Filter warten, bei Bedarf Lüfter oder Modul instandsetzen
2 (LED)Control power supply undervoltageSteuerhilfsspannung zu niedrigNetzteil und Steckverbindungen prüfen, Messung nur Elektrofachkraft
5 (LED)DC link undervoltageZwischenkreisspannung zu niedrigEinspeisung, Vorladung und Last prüfen, Messung nur Elektrofachkraft
7 (Alarm 414)DC link overvoltageZwischenkreis zu hoch, Bremsbetrieb kritischBremsenergiepfad und Versorgung prüfen, Parameter der Verzögerung prüfen
416Feedback disconnected alarmRückführung fehlt oder Signal unterbrochenGeberleitung und Stecker prüfen, Parameter und Gebertyp abgleichen
417Invalid servo parameter settingParameter nicht passend zum Motor oder VerstärkerParameterstand prüfen, Motordaten und Verstärkertyp abgleichen
OverloadOverload alarmMechanische Überlast, falsche Rampen, falsche MotordatenLastzustand prüfen, Rampen anpassen, Kühlung prüfen, Motor und Mechanik bewerten

Baugruppenübersicht

BaugruppeBezeichnung funktionalFunktionHinweise zur Prüfung oder Reparatur
LeistungsteilLeistungsausgang je AchskanalErzeugt Motorphasen, schaltet und begrenzt StromIPM Alarm deutet häufig auf Fehler im Leistungszweig oder dessen Umfeld, thermische Spuren beachten
Ansteuerung und RegelungRegelung und SchutzlogikPWM Erzeugung, Stromregelung, ÜberwachungBei wiederholbaren IPM Alarmen auch Ansteuerung und Diagnosesignale prüfen
Zwischenkreis und VorladungEnergiepuffer und EinschaltbegrenzungVersorgt Leistungsteil, begrenzt EinschaltstromUnterspannung und Vorladealarme deuten auf Versorgungspfad, Kontakte und Vorladefunktion
RückführungsinterfaceGeberauswertungNimmt Pulse Coder Signale auf und meldet an CNCBei Feedback Alarm Stecker, Leitung, Schirmung und Gebertyp prüfen
KühlungseinheitLuftführung und WärmeabfuhrHält Verlustleistung im zulässigen BereichVerschmutzung, Lüfterlauf und Filterzustand sind Wartungspunkte, thermische Reserven prüfen
SchnittstellenLeistungs und SignalkonnektorenVerbindung zu Motor, Versorgung und CNCLose Steckverbindungen verursachen Erwärmung und Störungen, Sichtprüfung und Kontaktzustand bewerten

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