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Mitsubishi Servo Drive MR-S12-100B-01 Hauptansicht
21.05.2025 von Viktor Siebert
Mitsubishi Servo Drive MR-S12-100B-E01 – Wenn eine professionelle Reparatur zur Notwendigkeit wird

Die Mitsubishi MR-S Serie, insbesondere das Modell MR-S12-100B-E01, ist in vielen Produktionsbetrieben immer noch unverzichtbar. Obwohl diese Serie längst abgekündigt ist und offiziell keine Unterstützung mehr findet, sind die Maschinen, in denen diese Drives verbaut sind, weiterhin im Einsatz und unverzichtbar für die tägliche Produktion.

Herausforderungen einer abgekündigten Serie

Ein Kunde lieferte uns gleich mehrere dieser Geräte zur Überprüfung und Reparatur. Aufgrund des Alters dieser Drives war ein Retrofit für ihn keine Option, denn dies hätte das geplante Budget erheblich überschritten. Der Kunde berichtete, dass er zuvor bereits Reparaturen durch andere Dienstleister durchführen ließ, allerdings mit wechselhaftem Erfolg: Mal funktionierten die Geräte einige Zeit, dann fielen sie plötzlich wieder aus.

Diese Unsicherheit nahm er zunächst in Kauf – ein typisches Bild, wenn man die Komplexität und das Alter dieser Technologie berücksichtigt. Doch eine nachhaltige Lösung war das nicht.

Typische Schwachstellen und Fehlerursachen

Die Mitsubishi MR-S12-100B-E01 Drives sind komplex aufgebaut. Besonders kritisch ist hierbei das Thema Elektrolytkondensatoren: Aufgrund ihres Alters neigen diese dazu, auszulaufen. Der Elektrolyt breitet sich auf den Platinen aus und dringt in das Innere des Drives ein. Wird diese Verschmutzung nicht sorgfältig und professionell entfernt, sind Folgeschäden unausweichlich.

Typische Symptome solcher Schäden sind beispielsweise plötzlich auftretende Vibrationen des Motors oder sogar das Durchbrennen des Netzteils – Probleme, die Produktionsausfälle verursachen und deutlich teurer werden können als eine frühzeitige, sorgfältige Reparatur.

Professionelle Reparatur und präventive Wartung

Die effektive Lösung für dieses Problem ist eine gründliche präventive Überholung. Bei uns durchläuft jedes Gerät einen speziellen Reinigungsprozess, bei dem alle Verschmutzungen, insbesondere der ausgelaufene Elektrolyt, vollständig entfernt werden. Danach erfolgt ein intensiver Testlauf mit Original-Motor und entsprechender Steuerung, um die volle Funktionalität sicherzustellen.

Darüber hinaus besteht das Gerät aus mehreren komplexen Platinen sowie zusätzlichen Optionsplatinen, die weitere Funktionen ermöglichen. Diese Zusatzmodule erfordern zusätzliche Fachkenntnisse bei der Reparatur, die nicht jeder Anbieter liefern kann.

Fazit: Warum sich Qualität bei Reparaturen auszahlt

Die Geschichte unseres Kunden verdeutlicht klar: Kurzfristige Sparmaßnahmen bei Reparaturen lohnen sich selten. Gerade bei älteren Modellen wie dem MR-S12-100B-E01 zahlt sich die Wahl eines kompetenten Dienstleisters mit entsprechenden technischen Möglichkeiten langfristig aus.

Unser Appell an Sie:

Sparen Sie nicht an der falschen Stelle! Lassen Sie Ihre Mitsubishi Drives von Experten prüfen und präventiv instand setzen. Damit sichern Sie nicht nur den Betrieb Ihrer Maschinen, sondern vermeiden kostspielige Ausfälle und sichern langfristig Ihre Produktivität.

Weitere Informationen wie Preis, Lieferzeit zum: Mitsubishi Servo Drive MR-S12-100B-E01

Mehr Informationen zu unserer Mitsubishi-Reparaturkompetenz finden Sie hier: Mitsubishi Drive Reparatur bei Industrypart

Sie finden in den Geräten folgende Platinen und Zusatzmodule:
RG201
RG221
RG221C
RG21B
RF312B
BN624A953G51
BN634A229G51
BN634E230G52

📞 Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Fragen zu Ihrer Mitsubishi-Antriebstechnik haben.
Unser Team freut sich auf Ihre Anfrage!

Gerätebeschreibung und technische Daten

Gerätespezifikation

Das Mitsubishi MR-S12-100B-E01 ist ein zweikanaliger AC-Servoverstärker für CNC-Anwendungen. Es kombiniert zwei Achsverstärker in einem Gerät (L- und S-Achse mit unterschiedlicher Leistung). Die wichtigsten technischen Daten sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

MerkmalSpezifikation
Achszahl2 (integrierte Achsverstärker für L-Achse und S-Achse)
AusgangsleistungL-Achse: ca. 2 kW; S-Achse: ca. 1 kW (unterschiedliche Motorleistung pro Achse)
Versorgungsspannung3-Phasen 200–220 V AC (±10% bis −15% Toleranz) bei 50/60 Hz
Zwischenkreisspannungca. 280 V DC (aus Gleichrichtung der Netzspannung erzeugt)
Kompatible MotorenMitsubishi AC-Servomotoren der HA-Serie (z. B. HA100 für die große Achse, HA80/HA83 für die kleinere Achse)
RegenerationsenergieExterner Bremswiderstand anschließbar (empfohlen bei hohen Bremsleistungen)
Optionale KartenKeine Zusatzkarte erforderlich (alle Funktionen onboard)
Gewichtca. 5,8 kg (12,8 lbs)

(Hinweis: „L-Achse“ = „Large“ (Hauptachse), „S-Achse“ = „Small“ (Nebenachse) – Achsen mit unterschiedlicher Leistungsauslegung.)

Typische Einsatzumgebung

Der MR-S12-100B-E01 Servoverstärker kommt vor allem in CNC-Werkzeugmaschinen der späten 1980er und 1990er Jahre zum Einsatz. Er ist Teil des Mitsubishi Meldas Servosystems und wurde z.B. in Mazak-Maschinen mit Mazatrol-Steuerung verbaut. Als 2-Achs-Verstärker steuert er die Vorschubachsen (X, Y, Z oder Drehachsen) einer Werkzeugmaschine und arbeitet dabei eng mit der CNC-Steuerung zusammen. Die CNC-Steuerung (etwa Mitsubishi Meldas M-/T-Serie oder Mazatrol) gibt Sollwerte vor, die vom MR-S12-Verstärker in präzise Strom- und Spannungsimpulse für die Servomotoren umgesetzt werden. Die zugehörigen AC-Servomotoren (häufig HA-Serie) verfügen über Encoder (Geber) zur Positionsrückmeldung. Der MR-S12-100B-E01 versorgt und regelt diese Motoren – typischerweise eine Achse mit höherer Leistung (~2 kW) und eine zweite Achse mit geringerer Leistung (~1 kW) – und gewährleistet synchronen und genauen Betrieb in mehrachsigen CNC-Systemen. Der Verstärker ist für den Schaltschrank-Einbau konzipiert und über standardisierte Anschlüsse mit Steuerung (Signalinterface CN1), Motorfeedback (Encoder-Anschlüsse CN2 je Achse) sowie Netzversorgung und Motorleitungen verbunden. In der Praxis findet man dieses Modell häufig in früheren CNC-Bearbeitungszentren und Drehmaschinen, wo es als zentrales Antriebsmodul für zwei Achsen dient und zusammen mit passenden Mitsubishi Servonetzteilen und Steuerungen eine komplette Antriebsregelung bildet.

Funktionsweise des Geräts

Der MR-S12-100B-E01 ist ein volldigitaler Servoverstärker, der zwei unabhängige Servo-Achsen in einem Gerät steuert. Jede Achse verfügt über eigene Leistungselektronik (Brückenendstufe mit Transistoren/IGBTs) und eigene Regelungs-Hardware. Mitsubishi hat in dieser Serie pro Achse einen separaten Signalprozessor vorgesehen, was eine präzise Regelung jeder Achse ermöglicht. Die interne Signalverarbeitung umfasst typischerweise einen Stromregelkreis (für Motordrehmoment) und einen Geschwindigkeitsregelkreis. Die Sollwerte (z. B. Geschwindigkeits- oder Positionssollwert) erhält der Verstärker von der CNC-Steuerung – je nach System über analoge ±10 V-Signale oder digitale Impulsfolgen – und vergleicht diese mit den Istwerten des Motor-Encoders. Abweichungen (Regelabweichungen) werden durch entsprechende Ansteuerung der Motorphasen ausgeglichen, um die Achse exakt in Position und Geschwindigkeit zu steuern.

Die Leistungsversorgung des MR-S12 erfolgt über eine 3-phasige Netzspannung, die im Gerät gleichgerichtet wird und einen gemeinsamen Zwischenkreis für beide Achsen speist. Beide Achsen nutzen also die gleiche Zwischenkreisspannung, was die Rückspeisung von Bremsenergie ermöglicht. Überschüssige Bremsenergie kann über einen externen Regenerationswiderstand (Bremswiderstand) abgebaut werden, der an Klemmen P und C angeschlossen wird (bei kleineren Achsen oft im Gerät integriert, bei höheren Leistungen extern vorgesehen).

In der Steuerungstopologie sind im MR-S12-100B-E01 nicht nur Leistungskomponenten, sondern auch alle notwendigen Regler- und Schutzfunktionen integriert. Ein sogenanntes Gate-Array-Logikmodul sorgt für eine reduzierte interne Verkabelung und erhöhte Zuverlässigkeit, da viele diskrete Komponenten durch programmierbare Logik ersetzt wurden. Sicherheitsfunktionen überwachen kontinuierlich den Betriebszustand: Z.B. fließen Encoder-Rückmeldungen (Positionsgeber der Motoren) und Messwerte (Strom, Spannung, Temperatur) in die Regelung ein, und bei Überschreitung von Grenzwerten schaltet das Gerät ab und zeigt einen Fehlercode an. Zur Diagnose besitzt der MR-S12 zwei eingebaute 7-Segment-Anzeigen, welche alphanumerische Fehler- und Statuscodes darstellen. Dadurch kann das Instandhaltungspersonal direkt am Gerät ablesen, welcher Alarm vorliegt, ohne ein externes Diagnosegerät anschließen zu müssen. Insgesamt ermöglicht die digitale Technik des MR-S12 eine hohe Genauigkeit und Dynamik in CNC-Anwendungen bei gleichzeitig verbesserter Zuverlässigkeit gegenüber Vorgängermodellen (MR-S1/S2), die noch analogere Techniken einsetzten.

Alarmmeldungen und Troubleshooting-Maßnahmen

Treten Störungen oder Grenzwertverletzungen auf, zeigt der MR-S12-100B-E01 einen zweistelligen Alarmcode auf den 7-Segment-Anzeigen. In der folgenden Tabelle sind wichtige Alarmmeldungen des Verstärkers (sortiert nach Code) mit ihrer Bedeutung/Ursache und entsprechenden Abhilfemaßnahmen aufgeführt. Diese Informationen helfen bei der Fehlersuche und schnellen Instandsetzung des Systems.

CodeAlarmmeldungUrsache/BeschreibungAbhilfe
10Unterspannung (UV – Under Voltage)Netzspannung unterhalb Toleranzgrenze; die 3~200/220 V AC Versorgung ist abgesackt (Unterspannung wird etwa unter 160 V erkannt). Ursache kann z.B. Netzfehler oder abgeschaltete Versorgung sein.Eingangsversorgung prüfen (Phasen R, S, T auf korrekte Spannung); Spannungsabfall beheben. Gegebenenfalls Netzteileinspeisung prüfen und Anlage neu einschalten, sobald die Nennspannung wieder anliegt.
11Achsen-Fehler (AE – Axis Error)Allgemeiner Achsfehler; oft Konfigurations- oder Adressfehler der Achse (z.B. falsche Achszuordnung oder Achs-ID nicht korrekt eingestellt).Parameter und DIP-Schalter der Achsenadresse prüfen und korrekt einstellen. Sicherstellen, dass die CNC-Steuerung die Achse erkannt hat.
12Speicherfehler 1 (ME1)Interner Speicherfehler (z.B. Prüfsummenfehler im Parameterspeicher oder RAM-Ausfall).Steuerung aus- und einschalten (Neustart). Falls der Fehler bleibt: Parameter neu laden. Bei dauerhaftem Fehler ist ein Austausch der Steuerplatine erforderlich.
13Externer Taktfehler (CE – Clock Error)Fehler im externen Taktsignal bzw. Synchronisationssignal. Die Servo-Einheit erhält kein gültiges Timing-Signal vom CNC-Controller (oder externen Geber).Verkabelung und Schnittstellen zwischen CNC und Servo prüfen. Gegebenenfalls Optionen (z.B. externen Encoder/Takt) korrekt konfigurieren. Wenn kein externer Takt benötigt wird: Einstellung prüfen, damit kein falsch gesetztes Signal erwartet wird.
14Watchdog-Fehler (WD)Die interne Überwachungsfunktion (Watchdog) hat einen Programm- oder CPU-Absturz detektiert.Gerät stromlos machen und neu starten. Tritt der Fehler erneut auf, liegt höchstwahrscheinlich ein Elektronikdefekt vor – Servoverstärker zur Reparatur geben.
15Speicherfehler 2 (ME2)Zweiter Speicherfehler (z.B. Fehler im Backup-Speicher der zweiten Achse).Siehe Maßnahme bei Speicherfehler 1: Neustart versuchen; bei Fortbestehen der Störung Servoverstärker instand setzen (Speicherbausteine prüfen/tauschen).
16Rotorlage-Fehler (RD – Rotor position detect error)Die Initialisierung der Motor-Nullposition ist fehlgeschlagen. Bei Inbetriebnahme oder nach Encoder-Wechsel konnte die Rotorlage nicht korrekt erkannt werden (z.B. Polsuchlauf-Fehler).Motor und Encoder-Verbindung prüfen. Geber richtig montieren und initialisieren. Ggf. erneuten Initialisierungslauf (Pole Detection) durchführen. Wenn der Fehler bleibt, könnte der Motor-Encoder defekt sein.
17Board-Fehler (BE – Board Error)Interner Platinenfehler im Verstärker (Hardware-Defekt oder aus dem Takt).Gerät neu starten. Falls der Fehler sofort wieder auftritt, deutet dies auf einen Hardwaredefekt hin – Servoverstärker austauschen oder vom Fachpersonal reparieren lassen.
20Kein Signal 1 (NS1 – No Signal 1)Kein Feedback-Signal vom Haupt-Encoder (Motor-Encoder) an der betreffenden Achse. Der Geber liefert keine Daten (Leitung unterbrochen, Stecker nicht verbunden oder Geber defekt).Encoder-Kabel und Steckverbindungen der Achse prüfen (CN2). Geberversorgung kontrollieren. Falls verfügbar einen Ersatz-Encoder testen. Fehlerbehebung: Kabel reparieren oder Geber ersetzen.
21Kein Signal 2 (NS2 – No Signal 2)Kein Signal vom zusätzlichen Encoder (auf steckbarer Zusatzkarte) – z.B. externer Linearmaßstab oder zweiter Geber liefert keine Daten. Wird angezeigt, wenn ein optionaler Messsystem-Eingang aktiviert ist, aber kein Signal kommt.Zusatz-Messsystem prüfen: Verkabelung und Funktion des externen Encoders (Linearmaßstab, etc.). Wenn kein zweiter Geber verwendet wird, sicherstellen, dass die Parameter/Konfiguration dies berücksichtigen (damit kein “Geber 2 fehlt”-Alarm ausgelöst wird).
22Kein Signal 3 (NS3 – No Signal 3)Kein Signal von weiterem Feedback-Kanal. (Dieser Alarm bezieht sich auf ein drittes Signal, z.B. Index- oder Referenzsignal auf der Erweiterungskarte.) Wird meistens in Systemen mit höherer Feedback-Genauigkeit relevant.Siehe No Signal 2: Verkabelung aller angeschlossenen Feedback-Kanäle prüfen. Bei Systemen mit Referenzspur sicherstellen, dass der Referenzsensor korrekt arbeitet. Nicht benötigte Feedback-Eingänge in der Konfiguration deaktivieren.
23Phasen-Erdschluss (PG – Phases Grounded)Erdschluss oder Kurzschluss in der Motorzuleitung: Eine oder mehrere Motorphasen liegen auf Masse oder gegeneinander kurz. Der Verstärker detektiert einen abnormal hohen Leckstrom.Motor und Kabel prüfen: Isolationsmessung mit einem geeigneten Tester (Megger) durchführen. Kabelbruch oder Isolationsfehler beheben, defekte Motorwicklung ausschließen/austauschen. Nach Fehlerbehebung Anlage neu einschalten.
24Batterie-Alarm (BA – Battery Alarm)Niedrige Batteriespannung oder leere Batterie für den Absolut-Positionsspeicher des Encoders. Die Pufferbatterie, die absolute Positionsdaten erhält, ist schwach – Gefahr von Positionsdatenverlust.Batterie unter Spannung wechseln (nicht entfernen, während Anlage stromlos ist, um Daten zu erhalten). Neue Batterie einsetzen und ordnungsgemäß anklemmen. Anschließend Absolutwertsystem initialisieren bzw. Referenzfahrt durchführen, falls Daten bereits verloren gingen.
25Achse ohne Steuerung (NA – No Control Axis error)Eine Achse wird nicht kontrolliert: Dieser Alarm tritt nur bei MR-S12 (2-Achser) auf, wenn eine Achse hardwareseitig nicht angesteuert wird. Beispiel: Der Drehschalter für die Achsenadressierung steht falsch (Position “F” statt L/S) – die zweite Achse ist damit quasi deaktiviert, es fließt jedoch Strom im Zwischenkreis ohne Regelung.Konfiguration der Achsen prüfen. Wenn nur eine Achse genutzt werden soll, muss der Verstärker entsprechend konfiguriert sein (DIP-Schalter/Drehschalter korrekt einstellen, ggf. andere Achse auf “nicht verwendet” konfigurieren). Bei normalem 2-Achsbetrieb sicherstellen, dass beide Achsen vom NC angesteuert werden.
26Interner Taktfehler (ICE – Internal Clock Error)Interner Synchronisationsfehler im Gerät; das Taktsignal auf der Steuerplatine weicht ab oder ist ausgefallen. Kann durch Netzinstabilität oder Elektronikfehler ausgelöst werden.Gerät neu einschalten. Falls der Fehler sporadisch auftritt, Umgebung auf Netzschwankungen prüfen. Bei wiederholtem Fehler ohne externen Grund liegt ein Hardwareproblem vor – Fachreparatur nötig.
30Überbremsung (OR – Over Regeneration)Überspannung im Zwischenkreis durch Energierückspeisung: Die Bremsenergie der Motoren konnte nicht vollständig in den Widerstand oder das Netz abgeleitet werden (mögliche Ursache: externer Bremswiderstand fehlt oder ist zu klein dimensioniert, sehr abruptes Abbremsen).Regenerationspfad prüfen: Ist ein ausreichend dimensionierter Bremswiderstand (Option) angeschlossen? Falls nein, einen passenden Widerstand nachrüsten. Gegebenenfalls die Verzögerungsrampen verlängern, um die Bremsenergie zu reduzieren. Außerdem Netzspannung überprüfen – bei ungewöhnlich hoher Netzspannung besteht ebenfalls Überspannungsrisiko im Zwischenkreis.
31Überdrehzahl (OS – Over Speed)Die Motordrehzahl hat den zulässigen Maximalwert überschritten (z.B. >2400 oder >3600 U/min, abhängig vom Motor). Dies kann durch Regelungsfehler (Durchgehen der Achse) oder falsche Parameter (Sollwert zu hoch) verursacht sein.Mechanik der Achse stoppen und auf Schäden prüfen. Dann die Reglerparameter und Sollwertvorgaben überprüfen: Ist evtl. ein zu hoher Geschwindigkeitsbefehl oder ein Regelkreis-Fehlabgleich die Ursache? Nach Korrektur der Parameter Anlage wieder anfahren und beobachten.
32Überstrom (OC – Over Current)Zu hoher Ausgangsstrom im Verstärker detektiert – der Achsverstärker meldet Überstrom. Mögliche Ursachen: Kurzschluss oder Masseschluss am Motor, blockierte oder schwergängige Achse (Motor wird überlastet) oder Defekt in der Leistungselektronik (Transistor durchlegiert). Oft wird der Fehler durch Probleme am Motor oder den Motorkabeln ausgelöst.Vorgehen: Motorleitung trennen und erneut einschalten – tritt der Alarm dann immer noch auf, ist wahrscheinlich die Verstärkereinheit selbst defekt (Leistungstransistoren). Falls der Alarm beim getrennten Motor verschwindet: Motor und Kabelstrang auf Kurzschlüsse oder Isolationsfehler prüfen. Gegebenenfalls Motor austauschen oder mechanische Ursache (Verklemmung) der Überlast beseitigen.
33Überspannung (OV – Over Voltage)Überschreitung der Zwischenkreis-Spannung. Die Gleichspannungszwischenkreisspannung hat einen kritischen Wert überschritten (typischerweise durch plötzliche Rückspeisung, z.B. hartes Abbremsen, oder zu hohe Netzspannung).Netzversorgung auf zu hohe Spannungsspitzen prüfen. Bremswiderstand einsetzen oder dessen Wert überprüfen (höherer Lastwiderstand nötig, falls permanent Überspannung beim Bremsen auftritt). Ggf. Schaltschrankeinspeisung mit Transformator absenken, falls Netz zu hoch.
34Daten-Paritätsfehler (DP – Data Parity)Übertragungsfehler in digitalen Daten zwischen CNC und Servo (Paritätsbit stimmt nicht). Meist ein Kommunikationsproblem auf der Steuerleitung.Datenverbindung (Kabel, Steckverbinder der Steuerleitung CN1) auf Wackler oder Störungen prüfen. Sicherstellen, dass die Masseführung und Abschirmung intakt sind. Bei wiederholtem Auftreten ohne externe Ursache: mögliche Defekte an Steuerkarte in Betracht ziehen.
35Datenfehler (DE – Data Error)Ungültige oder fehlerhafte Daten empfangen. Kann auftreten, wenn Parameter korrupt sind oder die Kommunikation zwischen Steuerung und Verstärker gestört ist.Parameter in der CNC-Steuerung überprüfen und ggf. neu laden. Kommunikationskabel austauschen/testen. Tritt der Fehler direkt nach Einschalten auf, könnte ein Firmware-Problem vorliegen – in dem Fall Servoverstärker neu initialisieren oder reparieren lassen.
36Übertragungsfehler (TE – Transfer Error)Fehler bei der Datenübertragung innerhalb des Verstärkers. Z.B. Kommunikation zwischen Hauptplatine und Option oder zwischen verschiedenen internen Modulen gestört (Timeout).Alle internen Steckverbinder und Kartenverbindungen prüfen (Sitz der Boards, Flachbandkabel etc.). Falls kürzlich gewartet: prüfen, ob alle Steckkarten richtig eingerastet sind. Ansonsten auf einen beginnenden Hardwaredefekt achten – ggf. Fachpersonal hinzuziehen.
37Parameterfehler (PE – Parameter Error)Initialisierungs- oder Parameterfehler. Mögliche Ursachen: Servo-Parameter nicht eingestellt oder ungültig (z.B. nach Tausch der Steuerkarte), oder ein neu eingesetztes Bauteil wurde nicht konfiguriert.Parameter gemäß Maschinen-Dokumentation eingeben und speichern. Insbesondere nach dem Austausch von Komponenten (Verstärker, Motor, Encoder) die entsprechenden Parameter (Motorcode, Encoder-Typ etc.) anpassen. Danach Neustart und prüfen, ob der Alarm ausbleibt.
38Feedback-Fehler 1 (FE1)Fehlerhaftes Feedback an Achse 1: das Haupt-Encodersignal ist zwar vorhanden (keine No Signal-Meldung), aber unplausibel. Möglicherweise inkonsistente Rückmeldungen oder überschrittene Toleranzen (z.B. aufgrund von starkem Rauschen oder Encoderdefekt).Encoder-Signal mit Oszilloskop oder Diagnosetool überprüfen. Geber austauschen, falls Signalformen nicht stimmen. Auch mögliche Störeinflüsse (EMV) in der Geberleitung kontrollieren (Abschirmung, Erdung).
39Feedback-Fehler 2 (FE2)Fehlerhaftes Feedback an Achse 2 (zweites Gebersystem, falls vorhanden) – ähnlich FE1, nur für den zweiten Feedback-Kanal.Siehe Maßnahme bei Feedback-Fehler 1: Zusatz-Encoder und Verkabelung prüfen, ggf. tauschen. Sicherstellen, dass die Einstellungen (Auflösung, Signalart) für den zweiten Geber mit der Hardware übereinstimmen.
40Verstärker überhitzt (OHF – Over Heat Fin)Übertemperatur am Kühlkörper (“Fin” = Kühlrippe). Der Servoverstärker hat seine zulässige interne Betriebstemperatur überschritten (unzureichende Kühlung).Prüfen, ob die Lüfter im Schaltschrank laufen und die Kühlrippen frei von Staub sind. Umgebungstemperatur im Schaltschrank messen (ggf. Schaltschrankkühlung vorsehen). Nach Abkühlung Reset/Neu-Einschalten – tritt der Fehler wiederholt auf, Lastprofil der Achsen überprüfen oder Verstärkerleistung erhöhen.
41Motor überhitzt (OHM – Over Heat Motor)Übertemperatur am Motor, gemeldet durch den Thermosensor des Motors. Der Motor wurde überlastet oder unzureichend gekühlt.Motor anhalten und abkühlen lassen. Prüfen, ob Motorlüfter und -kühlung funktionieren (bei Bedarf reinigen). Mechanische Überlast beseitigen (z.B. Schwergängigkeit, falsche Übersetzung). Gegebenenfalls Motor eine höhere Leistungsreserve wählen, wenn der Fehler regelmäßig im normalen Betrieb kommt.
50Überlast 1 (OL1 – Over Load 1)Dauerüberlastung der Achse: Der Motorstrom lag zu lange über ca. 250 % des Nennwerts. Der Verstärker hat zum Schutz abgeschaltet (zeitverzögerter Überlastalarm).Achse auf mechanische Schwergängigkeit oder Blockade prüfen. Bewegungsprofil anpassen, wenn die Achse regelmäßig überlastet wird (Bewegungen sanfter gestalten oder längere Abkühlphasen einplanen). Andernfalls einen Motor/Verstärker mit höherer Leistung in Erwägung ziehen.
51Überlast 2 (OL2 – Over Load 2)Kurzzeit-Überlast: Die Stromgrenze wurde akut überschritten (z.B. Stromspitze > 0,5 s). Dies deutet auf einen plötzlichen Kraftanstieg hin – evtl. Kollision oder heftiger Lastsprung.Wie bei Überlast 1: Mechanik auf blockierende Bewegung prüfen. Prüfen, ob die Beschleunigungsrampen zu aggressiv sind – ggf. sanfter einstellen. Sicherstellen, dass keine mechanischen Klemmsituationen auftreten (z.B. Anschlag angefahren).
52Regelabweichung 1 (OD1 – Over Droop 1)Übermäßiger Positionsfehler (Lageregler-Abweichung) im Servo-ON-Zustand. Die Achse konnte dem vorgegebenen Sollwert nicht folgen, der Fehler summierte sich über das erlaubte Maß. Mögliche Ursachen: zu hohe Reibung/Belastung oder zu niedrige Reglerverstärkung.Mechanik der Achse leichtgängig machen (Schmierung, Führungen prüfen). Reglerparameter (Verstärkung, Integralanteil) optimieren, damit die Achse dem Soll besser folgen kann. Auch überprüfen, ob die Geschwindigkeits- und Beschleunigungsvorgaben zur Achsdynamik passen.
53Regelabweichung 2 (OD2 – Over Droop 2)Übermäßiger Positionsfehler im Servo-OFF-Zustand oder beim Abschalten. Tritt z.B. auf, wenn beim Deaktivieren der Achse noch eine große Differenz zwischen Soll- und Ist-Position besteht (Achse steht nicht an gewünschter Stelle).Mögliche Ursache klären: Hat die Achse vor dem Abschalten ihre Position nicht erreicht? Gegebenenfalls Abschaltvorgang prüfen – Achse erst nach Erreichen des Sollwerts deaktivieren. Ansonsten ähnliche Maßnahmen wie bei OD1: Mechanik/Regler überprüfen.
54Verstärker-Überlast (AOL – Amp Over Load)Überlastung des Servoverstärkers insgesamt. Die Summe der thermischen und elektrischen Belastungen (ggf. beider Achsen) überschritt die Sicherheitsgrenze des Geräts.Belastungsprofil der Maschine prüfen: Treten simultan hohe Lasten auf beiden Achsen auf? Falls ja, diese entzerren (nicht beide Achsen gleichzeitig maximal belasten). Kühlung des Verstärkers optimieren. Möglicherweise ist der Verstärker für die Anwendung zu klein dimensioniert – in dem Fall auf ein leistungsstärkeres Modell upgraden.
EMNot-Aus aktiv (EM – Emergency)Externer NOT-AUS oder Achs-Not-Stopp wurde ausgelöst. Die CNC-Steuerung hat die Achsen abgeschaltet (Servo-OFF), z.B. durch Öffnen eines Sicherheitsschaltkreises. Der Code EM zeigt an, dass kein Fehler am Verstärker selbst vorliegt, sondern ein externer Stopp.Prüfen, ob ein Not-Halt-Taster betätigt wurde oder ein Schutztürschalter offen ist. Sicherheitskreise schließen und Reset durchführen, sobald die Gefahrensituation behoben ist. Danach kann der Servo wieder eingeschaltet werden.
OAAnderer Achs-Alarm (Other Axis)Der Partner-Verstärker der anderen Achse hat einen Alarm gemeldet. (Anzeige OA erscheint auf der einen Achse, um darauf hinzuweisen, dass die Störung in der anderen Achse liegt.) Der eigene Kanal ist meist folglich abgeschaltet, obwohl er selbst keinen internen Fehler hat.Zuerst den Alarm der anderen Achse diagnostizieren und beheben (siehe entsprechenden Alarmcode der zweiten Achse). Sobald der Fehler auf der Partner-Achse zurückgesetzt ist, verschwindet auch die OA-Anzeige und der verstärker kann normal weiterbetrieben werden.

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